- Eine Umfrage von Citibank unter 100 IT-Entscheidungsträgern im zweiten Quartal zeigt, dass sich die Technologie-Budgets der Unternehmen marginal verbessert haben. Die erwartete Wachstumsrate des Gesamtbudgets für die nächsten 12 Monate stieg von 2,6 % im Vorquartal auf 3,3 %, was 0,8 Prozentpunkte über dem siebenjährigen Durchschnitt liegt. Künstliche Intelligenz und Datenanalyse verdrängen weiterhin traditionelle Software- und Hardwareausgaben und bleiben die führenden Investitionsbereiche.
- Microsoft (MSFT:US) bleibt in dieser Umfrage der führende Anbieter von Künstlicher Intelligenz, gefolgt von Amazon (AMZN:US) und Google (GOOGL:US). Dies zeigt die starke Monopolstellung der Cloud-Giganten im Bereich der Unternehmensmodelle und deren Anwendung. Die Konzentration der Mittel auf die Marktführer zwingt Unternehmen dazu, ihre Budgets für traditionelle Hardware und bestimmte SaaS-Anbieter zu kürzen.
- Der Substitutionseffekt der Künstlichen Intelligenz auf den Arbeitsmarkt für Angestellte tritt zunehmend in eine konkrete Phase ein. Bis zu 50 % der Chief Information Officers (CIOs) erwarten, dass sie in den nächsten 6 bis 12 Monaten aufgrund der Implementierung von Künstlicher Intelligenz die Mitarbeiterzahl reduzieren werden. Dieser Anteil ist gegenüber der letzten Umfrage von 47 % weiter gestiegen und zeigt, dass Unternehmen von der anfänglichen Technologieerprobung zu einem strikten Kostenreduktions- und Effizienzsteigerungsansatz übergehen.
Kapital konzentriert sich auf Cloud-native Marktführer
Microsoft und Amazon sowie andere hyperskalierte Cloud-Anbieter erweitern kontinuierlich ihren Vorsprung bei den Unternehmensausgaben für Künstliche Intelligenz. Laut Citibank-Daten macht Künstliche Intelligenz derzeit etwa 6,5 % des gesamten IT-Budgets der Unternehmen aus. Obwohl 69 % der Mittel weiterhin auf neue oder zusätzliche Zuweisungen angewiesen sind, ist dieser Anteil gegenüber früheren 73 % gesunken. Da Unternehmen beginnen, ihre bestehenden Budgets zugunsten von Künstlicher Intelligenz umzuschichten, stehen traditionelle Software- und Hardwareanbieter ohne native Modellintegrationsfähigkeiten vor dem Risiko von Auftragsverlusten.
Randhardware und einige Systemintegrationsausgaben unter Druck
Vor dem Hintergrund der Neuzuweisung von Budgets werden Cisco Systems (CSCO:US), Dell (DELL:US), IBM (IBM:US) und ServiceNow (NOW:US) von den befragten Chief Information Officers am häufigsten als Opfer von Budgetkürzungen genannt. Diese Divergenz zeigt, dass, obwohl einige Hardwarehersteller kurzfristig von Rechenzentrumsbauten profitieren, IT-Manager auf der Ebene der Endanwenderanwendungen dazu neigen, die Zuweisungen für die Aufrüstung traditioneller Infrastrukturen zu pausieren oder zu kürzen, um Mittel für die hohen Kosten der Modellaufrufe und Rechenleistung freizumachen.
Websicherheitsbedrohungen schaffen neue Nachfrage
Mit dem durch intelligente Agenten (Agentic AI) und automatisierte Roboter verursachten Anstieg des Internetverkehrs und der kontinuierlichen Erweiterung der API-Exponierung ist die Websicherheit im Bereich der Cybersicherheit in dieser Umfrage stark in die höchste Prioritätskategorie aufgestiegen. Unternehmen sind gezwungen, zusätzliche Mittel für die Abwehr von bösartigem Internetverkehr und die Einhaltung von Vorschriften durch intelligente Agenten bereitzustellen. Sicherheitsausgaben sind nach Künstlicher Intelligenz zum zweitgrößten Bereich für technologische Investitionen geworden.
Kostenreduktion und Effizienzsteigerung überwiegen Technologieerprobung
Die signifikante Veränderung, dass die Hälfte der Unternehmen Entlassungen erwartet, zeigt, dass die Bewertung der Investitionsrendite (ROI) von Künstlicher Intelligenz vollständig auf die Reduzierung der Personalkosten ausgerichtet ist. Obwohl die anfängliche Technologieimplementierung zu einem Anstieg der Investitionsausgaben führte, versuchen die Chief Information Officers, durch Automatisierung redundante Positionen zu ersetzen, um das Versprechen einer verbesserten Gewinnmarge einzulösen. Dies bedeutet auch, dass die marginalen Veränderungen in den Technologieinvestitionen der Unternehmen eng mit der strukturellen Umgestaltung des Arbeitsmarktes für Angestellte verbunden sein werden.