FATF veröffentlicht detaillierte Warnung zu Geldwäsche im Glücksspiel
Die Financial Action Task Force (FATF) hat einen umfassenden Bericht zu Geldwäsche-Risiken in der Glücksspielbranche veröffentlicht, der sowohl traditionelle Casinos als auch den stark wachsenden Online-Glücksspielmarkt abdeckt. Basierend auf Umfragen in über 80 Ländern zeigt die Analyse, wie das rasante Wachstum des Online-Glücksspiels die Komplexität möglicher Geldwäscheaktivitäten für Finanzinstitute deutlich erhöht.
Der Bericht macht deutlich, dass Online-Plattformen eine Vielzahl von Zahlungsmethoden akzeptieren – darunter Bargeld, E-Wallets, mobile Zahlungen und Kryptowährungen. Diese vielfältigen Kanäle ermöglichen schnelle und oft anonyme grenzüberschreitende Geldbewegungen und Umwandlungen von Werten, was die Nachverfolgbarkeit illegaler Gelder für Banken deutlich erschwert.
Illegale Online-Anbieter und Kryptowährungen als neue Geldwäsche-Risiken
Die FATF weist darauf hin, dass trotz Regulierung in Märkten wie den USA illegale Online-Glücksspielseiten mit Offshore-Sitz weiterhin aktiv sind. Diese nicht autorisierten Anbieter locken Nutzer mit zusätzlichen Datenschutzfunktionen und attraktiven Boni, was Risiken für das reguläre Bankensystem mit sich bringt. Die FATF empfiehlt den Mitgliedsstaaten, die Lizenzierungsanforderungen für Glücksspielbetreiber zu verschärfen, die internationale Zusammenarbeit zu intensivieren und öffentlich-private Partnerschaften zur besseren Informationsweitergabe zu fördern.
Emily Griffin, Direktorin für Financial Crime Compliance bei Moody’s, beschreibt eine Kombination aus klassischen komplexen Transaktionsketten und neuen Zahlungsmethoden wie Kryptowährungen in modernen Geldwäschestrategien. Kriminelle nutzen mehrfach parallel eingesetzte Zahlungsdienste wie Zelle, Venmo und Apple Cash, um illegalen Geldfluss in Glücksspielkonten einzuschleusen und anschließend als Glücksspielgewinne wieder auszahlen zu lassen. Griffin betont, dass Banken Transaktionsmuster, insbesondere häufige große Abhebungen nach zahlreichen kleinen Einzahlungen, genau analysieren sollten.
Wachsende Regulierungsschwierigkeiten durch Prognosemärkte
Neben traditionellen Sportwetten rücken zunehmend Prognosemärkte in den Fokus der Aufsichtsbehörden. Sie ähneln dem Glücksspiel, zeichnen sich aber durch größere Teilnehmerzahlen und komplexere Regelwerke aus, was Manipulationsrisiken erhöht. Griffin weist auf bestehende Defizite bei regulatorischen Ressourcen und Durchsetzungsfähigkeiten hin, die mit dem schnellen Marktanstieg nicht Schritt gehalten haben.
Compliance-Blick richtet sich verstärkt auf grenzüberschreitende Transaktionen und Strukturen
Traditionell lag der Schwerpunkt der Banken-Compliance auf der Legalität von Einsätzen je nach Standort des Spielers. FATF und Branchenexperten empfehlen künftig ein stärkeres Augenmerk auf grenzüberschreitende Geldbewegungen im Glücksspielbereich sowie auf dahinterstehende Organisationsstrukturen. Ziel ist es, Geldwäsche besser zu erkennen und zu unterbinden. Angesichts des weiteren Wachstums des Online-Glücksspiels sehen sich sowohl Regulierungsbehörden als auch Finanzinstitute mit zunehmend vielschichtigen Risiken konfrontiert, die verstärkt klare Strategien und Ressourcen erfordern.