Steigende Wahrscheinlichkeit für Zinserhöhung der Fed im September
Äußerungen von Federal-Reserve-Mitglied Kevin Warsh beim Jackson Hole Wirtschaftssymposium haben die Markterwartungen auf eine Zinserhöhung im September angeheizt. Trotz leicht zurückgehender Kerninflationszahlen im Juli betonte Warsh die anhaltenden inflationären Risiken. Laut dem FedWatch-Tool der CME Group stieg die Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung um 25 Basispunkte im September binnen einer Woche von 41,4 % auf knapp 60 %.
Im Fokus steht der US-Arbeitsmarktbericht für August, der mit einem Stellenzuwachs von rund 50.000 gerechnet wird. Dies wäre eine Erholung gegenüber dem überraschend schwachen Juni mit einem Rückgang von 23.000 Stellen. Darüber hinaus zeigen Überarbeitungen älterer Daten, dass sich der Arbeitsmarkt in den letzten Jahren schwächer entwickelte als bislang angenommen. Marktteilnehmer beobachten die Zahlen genau, um Hinweise auf die künftige Geldpolitik der Fed zu erhalten.
Geopolitische Spannungen treiben Ölpreise nach oben
Erneute US-Luftschläge auf iranische Ziele führten dazu, dass der Brent-Ölpreis auf über 90 USD pro Barrel zurücksprang, während WTI die Marke von 85 USD überschritt. Das iranische Ölhafenterminal Kharg Island war erneut Ziel der Angriffe. Auch der ehemalige US-Präsident Donald Trump veröffentlichte KI-generierte Aufnahmen des Vorfalls auf sozialen Medien. Die europäischen Aktienmärkte reagierten verhalten; der deutsche Leitindex DAX verlor 0,7 %.
Zusätzlich schloss die USA einen historischen Energievertrag mit Venezuela ab. Er umfasst die langfristige Verwaltung von etwa 65 Milliarden Barrel Ölreserven mit einem Wert von über 5,4 Billionen USD und läuft über 25 Jahre. Trump bezeichnete das Abkommen als den „größten Ölvertrag der Geschichte“. Investoren beobachten nun mögliche strukturelle Veränderungen auf dem Weltölmarkt.
Bitcoin kämpft mit technischem Widerstand knapp unter 86.000 USD
Bitcoin steht weiterhin unter Druck, obwohl im August eine der größten Liquidationen von Long-Positionen stattfand. Die Kryptowährung notiert unter der wichtigen Marke von 80.000 USD, wobei kurzfristige Einbrüche unter den 50-Wochen-EMA bei etwa 77.269 USD schnell ausgeglichen wurden und diese Supportzone stabil bleibt.
Rafael Schultze-Kraft, Mitgründer der Kryptodatenplattform Glassnode, hebt hervor, dass der 50-Wochen-Durchschnitt bei rund 80.307 USD ein entscheidender Widerstandspunkt auf Wochenbasis ist. Historisch führte ein Scheitern an diesem Niveau oft zu einer Einschränkung weiterer Kursanstiege.
Monatsabschluss zeigt deutlichen Widerstand zwischen 81.000 und 86.000 USD
Im August erzielte Bitcoin eine Wertsteigerung von fast 25 %, stößt aber weiterhin an eine restriktive fallende Makrotrendlinie. Das als zentral eingestufte Widerstandsband zwischen 81.000 und 86.000 USD ist laut Glassnode eine Zone intensiver Kauf- und Verkaufsaktivitäten.
Analyst und Händler Rekt Capital weist darauf hin, dass ein nachhaltiger Ausbruch über diese Range das vierjährige Bitcoin-Preiszyklusmuster maßgeblich verändern und die aktuelle Bärenmarktphase verkürzen könnte. Allerdings belasten erhebliche Verkaufsaufträge dieses Preisniveau, sodass für einen Durchbruch erheblicher Kaufdruck erforderlich ist.
Großanleger stabilisieren Bitcoin-Preis bei hohen Kursen
Daten von Glassnode zeigen, dass langfristige Bitcoin-Inhaber – definiert als solche, die ihre Bitcoins seit mindestens sechs Monaten nicht verkauft haben – rund 1,05 Millionen BTC zu durchschnittlichen Kosten zwischen 83.000 und 86.000 USD halten. On-Chain-Analyst CryptoQuant fügt hinzu, dass große Wallets mit mehr als 100 BTC im August mehr als 60.000 Coins akkumulierten, während kleinere Investoren eher Gewinne realisierten oder Positionen reduzierten.
Die Haltung dieser Großanleger ist ein wesentlicher Faktor für die Preisentwicklung. Sollte ein Kursrückgang unter 80.000 USD Verkäufe bei diesen Investoren auslösen, könnte die derzeitige Akkumulationsphase ins Wanken geraten und Auswirkungen auf den Bitcoin-Kurs haben.
Der Marktfokus richtet sich weiterhin auf die anstehenden US-Arbeitsmarktdaten, die Geldpolitik der Federal Reserve sowie die geopolitischen Entwicklungen, die Ölpreise und die Dynamik bei Bitcoin prägen.