- Nach einem starken Anstieg im ersten Halbjahr steht der asiatische Halbleitersektor unter Druck, seine Bewertungen zu korrigieren. Die starken Ergebnisse von Samsung Electronics im zweiten Quartal konnten keine anhaltende Erholung auslösen, was darauf hindeutet, dass der Markt die positiven Erwartungen bereits vollständig eingepreist hat.
- Die Investoren verlagern ihren Fokus von der kurzfristigen Nachfrage nach künstlicher Intelligenz hin zur Nachhaltigkeit des zukünftigen Gewinnwachstums. Überhöhte Bewertungen führen dazu, dass einige Long-Positionen Gewinne mitnehmen, und die Risikobereitschaft des Marktes verschlechtert sich marginal.
- Der Verkaufsdruck auf Chip-Aktien breitet sich über die Regionen hinweg aus, wobei die relevanten Lieferketten in Korea und Japan die größten Verluste verzeichnen. Der schnelle Rückgang der Käufe bei Kursrückgängen spiegelt die vorsichtige Haltung des Marktes gegenüber den Aussichten der Berichtssaison wider.
Samsungs starke Prognose kann Bewertungsdruck nicht verbergen
Obwohl die von Samsung Electronics (KS:005930) veröffentlichte Prognose für den operativen Gewinn im zweiten Quartal im Jahresvergleich um das 19-fache gestiegen ist, fiel der Aktienkurs nach einer kurzen Erholung um 6,25%. Eine Analyse von Mizuho Securities zeigt, dass die starken absoluten Zahlen die bereits hohen Erwartungen der Wall Street nicht signifikant übertreffen konnten, was eine Neubewertung des Marktes auslöste. Dies spiegelt wider, dass Investoren nach der Veröffentlichung der Ergebnisse Long-Positionen schließen und der Markt die Angemessenheit der Prämien für hoch bewertete Sektoren bei den aktuellen Gewinnniveaus hinterfragt.
Kapitalabflüsse aus dem koreanischen Halbleitersektor
Unter dem Druck, dass Samsungs Ergebnisse die Erwartungen nicht übertreffen konnten, verstärkt sich der Verkaufsdruck auf den koreanischen Hightech-Sektor. Der Konkurrent SK Hynix (KS:000660) gab die Gewinne von fast 6% im frühen Handel ab und schloss mit einem Rückgang von 5,68%, während LG Innotek (KS:011070) ebenfalls um mehr als 6% fiel. Der koreanische Composite Index (KS11) fiel um 5,35% und schloss bei 7246,79 Punkten. Der starke Rückgang der Daten zeigt eine Zunahme der kurzfristigen Risikoscheu, da institutionelle Gelder beschleunigt aus hoch bewerteten Technologiewerten abgezogen werden.
Verkaufseffekte in der Lieferkette breiten sich auf den japanischen Markt aus
Die Anpassung im Speicherchip-Sektor löste eine Kettenreaktion in der asiatischen Halbleiter-Lieferkette aus, wobei die wichtigsten japanischen Chiplieferanten ihre Gewinne vom frühen Handel abgaben. Murata Manufacturing (TYO:6981) schloss mit einem Rückgang von etwa 2%, und der führende Anbieter von elektronischen Komponenten, TDK, verzeichnete ebenfalls einen Rückgang von fast 2%. Diese sektorübergreifende Divergenz und gleichzeitige Rückgänge deuten darauf hin, dass Investoren Zweifel an der kurzfristigen Wachstumsrate der Kapitalausgaben in der gesamten AI-Hardware-Lieferkette haben und die Risikobereitschaft zurückhaltender wird.
Taiwanesischer Markt zeigt Widerstandsfähigkeit, aber begrenztes Erholungspotenzial
Im Vergleich zu den starken Anpassungen auf den Märkten in Korea und Japan zeigt der taiwanesische Halbleitersektor eine relative Widerstandsfähigkeit gegen Kursverluste. Der Taiwan Weighted Index stieg leicht um 0,6%, und der wichtige Lieferkettenpartner von Nvidia, Hon Hai Precision (TW:2317), konnte nach einem Rückgang der Gewinne zum Handelsschluss noch einen Anstieg von 0,2% halten. Obwohl einige Käufe bei Kursrückgängen in wichtigen Schwergewichten eine Basis bildeten, bedeutet das schnelle Nachlassen der Erholungskraft, dass der Markt weiterhin eine weit verbreitete Vorsicht hinsichtlich der Nachhaltigkeit des Gewinnwachstums in der kommenden Berichtssaison hegt.