Uneinheitliche Entwicklung an den US-Börsen vor Nvidia-Bericht
Zum Wochenauftakt zeigte sich der US-Aktienmarkt uneinheitlich: Der Dow Jones Industrial legte um 0,3 % zu und schloss bei 53.417 Punkten, während der S&P 500 um 0,3 % fiel und bei 7.652 Punkten endete. Der Nasdaq Composite büßte sogar 0,8 % auf 25.980 Punkte ein. Im Zentrum des Interesses stehen die anstehenden Quartalszahlen diverser Unternehmen, allen voran der weltgrößte Halbleiterhersteller Nvidia.
Erwartung auf Nvidia- und Marvell-Zahlen steigt
Nvidia wird seine Zahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2027 am Mittwochabend vor Marktöffnung veröffentlichen. Anleger erhoffen sich umfassende Einblicke in die Zukunftsperspektiven im Bereich Künstliche Intelligenz (KI). Chris Larkin, Managing Director bei Morgan Stanley, verweist auf geopolitische Spannungen zwischen den USA und Iran, Schwankungen bei Ölpreisen, steigende Renditen für langfristige Anleihen sowie erhöhte Volatilität bei Technologiewerten, die die Marktstimmung beeinflussen. In diesem Kontext könnten Nvidias Ergebnisse richtungsweisend sein.
Kurz nach Nvidia folgt am Donnerstag der Halbleiterhersteller Marvell Technology mit seiner Bekanntgabe. Marvell zeigte sich in diesem Jahr mit einem Kursanstieg von 179,3 % als starker Performer und profitiert von der anhaltend hohen Nachfrage nach maßgeschneiderten Chips. Analyst Aaron Rakers hält an seiner Übergewichts-Einschätzung für Marvell fest und erhöht das 12-Monats-Kursziel von 240 auf 310 US-Dollar. Joseph Moore von Morgan Stanley bestätigt die Haltebewertung und hebt das Kursziel von 195 auf 224 US-Dollar an. Der iShares Semiconductor ETF, der die Halbleiterbranche abbildet, gab diese Woche allerdings um 2,7 % nach, was kurzfristige Umschichtungen bei Investoren widerspiegelt.
Fed-Präsident Kevin Warsh spricht bei Jackson Hole
Am Freitag richtet sich das Augenmerk auf die Rede von Fed-Präsident Kevin Warsh beim jährlichen Jackson Hole Symposium der Federal Reserve Bank of Kansas City. Diese Veranstaltung gilt traditionell als wichtiger Indikator für die künftige Geldpolitik der US-Notenbank und kann sowohl Anleihemärkte als auch Aktienmärkte nachhaltig beeinflussen.
Schwankende Renditen bei US-Staatsanleihen
Die Renditen amerikanischer Staatsanleihen verzeichneten zuletzt eine leichte Divergenz: Die zweijährige Laufzeit legte geringfügig von 4,234 % auf 4,240 % zu. Die zehnjährige Rendite fiel etwas auf 4,706 %, bleibt aber deutlich über dem Stand von 3,960 % Ende Februar, kurz vor Kriegsbeginn. Die 30-jährige Laufzeit sank auf 5,235 %. Anleger beobachten aufmerksam die Inflationserwartungen und mögliche geldpolitische Schritte der Fed.
Expedia überzeugt mit starkem Kursanstieg
Der Online-Reiseanbieter Expedia verzeichnete am Montag einen Kursanstieg von 5,4 % und war damit das Top-Papier im S&P 500. Mark Mahaney, Analyst bei Evercore ISI, erneuerte seine Übergewichtsposition und hob das 12-Monats-Kursziel von 375 auf 430 US-Dollar an – ein Zeichen für das wachsende Vertrauen in die Erholung des Tourismussektors. Seit dem Jahresanfang stieg der Aktienkurs von Expedia um über 70 % von einem Tief bei 185,34 US-Dollar.
Insgesamt suchen die Märkte in dieser Woche nach Orientierung in den Quartalsberichten von Technologiekonzernen wie Nvidia und Marvell sowie in den Signalen der US-Notenbank. Moderate Schwankungen bei Anleiherenditen und anhaltende Unsicherheiten durch geopolitische Risiken bleiben wichtige Faktoren für das Marktgeschehen und das Anlegerverhalten.