- Bis zum Handelstag am Montag hat der Wechselkurs des Renminbi gegenüber dem US-Dollar in diesem Jahr um fast drei Prozent zugelegt und notiert bei etwa 6,8040. Im Vergleich zu einem Währungskorb der wichtigsten Handelspartner verzeichnete er ebenfalls einen Anstieg von 2,6 Prozent, was auf eine starke Vermögensresilienz hinweist.
- Die HSBC (HSBC:US) hat in ihrem neuesten Forschungsbericht die Erwartungen für den Devisenpfad angepasst und die Prognose für den Renminbi-Wechselkurs zum Jahresende von zuvor 6,75 auf 6,65 angehoben, wobei sie die gemeinsame Unterstützung durch inländische strukturelle Dividenden und externe geopolitische Prämien betont.
- Trotz der Verschlechterung der geopolitischen Lage im Nahen Osten und steigender internationaler Energiekosten, die Gegenwind auf der Importseite verursachen, weisen die Mainstream-Konsense von Wall Street und Europa, darunter Goldman Sachs (GS:US) und die Deutsche Bank (DB:US), auf Chinas beispiellosen externen Leistungsbilanzüberschuss hin.
HSBC hebt Jahresendziel auf 6,65 an
Das neueste Bewertungsmodell des Devisenstrategie-Teams zeigt, dass der Renminbi in den kommenden Quartalen über eine moderate und weitere Aufwertungspotenzial verfügt. Die Analysten der HSBC erläutern in ihrem veröffentlichten Bericht klar, dass neben der absoluten Steifigkeit der Exportwettbewerbsfähigkeit die Beschleunigung der Internationalisierung des Renminbi, die diversifizierte Vermögensallokation globaler Staatsfonds im Kontext einer langfristigen Entdollarisierung und die interne wirtschaftliche Neuausrichtung Chinas die zentralen inländischen strukturellen Themen sind, die den Renminbi-Wechselkurs stützen. In Bezug auf externe Variablen hat sich seit Mai 2025 die Handelsbeziehung zwischen China und den USA schrittweise in eine stabilere und konstruktivere Entwicklungsphase bewegt, was das geopolitische Risikoprämium, das in Offshore-Kapitalmärkten auf Renminbi-Vermögenswerte angerechnet wird, erheblich reduziert hat.
Deutsche Bank fokussiert sich auf vorausschauende Signale im upstream Import
Europäische Großbanken haben einen klareren Zeitplan für die Erholung der Nachfrage nach Renminbi-Vermögenswerten gegeben. Der Chefökonom der Deutschen Bank für China, Xiong Yi, und der Ökonom Ouyang Deyun weisen in einem gemeinsam verfassten Makro-Briefing darauf hin, dass der jüngste Anstieg der Importe von Grundprodukten im upstream Bereich in China nicht einfach als Kostenbelastung angesehen werden sollte. Aus der Perspektive der Übertragungslogik des makroökonomischen Kreislaufs deutet ein starker Anstieg der Importe von Rohstoffen und Zwischenprodukten in der Regel auf eine weitere Erholung der globalen Exportaufträge in den folgenden Quartalen hin, oder auf eine beschleunigte Erholung der inländischen Herstellungsnachfrage in China, oder auf ein Resonanzphänomen beider. Basierend auf diesem positiven Feedback des physischen Handelsflusses hat die Deutsche Bank ihre Basisprognose für den Renminbi-Wechselkurs zum Jahresende 2026 von 6,70 auf 6,55 korrigiert.
Goldman Sachs analysiert externen Überschuss und Energierenditen
Vor dem Hintergrund der globalen Lieferketten, die durch die Straße von Hormus und Konflikte im Nahen Osten beeinträchtigt werden, hat Goldman Sachs dennoch die Erwartungen für die Aufwärtsbewegung des Renminbi angehoben. Das Strategie-Team von Goldman Sachs ist der Ansicht, dass der Renminbi über weiteres und nachhaltigeres Aufwärtspotenzial verfügt, das aus Chinas beispiellosem externen Überschuss resultiert. Obwohl die kurzfristig steigenden Preise für globale Rohstoffe einen gewissen makroökonomischen Gegenwind darstellen, bleibt der mittelfristige Ausblick positiv. Goldman Sachs betont insbesondere, dass die derzeitigen strukturellen Investitionen in Energiesicherheit und den Übergang zu erneuerbaren Energien aufgrund geopolitischer Konflikte zu einer starken Nachfrage nach Chinas grüner Fertigung und sauberen Energieexporten führen. Daher hat Goldman Sachs die Prognosen für den Renminbi-Wechselkurs gegenüber dem US-Dollar für die nächsten drei, sechs und zwölf Monate von 6,85, 6,80 und 6,70 auf 6,80, 6,70 und 6,50 angehoben.