- Der Rückgang des Goldpreises hat kurzfristige spekulative Positionen im Markt bereinigt, aber die langfristig bullische strukturelle Logik, wie der Goldkauf durch Zentralbanken, geopolitische Risiken und Sorgen über die US-Schulden, nicht zerstört.
- Nachdem der Goldpreis unter 4000 US-Dollar pro Unze gefallen war, erhielt er schnell Unterstützung durch physische Käufe, was zeigt, dass die Zentralbanken weltweit in diesem Jahr voraussichtlich etwa 1000 Tonnen Gold kaufen werden, um den Markt zu stabilisieren.
- Die Bewertungen von Goldminenaktien sind auf ein mehrjähriges Tief gefallen. Obwohl steigende Energiekosten die Gewinnmargen leicht belasten, zeigen der starke freie Cashflow und die Bilanzen der Unternehmen, dass es eine erhebliche Diskrepanz zwischen Fundamentaldaten und Aktienkursen gibt.
Starke Unterstützung durch physische Käufe der Zentralbanken
Der Goldpreis hat sich kürzlich aufgrund der Zinserhöhungserwartungen der Fed und der Stärke des US-Dollars vorübergehend zurückgezogen und fiel sogar unter die Marke von 4000 US-Dollar pro Unze. Die starke Nachfrage auf dem physischen Goldmarkt bot jedoch schnell Unterstützung. Nawojka Wachowiak, Senior Portfolio Manager bei Ninepoint Partners, weist darauf hin, dass die globalen Zentralbanken bis 2026 voraussichtlich etwa 1000 Tonnen Gold kaufen werden, was 15% bis 20% der jährlichen weltweiten Goldproduktion entspricht. Dieser kontinuierliche Zufluss von langfristigem Kapital kompensiert effektiv die spekulativen Verkäufe, die durch die Unsicherheit über die Politik des neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh ausgelöst wurden.
Bewertungen von Minenaktien unter Druck
Obwohl die Schwankungen des Goldpreises die Performance der Goldminenaktien auf dem Sekundärmarkt belastet haben, befinden sich die finanziellen Verhältnisse der betreffenden börsennotierten Unternehmen weiterhin auf einem historischen Höchststand. Der Gewinn pro Unze der Goldproduzenten bleibt auf hohem Niveau, der Cashflow der Unternehmen ist reichlich und sie setzen weiterhin Aktienrückkäufe und Dividenden fort. Die vorübergehende Vernachlässigung des Minensektors durch die Marktteilnehmer hat zu einem erheblichen Rückgang der Bewertungsprämien geführt, wobei das Unternehmenswert-Multiplikator einiger hochwertiger Minenunternehmen auf etwa das Achtfache des EV/EBITDA gesunken ist. Diese Diskrepanz zwischen Bewertung und Fundamentaldaten deutet darauf hin, dass der Sektor eine Neubewertung erfahren könnte, sobald der Goldpreis seine Anpassung beendet.
Kosteninflationsrisiken wurden abgefedert
Um den Druck auf die Gewinnmargen der Minenunternehmen durch steigende Energiepreise zu mindern, haben die meisten großen Goldproduzenten bereits im Voraus durch Treibstoffabsicherungsinstrumente und günstige Lagerbestände ihre kurzfristigen Betriebskosten gesichert. Obwohl hohe Rohölpreise die durchschnittlichen Betriebskosten pro Unze im nächsten Jahr um 70 bis 95 US-Dollar erhöhen könnten, ist der aktuelle Spotpreis von über 4000 US-Dollar pro Unze ausreichend, um etwa 20% der potenziellen Kosteninflation zu absorbieren. Da die Unternehmen allgemein konservative Minenentwicklungspläne verfolgen und verstärkt in die Exploration von hochgradigen Vorkommen investieren, bleibt die gesamte Rentabilität und die Struktur der Margenausweitung der Branche robust.
Makrovariablen gestalten langfristige Vermögensallokation neu
Aus globaler Perspektive haben sich die strukturellen Faktoren, die den aktuellen langfristigen Bullenmarkt für Gold antreiben, nicht verschlechtert. Der anhaltende Anstieg der US-Staatsschulden und die verstreuten geopolitischen Risiken machen die institutionelle Nachfrage nach Gold als illiquide Basisreserve unumkehrbar. Kurzfristig konzentrieren sich die Makrohändler übermäßig auf den politischen Kurs der Fed und die Veröffentlichung der nächsten Wirtschaftsdaten, was zu einer marginalen Abkühlung der Marktstimmung führt. Sollte die Kerninflation in Zukunft erneut ansteigen oder die Arbeitsmarktdaten schwächer ausfallen, könnte die Logik der Marktpreisbildung für reale Zinssätze neu bewertet werden, was zu einer beschleunigten Rückkehr der langfristigen Absicherungsfonds führen würde.