- Der Preis für Brent-Rohöl stieg an einem Tag um 1,9 % auf etwa 104 Dollar pro Barrel, das Pentagon schätzt, dass die Räumung von Seeminen in der Straße von Hormus sechs Monate in Anspruch nehmen wird, geopolitische Konflikte heben die globalen Energiebasispreise deutlich an.
- Die Rekordbewertungsausweitung der globalen Aktienmärkte pausiert, der MSCI World Index mit 47 Ländern steht unter Druck, die S&P 500 Index Futures fallen um 0,4 %, wodurch der zuvor achte historische Höchststand des Jahres beendet wird.
- Die makroökonomische Flucht in sichere Häfen konnte die erwartete Zinserhöhung nicht ausgleichen, der Spot-Goldpreis fiel unter 4.700 Dollar, die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen stieg auf 4,32 %, der geldpolitische Kurs der Fed steht unter externem Druck durch anhaltende Inflationsrisiken.
Geopolitische Risikoprämie und Neubewertung des Rohölmarktes
Die militärische Pattsituation zwischen den USA und Iran entwickelt sich zu einer langfristigen Logistikblockade. Da der Iran Schiffe angreift, die versuchen, die Straße von Hormus zu durchqueren, und die USA weiterhin Schiffe blockieren, hat sich die Sicherheitsbewertung der Schifffahrt in dieser Region stark verschlechtert. Die Erklärung des Pentagons, dass die Räumung von Seeminen in der Straße sechs Monate dauern wird, brach die Erwartung des Marktes, dass die Lieferkette kurzfristig wiederhergestellt wird. Der Brent-Ölpreis überschritt die 100-Dollar-Marke und stieg auf 104 Dollar, was darauf hindeutet, dass der Optionsmarkt für eine langfristigere Unterbrechung der Angebotsseite Preise bildet. Charu Chanana, Chef-Anlagestratege der Saxo Bank, betonte, dass der derzeitige Zustand zwischen Nicht-Krieg und Nicht-Frieden ausreicht, um einen über den Erwartungen liegenden Anstieg der Energiepreise auszulösen. Diese durch geopolitische Faktoren angetriebene Risikoprämie gestaltet die Volatilitätsstruktur der Rohstoffmärkte neu.
Korrektur und Divergenz der Bewertung der globalen Aktienmärkte
Angesichts anhaltender geopolitischer Ungewissheit stehen die zuvor akkumulierten Gewinne von Risikoanlagen auf dem Prüfstand. Die europäischen Aktienmärkte fielen den vierten Handelstag in Folge und erreichten damit den längsten Verlust in diesem Jahr. Obwohl L'Oréal dank starker Verkaufszahlen um mehr als 8 % zulegte und Nestlé einen Anstieg von 6 % verzeichnete, konnten die starken mikroökonomischen Unternehmensgewinne die Abkühlung der makroökonomischen Stimmung nicht vollständig kompensieren. In Asien fiel der Nikkei 225 Index um 0,75 %, nachdem er während des Handelstages die historische Marke von 60.000 Punkten durchbrochen hatte, was darauf hindeutet, dass regionale Mittel vor dem Wochenend-Effekt und der potenziellen Eskalation von Konflikten Gewinne mitgenommen haben. Vorbörslich in den USA profitierte Texas Instruments von der gestiegenen Nachfrage nach Rechenzentren und stieg um 10 %, während ServiceNow aufgrund geopolitischer Auswirkungen Verzögerungen beim Handel hinnehmen musste und Tesla aufgrund zusätzlicher Ausgaben für künstliche Intelligenz um 3 % fiel, was eine deutliche Divergenz innerhalb des Technologiesektors in Bezug auf verschiedene makroökonomische Einflussfaktoren zeigt.
Renditeentwicklung der Souveränanleihenmärkte in Europa und den USA
Der systematische Anstieg der Energiepreise wirkt sich direkt auf den globalen Markt für festverzinsliche Wertpapiere aus. Die Angst vor einer zweiten Inflationswelle veranlasst die Anleger, die Zinssenkungstermine der wichtigsten Zentralbanken neu zu bewerten. Während der europäischen Handelssitzung stieg die Rendite der 2-jährigen US-Staatsanleihen auf 3,81 % und die der 10-jährigen Staatsanleihen auf 4,32 %. Zeitgleich stehen die Staatsanleihen der Eurozone unter Druck, die Rendite der 10-jährigen deutschen Anleihen stieg um 4 Basispunkte auf 3,037 %, während die Rendite der 10-jährigen italienischen Anleihen um 5,4 Basispunkte auf 3,825 % anstieg. Danske Bank Analyst Joel Rossier erklärte, dass das anhaltende Medienthema über die Sackgasse in der Straße von Hormus die Stimmung bei Markteröffnung dominierte. Der Anleihenmarkt bezogen langfristige Energieschocks in die Preisfindung ein, was zu einer hohen Klebrigkeit der Renditekurve sowohl an der Vorder- als auch an der Rückseite führte.
Entwicklung sicherer Anlagen und marginale Veränderungen am Devisenmarkt
Traditionelle sichere Anlagen zeigen im aktuellen makroökonomischen Umfeld atypische Tendenzen. Der Goldpreis erhielt keinen sichtbaren Auftrieb durch die zunehmenden Konflikte, sondern fiel hingegen unter die 4.700-Dollar-Grenze. Der Analyst von Mitsubishi UFJ, Soojin Kim, betonte, dass das anhaltende Inflationsrisiko durch den Energieschock die Erwartungen des Marktes stärkt, dass die globalen Zentralbanken die restriktiven Zinsen für längere Zeit aufrechterhalten werden. Die hohen Opportunitätskosten verursachen dabei Bewertungsdruck auf das zinslose Gold. Auch der Kryptowährungsmarkt entwickelte sich schwach, Bitcoin fiel nach Erreichen eines Höchststandes von fast 80.000 Dollar auf 78.225 Dollar. Auf dem Devisenmarkt oszilliert der Dollar-Index auf hohem Niveau, der Euro bleibt im Verhältnis zum Dollar stabil bei etwa 1,17, während der risikosensitive australische Dollar um 0,2 % nachgibt. Der Marktfokus richtet sich auf die bevorstehende Anhörung des Fed-Vorsitzendenkandidaten Kevin Warsh, um das neueste Gleichgewicht zwischen Inflation und Wachstum in der US-Geldpolitik zu erkunden.