
Die Photovoltaikbranche betritt mit dem Widerspruch "mehr Menge, schwächerer Preis" eine weitere Berichtssaison: Die Installations- und Bestandszahlen wachsen weiterhin, doch die Preisregulierung in der Lieferkette stockt und mehrere Bereiche sind weiterhin stark verlustbehaftet. Kürzlich haben mehrere börsennotierte Unternehmen Gewinnwarnungen veröffentlicht, darunter auch Branchenführer wie Tongwei Co. und TCL Zhonghuan, deren Verluste weiterhin hoch bleiben. Die zermürbenden Merkmale des Marktbodens treten erneut zutage.
Glänzende Installationsdaten: Wachstum der Größe entspricht nicht der Gewinnverbesserung
Betrachtet man die Nachfrage- und Installationsdaten, expandiert die Photovoltaik weiter. Den Angaben der Nationalen Energiebehörde zufolge erreichte die installierte Kapazität der Solarstromerzeugung Ende November 2025 landesweit 1,16 Milliarden Kilowatt, ein Anstieg von 41,9% im Jahresvergleich. Die Unternehmen hingegen empfinden, dass das Wachstum neuer und bestehender Kapazitäten sich nicht in einer Gewinnverbesserung niederschlägt, der Markt wird weiterhin durch Fehlanpassungen von Angebot und Nachfrage beeinträchtigt.
Verluste bleiben im "hohen Bereich": Siliziummaterialien, Wafer und Module unter Druck
Mehrere Branchenführer melden weiterhin Verluste, und das in erheblichem Ausmaß:
- Tongwei Co. rechnet für 2025 mit einem Nettoverlust von etwa 90 bis 100 Milliarden Yuan, wobei das Unternehmen angibt, dass operative Faktoren den Gewinn weiterhin erheblich belasten, während Wertminderungen den Druck zusätzlich erhöhen.
- TCL Zhonghuan erwartet einen Nettoverlust von 82 bis 96 Milliarden Yuan im Jahr 2025. Das Unternehmen hebt hervor, dass die Branche noch immer in einer Phase des Ungleichgewichts zwischen Angebot und Nachfrage steckt, wobei die Preise in der Hauptlieferkette auf niedrigem Niveau stagnieren und die Gewinnregulierung nur unzureichend weitergegeben wird.
- Auch die Modulseite hat sich nicht wirklich "entspannt". So hat LONGi Green Energy im Vergleich zum Vorjahr zwar die Verluste verringert, aber dennoch einen Verlust in der Spanne von 60 bis 65 Milliarden Yuan angekündigt, was auf den nach wie vor intensiven Wettbewerb in der Downstream-Kette hinweist.
Innerhalb der Branche zeigen sich strukturelle Unterschiede: Einige Unternehmen haben ihre Verluste deutlich reduziert, teilweise sogar durch einmalige Maßnahmen wie den Verkauf von Aktien eine bilanzielle Trendwende erreicht, doch abzüglich der nicht-operativen Erträge bleibt der Druck auf das Kerngeschäft bestehen.
Doppelseitiger Druck von Kosten und Preisen: Anstieg der Silberpaste, hohe Rohstoffpreise, Nachfrage bleibt hinter Erwartungen zurück
Der direkte Einfluss auf den Gewinn ergibt sich aus dem Zusammenspiel von steigenden Kosten und schwachen Preisen. Branchenmeinungen zufolge befindet sich die Lieferkette weiterhin in einem Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage, und es fehlt an nachhaltiger Preiserholung. Gleichzeitig führte der kurzfristige Anstieg der Silberpastepreise für die Produktion von Zellen und Modulen, zusammen mit den hohen Preisen einiger wichtiger Rohstoffe, zu einem schwer zu bewältigenden Kostenanstieg.
Regulierung zieht "rote Linie": Stopp der "kontrollierten Produktion und Preissteigerung" Kooperationen
Die Marktaufsichtsbehörde hat kürzlich Branchenverbände sowie führende Unternehmen im Bereich Polysilizium einbestellt und klar gestellt, dass keine Vereinbarungen zu Kapazitäten, Auslastung, Produktions- und Verkaufszahlen oder Preisen getroffen werden dürfen, wobei der rechtliche Rahmen und das Risiko von Kartellverstößen betont wurden. Dies senkt die Erwartungen, dass "kollektive Produktionsbeschränkungen" zu einer Preisanhebung führen könnten.
Dies bedeutet, dass auch wenn die Branche hofft, das Ungleichgewicht durch Selbstdisziplin zu verbessern, dieser Prozess künftig stärker auf Marktausdünnungen und eigenständige Effizienzsteigerungen der Unternehmen angewiesen ist und nicht auf kollektiv kontrollierte Mengen zur Preisstützung.
Rettungsstrategien der Branchengrößen: Setzen auf Energiespeicherung und M&A zur Wertschöpfungsergänzung
Vor dem Hintergrund einer langsamen "Regenerierung des Hauptgeschäfts" wird die Energiespeicherung zur zweiten Wachstumskurve vieler Photovoltaik-Unternehmen. Berichten zufolge beschleunigt Trina Solar seine Aktivitäten im Bereich der Energiespeicherung und Systemlösungen und verstärkt sein Engagement im Ausland; Jinko Solar ist ebenfalls optimistisch hinsichtlich der globalen Nachfrage nach Energiespeicherung in den kommenden Jahren und erhöht den Anteil der hochprofitablen Märkte im Ausland.
Auch Fusionen und Übernahmen gewinnen an Tempo: LONGi dringt durch Akquisitionen in das Feld der Energiespeicherung vor; TCL Zhonghuan hat die Übernahme eines Modulanbieters angekündigt, um die integrierte Lieferkette zu optimieren, bestehende Kapazitäten zu erweitern und die technische sowie szenarische Anwendung weiter auszubauen.
Künftige Marktfokuspunkte: Rückzugsgeschwindigkeit und Überprüfung des "Gewinnwendepunkts"
Kurzfristig stehen für Investoren drei Fragen im Vordergrund:
1) Wann wird das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage substanziell behoben (geschieht die Kapazitätsbereinigung gleichzeitig mit der Verbesserung der Aufträge)?
2) Werden die steigenden Kosten vorübergehend sinken (welchen Einfluss haben die Schwankungen der Silberpaste und der Rohstoffe auf die Bruttomarge)?
3) Wird das durch Energiespeicherung und Übernahmen erworbene neue Geschäft im Jahr 2026 einen nachweisbaren Gewinnbeitrag leisten können?
