UBS Aktualisiert Erwartung zu Fed-Zinsschritten und Bleibt Optimistisch für Aktienmärkte
Die UBS hat ihre Prognose für die Zinserhöhungen der US-Notenbank im Jahr 2026 angepasst. Erwartet werden nun zwei Erhöhungen um jeweils 25 Basispunkte, eine im September und eine weitere im Dezember, womit der Zielkorridor für den Leitzins auf 4,00 % bis 4,25 % ansteigt. Diese Korrektur basiert auf den überraschend starken Zahlen zum US-Arbeitsmarkt im August, die eine anhaltende wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit signalisieren. Die UBS betont, dass Zinserhöhungen, die durch robustes Wirtschaftswachstum angetrieben werden, sich grundlegend von jenen unterscheiden, die durch unkontrollierbaren Inflationsdruck verursacht sind. Ein von Wachstum getriebener Straffungszyklus werde als unterstützend für die Fundamentaldaten der Aktienmärkte angesehen. Trotz möglicher kurzfristiger Schwankungen bleibt die UBS globalen Aktien gegenüber zuversichtlich und empfiehlt eine Gewichtung in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Energie, Rohstoffe sowie Gesundheit und Langlebigkeit.
Beschäftigungszahlen im August Unterstreichen Fortsetzung der Zinserhöhungen
Die US-Nonfarm-Payrolls stiegen im August um 162.000, womit sie die Erwartungen deutlich übertrafen. Davon entfielen 127.000 neu geschaffene Stellen auf den privaten Sektor – ein Vielfaches der von der Wall Street prognostizierten 55.000 Stellen. Zudem wurden die Zahlen der Vormonate um insgesamt rund 55.000 Stellen nach oben revidiert. Die Arbeitslosenquote blieb mit 4,1 % unverändert, was vor allem auf eine steigende Erwerbsbeteiligung zurückzuführen ist, die einen weiteren Rückgang verhinderte. Die UBS interpretiert diese Daten dahingehend, dass die aktuelle Geldpolitik der Fed die Beschäftigung bisher nicht nennenswert eingeschränkt hat und daher weitere Zinsschritte zur Inflationsbekämpfung möglich sind.
Inflationsdruck und Fed-Haltung Bleiben Streng
Der Kernpreisindex für die persönlichen Konsumausgaben (PCE) in den USA stieg im Juli im Jahresvergleich um 3,7 %, was über den Prognosen lag. Fed-Chef Kevin Walsh signalisierte beim jährlichen Jackson Hole Symposium eine straffe Haltung und unterstrich die Dringlichkeit, die Kerninflation schnell wieder auf das 2 %-Ziel zu senken. Engpässe in Lieferketten sowie die durch den verstärkten Einsatz Künstlicher Intelligenz gesteigerte Nachfrage haben den Inflationsdruck zuletzt erhöht. Die UBS sieht darin ein erhöhtes Risiko für kurzfristige Zinserhöhungen, wodurch sich das Bild von einer baldigen Zinspause verschiebt.
Konjunkturentwicklung Wesentlich für Marktreaktionen auf Zinsschritte
Die UBS hebt hervor, dass der Effekt von Zinserhöhungen auf risikoanfällige Anlageklassen stark davon abhängt, welcher wirtschaftliche Kontext ihnen zugrunde liegt. Anhebungen, die mit nachhaltigem BIP-Wachstum, steigenden Investitionen und stabiler Beschäftigung einhergehen, haben in der Vergangenheit in der Regel zu stabilen Aktienmärkten geführt. Im Gegensatz dazu wirken sich Zinsschritte in stagnierenden oder schrumpfenden Volkswirtschaften mit hoher Inflation meist negativ auf die Börsenstimmung aus. Vor diesem Hintergrund rät UBS Anlegern, gegenwärtige Chancen zu nutzen und die Allokation in Sektoren wie KI, Energieversorger und Rohstoffförderung zu erhöhen.
Neue Renditeprognosen für US-Staatsanleihen und Auswirkungen auf den US-Dollar
Die UBS hat ihre Renditeerwartungen für US-Staatsanleihen nach oben korrigiert: Für zweijährige Treasuries wird jetzt ein Kursziel von 4,25 % und für zehnjährige Anleihen 4,5 % bis Juni 2027 prognostiziert. Dies verändert die Attraktivität kurzfristiger Anleihen gegenüber liquiden Mitteln zuungunsten der kurzen Laufzeiten, zugunsten von längerfristiger, qualitativ hochwertiger Anleihen mit Einkommenscharakter und Absicherungsfunktion gegen konjunkturelle Abschwünge. Der US-Dollar dürfte von der erwarteten geldpolitischen Straffung vorläufig profitieren, insbesondere im globalen Umfeld divergierender Zentralbankstrategien. Sollte sich der Zinsschritt allerdings vor allem aus stark steigender Inflation erklären, bleibt die Dollarnachfrage variabler.
Inflationsdaten und Fed-Sitzung im September als taktische Ansatzpunkte
Die UBS empfiehlt Anlegern, den Termin der Veröffentlichung des Verbraucherpreisindex (CPI) für August am 11. September sowie die Fed-Sitzung am 15. und 16. September als günstige Gelegenheiten zu nutzen, um Aktienportfolios zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Kurzfristige Volatilität infolge der Inflationszahlen und geldpolitischer Entscheidungen sollte als Chance zum Einstieg in bevorzugte Sektoren betrachtet werden. Die Prognosen für Unternehmensgewinne bleiben solide, was diesen Zeitraum für eine Portfoliooptimierung unterstützt.