- Aufgrund der Eskalation der geopolitischen Lage griffen die US-Streitkräfte über achtzig Ziele im Iran an und hoben die Ausnahmeregelung für iranische Ölexporte auf, was dazu führte, dass der Brent-Ölpreis wieder über 76 Dollar pro Barrel stieg. Die geopolitische Risikoprämie erhöhte sich und drückte die allgemeine Risikobereitschaft des Marktes.
- Der europäische STOXX 600 Index fiel zu Beginn des Handels um 0,62 %, wobei die meisten wichtigen nationalen Indizes zwischen 0,49 % und 0,95 % nachgaben. Die Sektoren zeigten eine deutliche Divergenz: Energiewerte, die vom Anstieg des Ölpreises profitierten, führten die Gewinne an, während energieintensive Branchen wie Automobil und Luftfahrt stark unter Druck standen.
- Der Markt beobachtet gespannt das bevorstehende Protokoll der Juni-Sitzung des FOMC. Die zuvor geäußerten hawkischen Aussagen des neuen Vorsitzenden Walsh verstärkten die Erwartungen einer Straffung vor dem Hintergrund hoher Inflation und führten zu einer Neubewertung der Optionen für die zukünftige Geldpolitik durch die Händler.
Verschlechterung der geopolitischen Lage zieht Kapital in den Energiesektor
Die neuen Angriffe der US-Streitkräfte auf den Iran und die Aufhebung der Ausnahmeregelung für iranische Ölexporte führten dazu, dass der Brent-Ölpreis die Marke von 76 Dollar pro Barrel überschritt. Infolgedessen stieg der europäische Energieaktienindex zu Beginn des Handels um 1,76 %, wobei deutlich Kapital in defensive, sichere Häfen floss. Der Aktienkurs von Equinor stieg um 3,10 %, während Var Energi um 2,94 % zulegte. Die geopolitische Risikoprämie auf der Angebotsseite von Rohöl stieg erneut an, was zu einer Neubewertung der Long-Positionen auf dem Rohstoffmarkt führte und die Hauptantriebskraft für den Energiesektor auf kurze Sicht darstellte.
Verschlechterte Risikobereitschaft belastet energieintensive und zyklische Sektoren
Aufgrund der durch den Anstieg der Ölpreise ausgelösten Inflationswiederbelebungserwartungen fielen die wichtigsten europäischen Indizes allgemein, wobei der STOXX 600 Index zu Beginn des Handels um 0,62 % nachgab. Energieintensive und lieferkettensensible Branchen führten die Verluste an, wobei der Automobil- und Einzelhandelskomponentenindex um 1,40 % fiel, die Aktien der Deutschen Lufthansa um 4,59 % einbrachen und Pirelli um 2,60 % nachgab. Die allgemeine Risikobereitschaft des Marktes wurde deutlich gedämpft, Kapital floss aus zyklischen Industrien und Konsumgütersektoren ab, was die weit verbreitete Besorgnis der Investoren über steigende Produktionskosten und schrumpfende Gewinnspannen der Unternehmen widerspiegelt.
Aufheizen der Verteidigungsthemen und Neugewichtung der europäischen Kapitalallokation
Während des NATO-Gipfels zogen europäische Verteidigungsthemen weiterhin Kapital an, da Großbritannien, Frankreich und Deutschland ein 50-Milliarden-Dollar-Programm zur Entwicklung von Langstreckenwaffen gestartet haben. Ein Analyst von Barclays wies darauf hin, dass trotz des kurzfristigen Drucks auf den Gesamtmarkt der Gewinnzyklus weiterhin die Lücke zwischen Europa und den USA in Bezug auf Leistung und Kapitalallokation verringern wird. Die erwartete Ausweitung der Verteidigungsbudgets bietet nicht nur langfristige Unterstützung für die Neubewertung der entsprechenden Industrie- und Verteidigungssektoren, sondern leitet auch auf makroökonomischer Ebene eine strukturelle Neugewichtung der Kapitalallokation innerhalb Europas ein.
Vor der Veröffentlichung des FOMC-Protokolls verstärken sich die Straffungserwartungen des Marktes
Markthändler warten vorsichtig auf die bevorstehende Veröffentlichung des Protokolls der Juni-Sitzung des FOMC. Da der neue Vorsitzende Walsh in der jüngsten Sitzung die politische Erklärung verkürzt und eine harte Haltung gezeigt hat, wird allgemein erwartet, dass das Protokoll den Straffungspfad bei hoher Inflation weiter verstärken wird. Diese Veränderung der politischen Erwartungen führte zu einer erhöhten Volatilität auf den Anleihe- und Devisenmärkten, wobei Investoren dazu neigen, mehr Bargeldpositionen zu halten, um sich gegen die anhaltenden Auswirkungen einer unerwartet straffen Geldpolitik auf die Bewertung von Aktienvermögen zu schützen.