Verkauf von Anthropic-Aktien durch US-Marshals
Im Jahr 2025 verkaufte der US Marshals Service Aktien des KI-Startups Anthropic, die zuvor von den ehemaligen FTX-Führungskräften Caroline Ellison und Nishad Singh gehalten wurden. Ellison und Singh hatten 2022 Vorzugsaktien der Serie B im Wert von 50 Millionen US-Dollar erworben, mussten diese jedoch im Rahmen ihrer Schuldbekenntnisse im FTX-Konkursfall abtreten. Der Zeitpunkt des Verkaufs durch die US-Behörden steht im Fokus, da der Unternehmenswert von Anthropic seither stark gestiegen ist.
Wertsteigerung von Anthropic vervielfacht sich binnen sechs Monaten
Im März 2025 erreichte Anthropic in einer Finanzierungsrunde eine Bewertung von 6,15 Milliarden US-Dollar. Nur sechs Monate später wurde das Unternehmen bei einer weiteren Kapitalaufnahme mit 183 Milliarden US-Dollar bewertet – mehr als das Dreifache des vorherigen Werts. Allerdings sind Angaben zu Datum, Verkaufspreis und Käufer der beschlagnahmten Aktien nicht öffentlich verfügbar. Dadurch bleibt unklar, ob der Verkauf vor oder nach dem überwiegenden Anstieg der Bewertung stattfand.
Geschätzter Opportunitätsverlust von rund 4,7 Milliarden US-Dollar
Angesichts der Wertentwicklung könnte der Staat durch den Verkauf auf etwa 4,7 Milliarden US-Dollar potenzielle Gewinne verzichtet haben, falls er die Aktien länger gehalten hätte. Zudem sind die Erlöse aus dem Verkauf bislang nicht an den Entschädigungsfonds für FTX-Gläubiger weitergeleitet worden. Die genaue Handhabung und Verwendung der Verkaufserlöse ist derzeit nicht transparent.
Schwierigkeiten bei Vermögensabwicklung im Kontext FTX
Der Fall erinnert an frühere Verkäufe von Anteilen durch FTX-Gründer Sam Bankman-Fried, die vor den stark gestiegenen Bewertungen erfolgten und erhebliche finanzielle Konsequenzen mit sich brachten. Die Verwaltung und Verwertung von FTX-verbundenen Vermögenswerten durch Behörden und Justiz ist entscheidend für die Erholung der Anleger und die Auszahlung an Geschädigte. Angesichts der Rolle Anthropics als bedeutender KI-Anbieter wird die weitere Entwicklung seiner Aktienverwertung genau beobachtet.
Der vorzeitige Verkauf der Anthropic-Aktien durch die US-Behörden ermöglichte zwar eine sofortige Liquiditätszufuhr, wirft aber Fragen zur Verkaufs-Timing-Strategie und zur Verwendung der Erlöse auf. Dieses Beispiel verdeutlicht die komplexen Herausforderungen für Regulierungsbehörden beim Umgang mit Vermögenswerten aus dem FTX-Kontrollbereich und hält die Akteure in Sachen Opferentschädigung in Alarmbereitschaft.