Die globalen Aktienmärkte erholen sich dank Käufen im Bereich der künstlichen Intelligenz, der europäische STOXX 600 Index und die US-Aktien-Futures steigen synchron, während die geopolitische Lage im Nahen Osten sich entspannt, was zu einem Rückgang der Brent-Rohöl-Futures um 1,8 % auf etwa 92 Dollar pro Barrel führt.
Der Anleihemarkt bewertet die straffe Geldpolitik der Fed weiterhin neu, die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen bleibt über 4,5 %, und der Swap-Markt zeigt, dass die Erwartung einer Zinserhöhung der Fed um 25 Basispunkte im Dezember fast vollständig eingepreist ist.
Diese Woche stehen die globalen Märkte vor einer Reihe von hochriskanten Ereignissen, am Mittwoch werden die US-Verbraucherpreisindexdaten (CPI) und am Donnerstag die Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank veröffentlicht, und der erste Auftritt des neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh steht ebenfalls bevor.
KI-Handelsboom belebt Technologiewerte
Am Dienstag flossen die Kaufgelder weltweit wieder in den Technologiesektor. Der europäische STOXX 600 Index stieg um 0,5 %, wobei die Halbleiter-Schwergewichte ASML (ASML:US) und Infineon (IFX:DE) die Führung übernahmen. Die US-Aktien-Futures stiegen synchron, die S&P 500 Index-Futures stiegen um 0,4 %, die Nasdaq 100 Index-Futures um 0,7 %. Nvidia (NVDA:US) und Goldman Sachs (GS:US) stiegen vorbörslich. Die geheime Einreichung eines IPO durch OpenAI und die Überzeichnung der SpaceX-Aktien bieten langfristige Unterstützung für Technologiewerte. Analysten weisen jedoch darauf hin, dass SpaceX derzeit mit einem zukünftigen KGV von 56 bewertet wird und die zukünftigen Finanzergebnisse stark genug sein müssen, um diese Bewertung zu halten.
Anleihemärkte bewerten straffe Politik neu, Renditen bleiben hoch
Obwohl die US-Staatsanleihen am Tag leicht anstiegen, bleiben die Renditen insgesamt hoch. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen bleibt über 4,5 %. Laut LSEG-Daten hat die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihen in diesem Jahr an mehr Tagen über 5 % gelegen als seit 2007. Die Bank of America (BAC:US) weist darauf hin, dass die Inflation in 46 von 68 Zentralbanken weltweit über dem Ziel liegt, was die Neubewertung der straffen Politik auf den Anleihemärkten erklärt. Auf dem Devisenmarkt fiel der Dollar zwei Tage in Folge leicht zurück, ist aber in den letzten vier Wochen um etwa 2 % gestiegen. Die starken Arbeitsmarktdaten der letzten Woche verstärkten die Erwartungen einer Straffung, und der Swap-Markt zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Fed im Oktober bei etwa 60 % liegt.
Divergierende Zentralbankpolitik und erhöhte Interventionsrisiken auf den Devisenmärkten
Die Politik der wichtigsten Zentralbanken weltweit divergiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) wird am Donnerstag ihre Zinsentscheidung treffen, und der Markt hat die Erwartung einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte auf 2,25 % vollständig eingepreist. Gleichzeitig hat die indonesische Zentralbank (BI) zur Stabilisierung der Landeswährung eine Notzinserhöhung angekündigt. Auf dem asiatischen Devisenmarkt bleibt der Dollar-Yen-Kurs nahe 160,2 und damit über der Interventionswarnlinie. Der japanische Finanzminister Satsuki Katayama erklärte am Dienstag, dass die Regierung stets bereit sei, entschlossene Maßnahmen zu ergreifen. Sollte die Kerninflation in den USA stärker als erwartet ansteigen, könnte sich der Zinsunterschied zwischen den USA und Japan weiter vergrößern, was Japan möglicherweise dazu zwingen könnte, erneut Yen zu kaufen, um eine substanzielle Intervention durchzuführen.
Rohstoffe und Krypto-Assets unter Druck auf hohem Niveau
Der Rückgang der geopolitischen Prämie führt zu einer Korrektur der Rohstoffpreise. Israel und Iran haben eine vorübergehende Vereinbarung getroffen, die gegenseitigen Angriffe einzustellen, was zu einem Rückgang der Brent-Rohöl-Futures um 1,8 % auf etwa 92 Dollar pro Barrel führt. Bei den Edelmetallen fiel der New Yorker Gold-Future um 0,3 % auf 4351,80 Dollar pro Unze, was einem Rückgang von etwa 18 % gegenüber dem Höchststand vor dem Konflikt entspricht und weiterhin durch das Hochzinsumfeld unter Druck steht. Im Bereich der digitalen Vermögenswerte erholten sich die Kryptowährungen nach einem deutlichen Rückgang in der letzten Woche nur schwach, Bitcoin fiel leicht um 0,2 % auf etwa 63366 Dollar, nachdem es zuvor ein 20-Monats-Tief von 59125 Dollar erreicht hatte. Kurzfristig könnte der Kryptomarkt weiterhin volatil bleiben, wenn keine anhaltenden Kapitalzuflüsse erfolgen.
Wichtige Inflationsdaten und Fed-Debüt stehen bevor
In den kommenden Wochen stehen die globalen Finanzmärkte vor einer Reihe von hochriskanten Ereignissen. Der am Mittwoch bevorstehende US-Verbraucherpreisindex (CPI) für Mai wird als zentraler Katalysator angesehen, und der Markt erwartet, dass die gestiegenen Energiekosten die Gesamtinflation weiter anheizen werden. Noch mehr Aufmerksamkeit der globalen Investoren zieht die Fed-Zinsentscheidung am 17. Juni auf sich, die auch der erste Auftritt des neuen Fed-Vorsitzenden Kevin Warsh sein wird. Strategen warnen, dass die Fed möglicherweise eine aggressivere Haltung einnehmen könnte, wenn das Inflationsrisiko hoch bleibt, was die aktuellen Bewertungsniveaus von Risikoanlagen vor weitere Herausforderungen stellen könnte.