Beschäftigung im verarbeitenden Gewerbe weiter rückläufig
Im Juli 2026 lag die Zahl der Beschäftigten im US-amerikanischen verarbeitenden Gewerbe um etwa 75.000 niedriger als im Januar 2025, was einem Rückgang von rund 0,6 % entspricht. Die Daten des Bureau of Labor Statistics bestätigen damit den langfristigen Abwärtstrend in traditionellen Branchen der Industriearbeit. Trotz dieses Rückgangs bleibt die politische Rolle von Gewerkschaften bedeutsam, auch wenn die Bindung der Mitglieder an die Demokratische Partei im Vergleich zu den 1960er Jahren abgenommen hat. Viele gewerkschaftliche Arbeiter neigen jedoch weiterhin dazu, demokratische Kandidaten bei Wahlen zu unterstützen.
Gewerkschaftswähler in Swing States als Schlüssel für die Kongresswahl
In den für die Kongresswahlen 2026 wichtigen Bundesstaaten wie Michigan, Pennsylvania und Nevada liegen die Gewerkschaftsquoten deutlich über dem landesweiten Durchschnitt von 10 %. Die Wahlbeteiligung dieser Gruppen wird als ein zentraler Faktor in den Rennen für Abgeordnetenhaus und Senat gesehen. Ihre politischen Prioritäten und Parteibindungen könnten darüber entscheiden, welche Partei die Kontrolle über den Kongress übernimmt.
Auswirkungen der Politik der Trump-Administration auf die Gewerkschaftsunterstützung
Während seines Präsidentschaftswahlkampfs 2024 versprach Donald Trump, die Verbraucherpreise zu senken, weitere Industriearbeitsplätze zu schaffen und Arbeitnehmerrechte zu schützen. Aktuelle Umfragen zeigen allerdings einen Rückgang seiner Zustimmung bei gewerkschaftlich organisierten Haushalten. Obwohl die von Trumps Regierung eingeführten Zölle einige Gewinnmargen der heimischen Produzenten in bestimmten Branchen verbesserten, begrenzen technologische Automatisierung und Fortschritte bei der Produktion in Bereichen wie Technologie und Luftfahrt das Wachstum der Arbeitsplätze. Moody’s-Analyst Mark Zandi betont, dass trotz steigender Produktionszahlen in diesen Sektoren keine proportionalen Beschäftigungszuwächse zu verzeichnen sind.
Inflation und Einschränkungen im öffentlichen Dienst erhöhen Belastungen
Die Teuerung bei Grundnahrungsmitteln und Energie hat den finanziellen Druck auf Arbeitnehmer verstärkt. USDA-Daten zeigen, dass die Lebensmittelpreise im Juli 2026 im Jahresvergleich um 3,0 % stiegen – leicht über dem historischen Durchschnitt. Darüber hinaus haben Exekutivverordnungen und breit angelegte Kürzungen im Bundesdienst seit 2025, unter anderem von der Trump-Regierung vorangetrieben, die Tarifrechte einiger öffentlicher Gewerkschaften stark eingeschränkt. Die American Federation of Government Employees hält diese Maßnahmen für rechtswidrig; derzeit laufen entsprechende juristische und schiedsgerichtliche Verfahren.
Politische Unzufriedenheit älterer Industriearbeiter bleibt
Insbesondere ältere Beschäftigte in Industriegebieten wie Neuengland, an den Großen Seen, in Ohio und im Westen Pennsylvanias zeigen weiterhin eine tiefe Unzufriedenheit, die auf den industriellen Niedergang seit den 1970er und 1980er Jahren zurückgeht. Diese langanhaltenden Frustrationen können das Wahlverhalten auf eine Weise beeinflussen, die aktuelle Umfragen nur unzureichend erfassen.
In der Gesamtschau wirken die wirtschaftlichen Schwierigkeiten und die veränderten politischen Einstellungen der Gewerkschaftswähler als wichtige Einflussgrößen für die Midterm-Wahlen 2026 in den USA. In entscheidenden Bundesstaaten könnten sie die Balance im Kongress maßgeblich beeinflussen. Gleichzeitig führen anhaltende Arbeitsplatzverluste im produzierenden Gewerbe und politische Restriktionen gegenüber Tarifrechten zu wachsender Unsicherheit unter Arbeitnehmern und in der politischen Landschaft.