OKX verschärft Geldwäschekontrollen bei Einzahlungen mit Glücksspielbezug
Die Kryptobörse OKX hat ihre Anti-Geldwäsche-Maßnahmen (AML) deutlich ausgeweitet und richtet sich dabei speziell gegen Einzahlungen, die mit Glücksspielaktivitäten in Verbindung stehen. Gründer und CEO Xu Xing erläuterte, dass nun bei Transaktionen von Hochrisiko-Adressen Prüfungen von bis zu 15 Tagen eingeleitet werden. Betroffene Konten können während dieser Frist mit Einschränkungen bei Funktionen und Auszahlungen rechnen. Eine bestätigte Verstrickung in illegale Aktivitäten kann sogar zur dauerhaften Sperrung des Kontos führen.
Konzentration auf hochriskante Zahlungswege
Xu betonte, dass OKX den Schwerpunkt bei der Überwachung auf Zahlungen legt, die über Telegram-Gruppen mit Escrow-Charakter und das sogenannte "Huione Guarantee"-Netzwerk sowie dessen Ableger erfolgen. Diese Plattformen fungieren als Treuhänder für Zahlungen und sorgten vor regulatorischen Eingriffen für ein Transaktionsvolumen von bis zu 27 Milliarden US-Dollar. Anfang 2025 schnitten US-Behörden Huione vom amerikanischen Finanzsystem ab, woraufhin das Volumen auf Nachfolgerplattformen wie Tudou Guarantee wanderte.
Xu führt weiter aus: "Gelder, die aus diesen Telegram-Treuhandgeschäften, dem Huione-Netzwerk und ähnlichen Varianten stammen, weisen ein deutlich erhöhtes Risikoprofil auf."
OKX hat bereits zuvor Wallets, die mit Huione verbunden sind, auf Compliance-Verstöße geprüft und erklärt, dass Vermögen eingefroren und Konten bei bestätigter illegaler Nutzung gelöscht werden. Diese Vorgehensweise baut auf einer Maßnahme des US-Finanzministeriums (FinCEN) aus Oktober 2025 auf, die Huiones Finanzverbindungen unterband.
Verstärkte AML-Maßnahmen im Kontext zunehmender Regulierung
Die erweiterten AML-Kontrollen von OKX erfolgen vor dem Hintergrund einer weltweit steigenden Aufmerksamkeit der Regulierungsbehörden gegenüber Geldwäsche im Krypto-Sektor. Die Sicherheitsfirma CertiK weist darauf hin, dass AML-Compliance inzwischen wichtiger als die Wertpapierregulierung geworden ist. Im letzten Jahr musste OKX in den USA Strafen von über 500 Millionen US-Dollar aufgrund von AML-Verstößen bezahlen.
Xu räumte ein, dass die Betrugsbekämpfungsmaßnahmen gelegentlich auch legitime Nutzer betreffen. Im Juli 2025 hatte OKX öffentliche Kritik erhalten, weil Konten eingefroren wurden.
Die verlängerte Prüfungsdauer von bis zu 15 Tagen soll einen Ausgleich schaffen zwischen der Verhinderung illegaler Geldflüsse und der Aufrechterhaltung des zugänglichen Handels für regelkonforme Nutzer. Sowohl Marktteilnehmer als auch Kunden beobachten genau, wie sich diese Maßnahmen auf die Betriebssicherheit und das Ansehen von OKX auswirken.
Diese Verschärfungen bei den AML-Vorschriften erfolgen parallel zu einem erhöhten Regulierungsdruck, der darauf abzielt, grenzüberschreitende Netzwerke im Glücksspiel- und Geldwäschesegment zu zerschlagen und somit die Transaktionssicherheit sowie Transparenz auf der Plattform zu verbessern.