- Die neueste Politikbewertung der Chicago Mercantile Exchange Group (CME) weist darauf hin, dass die kurzfristig wieder aufkommenden Zinserhöhungserwartungen der globalen Zentralbanken den mittel- bis kurzfristigen Preisen von ertragslosen Vermögenswerten wie Gold und Silber weiterhin Druck verleihen werden.
- Die jährliche Wachstumsrate des US-amerikanischen Kern-PCE-Preisindex ist von 2,8 % auf 3,3 % gestiegen, und die Zinsstrukturkurven der wichtigsten globalen Volkswirtschaften deuten darauf hin, dass die Geldpolitik vollständig auf restriktive Preisgestaltung umgeschwenkt ist.
- Langfristig gesehen halten die wichtigsten Volkswirtschaften wie die USA, Deutschland und Frankreich in Nicht-Rezessionszeiten weiterhin hohe Haushaltsdefizite von 5 % bis 6 % des BIP aufrecht. Die durch die außer Kontrolle geratene Haushaltsdisziplin ausgelösten Kreditbedenken könnten zu einem entscheidenden Faktor für die langfristige Entwicklung der Edelmetalle werden.
Kerninflationsanstieg formt Fed-Zinserwartungen neu
Nach dem Anstieg der jährlichen Wachstumsrate des US-amerikanischen Kern-PCE auf 3,3 % hat sich die Marktlogik grundlegend neu strukturiert. Die Preisgestaltung von Federal Funds Futures und SOFR-Futures zeigt, dass der Markt von einer vorherigen Zinssenkung um 50 Basispunkte in den nächsten zwei Jahren vollständig auf eine marginale Preisgestaltung für eine Zinserhöhung um 50 Basispunkte umgeschwenkt ist. Starke wirtschaftliche Fundamentaldaten und hartnäckige Inflation haben die Erwartungen an kurzfristige Zinssätze erhöht, was die Opportunitätskosten für das Halten von Gold und Silber direkt erhöht hat und zu einer deutlichen Korrektur der Edelmetalle von den historischen Höchstständen Ende Januar geführt hat.
Globale Zentralbanken im Einklang mit restriktiver Preisgestaltung
Die Politik der wichtigsten globalen Zentralbanken bewegt sich von lockeren Erwartungen hin zu einem synchronisierten Straffungskurs. Die Bank of Japan (BOJ), die Europäische Zentralbank (EZB), die Reserve Bank of Australia (RBA) und die Norges Bank haben in diesem Jahr alle Zinserhöhungen vorgenommen. Diese globale restriktive Politikumgebung gleicht die zuvor nicht ausreichend berücksichtigten Inflationsrisiken aus, was zu einem deutlichen Anstieg der langfristigen Anleiherenditen in Ländern wie Japan, Frankreich und Großbritannien führt und den Druck auf die globalen Anleihemärkte sichtbar macht.
Expansive Haushaltsdefizite bieten langfristige Unterstützung
Vor dem Hintergrund, dass die wichtigsten globalen Volkswirtschaften nicht in eine schwere Rezession geraten sind, wird die expansive Fiskalpolitik fortgesetzt, wobei das US-Haushaltsdefizit bei 5 % bis 6 % des BIP bleibt. Die CME ist der Ansicht, dass das anhaltend hohe Defizit eine doppelte Wirkung haben wird. Kurzfristig wird die umfangreiche Schuldenemission die Goldpreise durch steigende Renditen von Staatsanleihen unter Druck setzen, aber langfristig könnte das Vertrauen in die Nachhaltigkeit der öffentlichen Finanzen schwinden, was die strategische Unterstützung von Gold als dezentralisierte Absicherungsreserve wieder stärken könnte.
Volatilität der Aktienmärkte als Indikator für Politikwechsel
Die Risikobereitschaft an den Aktienmärkten wird zu einem entscheidenden Frühindikator für Wendepunkte in der Zentralbankpolitik. Solange risikobehaftete Vermögenswerte weiter steigen, werden sich die finanziellen Bedingungen kaum substanziell verschärfen, was das Risiko von Kerninflation und Ressourcenknappheit erhöht und sowohl Staatsanleihen als auch Edelmetalle unter Druck setzt. Umgekehrt könnte eine unerwartet starke Korrektur der Aktienbewertungen, die das Wirtschaftswachstum bremst, die globalen Zentralbanken dazu zwingen, wieder auf eine lockere Politik umzuschwenken, was den Edelmetallmärkten eine neue, liquiditätsgetriebene Rallye bescheren könnte.