Die globalen Aktienmärkte erholen sich kollektiv, angetrieben durch Schnäppchenkäufe bei Technologiewerten. Halbleitergiganten wie ASML und Infineon führen die europäischen Märkte an. Gleichzeitig hat der ChatGPT-Entwickler OpenAI heimlich einen Antrag auf einen Börsengang in den USA eingereicht, und das Raumfahrtunternehmen SpaceX wird diese Woche sein Marktdebüt geben, was den KI-Boom erneut in den Mittelpunkt der globalen Kapitalmärkte rückt.
Es gibt Anzeichen für eine Entspannung der geopolitischen Lage, da Israel und Iran ein vorübergehendes Abkommen zur Einstellung gegenseitiger Angriffe erreicht haben, was zu einem Rückgang der Brent-Rohöl-Futures-Preise führt. Obwohl das Verkehrsaufkommen in der Straße von Hormus derzeit noch unter dem Normalniveau liegt, bleiben die internationalen Ölpreise kurzfristig über 90 Dollar pro Barrel auf einem relativ hohen Niveau.
Die Kreditkosten der wichtigsten Volkswirtschaften der Welt steigen weiter an. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen hat die Marke von 4,5 % überschritten, und die starken Beschäftigungsdaten außerhalb der Landwirtschaft haben die Erwartungen an eine Zinserhöhung der Fed in diesem Jahr angeheizt. Der Wechselkurs des Dollars zum Yen stieg auf etwa 160,2, was das japanische Finanzministerium zu einer verbalen Warnung vor entschlossenen Interventionen veranlasste.
Beschleunigtes IPO-Tempo der Technologiegiganten und Bewertungsherausforderungen
Der europäische STOXX 600 Index stieg um 0,7 %, wobei der Technologiesektor besonders hervorstach. Im vorbörslichen Handel in den USA stiegen die Aktien großer Unternehmen wie Meta, Eli Lilly und Goldman Sachs um etwa 1 %. Der Markt konzentriert sich derzeit stark auf bedeutende Entwicklungen im Technologiesektor, nicht nur wegen der geheimen Börsennotierung von OpenAI, sondern auch wegen des Marktauftritts von SpaceX. Analysten äußern jedoch auch Vorsicht und betonen, dass diese großen Unternehmen ein extrem hohes Wachstum ihrer zukünftigen Finanzergebnisse aufrechterhalten müssen, um die derzeitige hohe Bewertung von 56-fachem Kurs-Gewinn-Verhältnis zu stützen. Der am Mittwoch bevorstehende Finanzbericht von Oracle wird der nächste entscheidende Indikator für die Nachhaltigkeit der hohen Bewertungen von Technologiewerten sein.
Steigende Anleiherenditen und globale Inflationsrisiken im Einklang
Investoren bleiben äußerst wachsam gegenüber den systemischen Risiken, die durch steigende globale Kreditkosten entstehen. Laut Daten der London Stock Exchange Group hat die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihen in diesem Jahr an mehr Tagen über 5 % gelegen als seit 2007. Analysten der Bank of America weisen darauf hin, dass die Inflationsrate in 46 der 68 weltweit überwachten Zentralbanken immer noch über ihrem festgelegten Ziel liegt, was auf eine anhaltend hohe Inflationsresistenz weltweit hinweist. Diese fundamentalen Gegebenheiten führen zu einer Neubewertung der globalen Anleihemärkte, um potenzielle Risiken einer Straffung der Politik widerzuspiegeln, was langfristige Vermögenswerte, Private Credit und einige Schwellenländerwährungen weiterhin unter Druck setzt. Darüber hinaus zeigt die globale Breitenregel der Bank of America, dass fast die Hälfte der weltweiten Aktienmärkte in den überkauften Bereich eingetreten ist, wobei die Märkte in Korea, Taiwan und Finnland am auffälligsten sind.
Erwartungen an Zinserhöhungen der Fed und der EZB verstärken sich
Aufgrund des insgesamt starken US-Arbeitsmarktberichts für Mai hat der Markt die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Fed im Oktober auf etwa 60 % eingepreist, während die Erwartung einer Zinserhöhung um 25 Basispunkte im Dezember nahezu vollständig eingepreist ist. Der Dollar-Index ist in den letzten vier Wochen um etwa 2 % gestiegen. Die am Mittwoch bevorstehenden US-Verbraucherpreisindexdaten werden voraussichtlich weiter den Einfluss steigender Energiekosten auf die Gesamtinflation widerspiegeln. Sollte die Kerninflation stärker als erwartet ansteigen, könnte die Marktbewertung der Leitzinsen weiter überdacht werden. Gleichzeitig steht die Europäische Zentralbank ebenfalls unter Druck, ihre Politik zu straffen. Der Markt hat bereits vollständig eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte auf 2,25 % bei der Sitzung am Donnerstag eingepreist und erwartet, dass der Leitzins bis Ende 2026 möglicherweise weiter auf 2,5 % oder 2,75 % steigen könnte.
Devisenmärkte stehen vor politischer Intervention und Rückgang der Rohstoffpreise
Unterstützt durch den starken US-Arbeitsmarkt und die Zinserhöhungserwartungen der Fed bleibt der Wechselkurs des Dollars zum Yen derzeit bei etwa 160,2 Yen, ein Niveau, das die zuvor allgemein erwartete Schwelle für eine offizielle Marktintervention überschritten hat. Der japanische Finanzminister Shunichi Suzuki erklärte öffentlich, dass die Regierung bereit sei, entschlossene Maßnahmen zu ergreifen, um übermäßige Wechselkursschwankungen zu bekämpfen. Unter den Nicht-US-Währungen stieg der Euro leicht auf 1,157 Dollar, und das Pfund legte ebenfalls zu. Im Rohstoffbereich fiel der Preis für Brent-Rohöl-Futures um 2,1 % auf 92,3 Dollar pro Barrel, da sich die Spannungen im Nahen Osten etwas entspannten. Obwohl die Ölpreise von ihrem Höchststand von 126 Dollar pro Barrel Ende April zurückgegangen sind, liegen sie immer noch fast 30 % über dem Niveau von Ende Februar dieses Jahres, was zeigt, dass der Inflationsdruck auf der Rohstoffebene kurzfristig schwer vollständig abzubauen ist.