Goldpreis könnte bis 2030 deutlich fallen – Langfristiger Zyklus im Fokus
Nach der jüngsten Rallye, bei der Goldpreise Ende August rund 4.444 USD pro Unze erreichten, deutet eine umfassende Studie auf Basis von fünf Jahrzehnten Marktdaten auf einen möglichen bevorstehenden Bärenmarkt hin. Die Prognose geht von einem Preisrückgang auf 3.000 bis 3.200 USD bis zum Jahr 2030 aus und unterstreicht damit die zyklische Natur des Goldmarktes, der sich typischerweise durch Phasen von etwa zehn Jahren Aufwärts- und vier bis fünf Jahren Abwärtsbewegungen auszeichnet.
Historische Daten weisen auf Bärenmarkt ab 2026 hin
Die Analyse, die Goldpreisentwicklungen seit 1970 untersucht, sieht Januar 2026 als Höhepunkt bei circa 5.500 USD pro Unze. Anschließend wird ein Preisverfall erwartet, der nicht als vorübergehende Korrektur eines Bullenmarktes interpretiert wird, sondern den Beginn einer neuen Abwärtsphase markiert. Typischerweise erreichen solche Zyklen ihren Tiefpunkt vier bis fünf Jahre nach dem Hoch – entsprechend zwischen März und spätestens Dezember 2030. Eine Ausnahme bildete der Zeitraum von 1985 bis 1995, geprägt durch lang anhaltenden Rückgang aufgrund deflationärer Tendenzen und geopolitischer Veränderungen wie dem Ende des Kalten Krieges.
Technische Indikatoren signalisieren Unterstützungsbereiche
Mit Hilfe von Fibonacci-Retracements, insbesondere bezogen auf die Tiefs der Bärenmärkte in 1985 und 2015, zeigt sich, dass Kursrückgänge häufig um das 38,2%-Retracement stabilisierten. Dieses Level liegt nahe bedeutender langfristiger gleitender Durchschnitte, etwa des 200-Monats-Durchschnitts, der historisch als technische Unterstützung fungiert. Die prognostizierten Tiefstände bei 3.000 bis 3.200 USD würden einem Rückgang von etwa 28 bis 33 Prozent gegenüber aktuellen Kursen entsprechen.
Fundamentale Faktoren und geldpolitische Risiken im Gleichgewicht
Trotz der Aussicht auf eine signifikante Korrektur bleiben zentrale Nachfragefaktoren bestehen: Weltweit kaufen Zentralbanken weiter aktiv Gold, gestützt von hohen Staatsverschuldungen und Inflationssorgen. Zusätzliche geopolitische Spannungen stärken das Edelmetall als sicheren Hafen, während der starke Preisanstieg im August das Anlegerinteresse neu geweckt hat.
Dem gegenüber steigern die von der US-Notenbank (Fed) angehobenen Zinsen die Opportunitätskosten des Goldbesitzes, das keine laufenden Erträge erwirtschaftet. Die Sensitivität des Marktes gegenüber geldpolitischen Entscheidungen in den USA bleibt eine bedeutende Unsicherheitsquelle, welche das Timing und Ausmaß der erwarteten Preisbewegung beeinflussen könnte.
Diese Analyse liefert Marktteilnehmern eine wichtige Orientierung für die nächsten zehn Jahre und hebt die Relevanz makroökonomischer Entwicklungen sowie geldpolitischer Weichenstellungen für die Dynamik im Goldmarkt hervor.