Unternehmensrichtlinien steuern ineffiziente KI-Texte
Der rasante Einsatz generativer Künstlicher Intelligenz am Arbeitsplatz führt dazu, dass viele Beschäftigte KI-Werkzeuge für Schreibaufgaben nutzen. Einige Führungskräfte beobachten jedoch mit Sorge, dass dies zu umfangreichen, unpräzisen oder sich wiederholenden Dokumenten führt. Um dem entgegenzuwirken, führen zahlreiche Unternehmen nun klare Vorgaben ein, die Mitarbeitern den verantwortungsvollen Umgang mit KI erleichtern und eine Übersättigung mit automatisierten Texten vermeiden sollen.
Polarsteps setzt auf transparente KI-Schreibstandards
Der in Amsterdam ansässige Entwickler der Reise-App Polarsteps stellte Anfang dieses Jahres interne Regeln für das Schreiben mit KI vor. CEO Clare Jones betont, dass Mitarbeitende den Einsatz von KI offenlegen müssen. Zugleich soll die finale Textfassung unbedingt ihre eigene kritische Prüfung und individuelle Handschrift widerspiegeln. KI unterstütze vor allem bei Ideenfindung und ersten Entwürfen, doch alle Inhalte müssten vom Autor sorgfältig überarbeitet werden, um Genauigkeit und Verständlichkeit sicherzustellen.
Steigende Belastung durch KI-basierte Dokumente
Eine Umfrage aus dem Spätsommer 2025 zeigt, dass 40 % der Vollzeit-Büroangestellten in den USA im letzten Monat von Kollegen KI-generierte Texte erhalten haben. Betroffene gaben an, beim Lesen und Überarbeiten oft fast zwei Stunden pro Dokument zu benötigen. Jessica Zwaan, Vice President People Operations bei Leapsome, weist darauf hin, dass das hohe Volumen an Textmaterial das Team belastet und die Produktivität beeinträchtigt. Sie erklärt, dass viele Arbeitnehmer fälschlicherweise Menge mit Effektivität gleichsetzen, während echter Arbeitswert durch prägnante und klare Kommunikation entsteht.
Clay führt Schreibregeln zur Reduzierung von Informationsflut ein
Nach zahlreichen Fällen ungefilterter KI-Texte erarbeitete Clay unter Leitung von Chief Engineer Sophie Alpert ein verbindliches Schreibprotokoll. Dieses verpflichtet Mitarbeiter, die Verantwortung für jede Formulierung zu übernehmen und präzise, verständliche Texte zu verfassen. CEO Varun Anand teilte die Idee auf LinkedIn, was eine rege Diskussion in der Tech-Branche auslöste. Alpert ergänzt, dass diese Richtlinien auch dazu beitragen, Zwist und Missverständnisse zwischen Kollegen bezüglich der Textqualität zu minimieren.
Unterstützung im Management und erhöhte Nachfrage nach KI-Regulierung
Anstatt den Einsatz von KI-Textgeneratoren zu verbieten, zielen diese Unternehmen darauf ab, durch gezielte Regeln blindes Kopieren zu vermeiden und die inhaltliche Qualität zu verbessern. Mitarbeiter reagieren meist positiv auf die stärkere Orientierung an Schreibstandards, viele wünschen sich sogar weitere Einschränkungen insbesondere bei interner Kommunikation und Marketingtexten. Laut Polarsteps-CEO Clare Jones hat die Einführung der Leitlinien zu engagierteren und durchdachteren Ergebnissen geführt – ein Beleg dafür, wie Innovation und Effizienz im Arbeitsalltag zusammengebracht werden können.