Kontroverse um Aktienanreizprogramm bei Metaplanet
Das auf Bitcoin-Finanzmanagement spezialisierte Unternehmen Metaplanet steht verstärkt im Fokus der Anleger, insbesondere wegen Unklarheiten beim Aktienanreizprogramm für Führungskräfte. Im Mittelpunkt der Debatte stehen die Series-10-Optionen sowie die Besitzverhältnisse des Beteiligungsunternehmens MMXX Ventures. CEO Simon Gerovich räumte am 6. September in einem Statement auf der Plattform X ein, dass das Unternehmen bislang nicht ausführlich über Details der Anreizregelungen informiert habe. Er betonte zugleich, trotz seiner bedeutenden Beteiligung an der Muttergesellschaft von MMXX habe er keine Kontrollrechte und sei nicht in deren Handelsentscheidungen eingebunden.
Hintergrund und Kritik am Series-10-Plan
Das Series-10-Programm wurde im Dezember 2022 initiiert, noch bevor Metaplanet seine Bitcoin-Investmentstrategie abgeschlossen hatte. Anders als bei direkten Aktienzuteilungen wurde ein Aktienpool in Höhe von 20 % des vollständig verwässerten Kapitalstocks geschaffen. Mit dem Start der Bitcoin-Strategie im April 2024 führte die Ausgabe neuer Aktien zur Erweiterung der Bitcoin-Bestände, was bestehende Aktionäre verwässerte. Gleichzeitig wuchsen die Optionen der Führungskräfte proportional an. Dies löste Befürchtungen über Interessenkonflikte zwischen den Management-Benefits und den Anteilen der gewöhnlichen Aktionäre aus.
Im August 2026 kündigte Metaplanet an, den Aktienpool mit circa 320 Millionen Aktien einzufrieren, den vorherigen Anpassungsmechanismus an Kapitalveränderungen zu entfernen und eine fünfjährige Sperrfrist einzuführen. Dennoch wurde die Größe des Pools nicht auf das Niveau vor Einführung der Bitcoin-Strategie zurückgeführt, was bei manchen Investoren auf Ablehnung stößt. Unter dem Pseudonym „Bitcoin Pharaoh“ forderte ein Anleger auf X Transparenz über die Eigentümerstruktur von MMXX, eine Neuberechnung des Anreizpools und den Verzicht auf exzessive Nachgaben.
CEO-Beteiligungen und Aktienkursentwicklung
Ende August hatte Gerovich 92.000 Optionsrechte der Series 10 ausgeübt und dadurch 64 Millionen neue Aktien erworben. Sein direkter Aktienanteil liegt bei etwa 79,6 Millionen Aktien, was rund 6,2 % des vollständig verwässerten Kapitals entspricht. Gemeinsam mit den Beteiligungen von MMXX überschreitet die Gesamtbeteiligung mehr als 27 %. Trotz signifikanter Anteile bleiben detaillierte Angaben zu Transaktionen und Erträgen dürftig, was die Zweifel der Investoren nährt.
Seit Einführung der Bitcoin-Strategie 2024 stiegen die Metaplanet-Aktien von rund ¥20 auf fast ¥2.000 – eine Steigerung von mehr als 10.000 %. Nach dem Höchststand im Juni 2025 fiel der Kurs jedoch stark zurück und notiert aktuell etwa 85 % unter dem Peak. Im laufenden Jahr 2026 verlor die Aktie allein 43 %, während der Nikkei 225 gleichzeitig um 31 % zulegte. Im Vergleich zu konkurrierenden Bitcoin-Finanzunternehmen wie Strategy (+40 %) und Strive (+114 %) liegt Metaplanet hinterher.
Dringlicher Wunsch nach Transparenz und Strukturüberprüfung
Der Vorstand von Metaplanet hat durch die Einfrierung des Anreizpools und Einführung von Sperrfristen bereits Maßnahmen gegen weiter steigende Verwässerungen ergriffen, lehnt jedoch eine Rückführung der Expansion ab. Die Investoren konzentrieren sich weiterhin auf die Offenlegungspolitik und regulatorische Compliance im Rahmen der Führungskräfteanreize. Offen bleibt, ob Metaplanet weitere Einblicke gewähren oder Anpassungen am Anreizmodell vornehmen wird. Die Entwicklung in diesen Bereichen wird maßgeblich die Anlegerstimmung und den weiteren Kursverlauf beeinflussen sowie die Umsetzung der Bitcoin-Strategie prägen.