- Die geopolitischen Spannungen zwischen den USA und Iran in der Straße von Hormus eskalieren erneut. Die Aufhebung der US-Sanktionserleichterungen für iranisches Öl führt zu einer erwarteten Verknappung des Angebots von Rohöl und europäischem Erdgas, was die Preise für internationale Rohstoffe in die Höhe treibt.
- Der Anstieg der geopolitischen Risikoprämien verschlechtert die globale Risikobereitschaft, was zu einem kollektiven Druck auf die europäischen Hauptindizes führt. Der britische FTSE 100, der deutsche DAX und der französische CAC 40 verzeichnen deutliche Rückgänge.
- Der Goldmarkt zeigt eine Divergenz zwischen Termin- und Kassapreisen. Kurzfristige Preisgestaltungen werden durch Zinserwartungen vor den Protokollen der Fed-Sitzung beeinflusst, aber die kontinuierlichen Goldkäufe der chinesischen Zentralbank bieten eine strukturelle Unterstützung für den Goldpreis.
Verschlechterung der geopolitischen Lage trifft europäische Aktienmärkte hart
Die plötzliche Verschärfung der geopolitischen Lage im Nahen Osten führt zu einer schnellen Zunahme der globalen Flucht in sichere Anlagen und einem Abfluss aus Aktienvermögen. Der britische FTSE 100 fällt um 0,61%, der deutsche DAX und der französische CAC 40 verzeichnen Rückgänge von 1,10% bzw. 0,82%. Die Risikobereitschaft des Marktes nimmt deutlich ab, und Investoren bewerten die potenziellen Risiken für multinationale Unternehmen in Bezug auf Lieferketten und Energiekosten neu. Auf dem Devisenmarkt stärkt sich das Pfund leicht gegenüber dem Dollar auf 1,3358, was zeigt, dass die geopolitischen Turbulenzen beginnen, sich auf Nicht-US-Währungen auszuwirken.
Erwartete Angebotsverknappung treibt Energiepreise in die Höhe
Mit der Aufhebung der US-Sanktionserleichterungen für den Verkauf von iranischem Öl steigen Brent- und WTI-Rohöl um 2,9% bzw. 2,5%. Die ING weist darauf hin, dass die vordere Kurve der Rohölterminkontrakte wieder in eine Backwardation-Struktur übergeht, was die extreme Besorgnis des Marktes über kurzfristige Angebotsunterbrechungen widerspiegelt. Gleichzeitig verschärfen die anhaltenden Drohnenangriffe der Ukraine auf russische Raffinerien die Dieselversorgungsknappheit, was die europäischen TTF-Benchmark-Gaspreise um über 4% steigen lässt und die Marke von 48 Euro pro Megawattstunde überschreitet. Die Neubewertung der Energiebranche beschleunigt sich.
Zentralbank-Goldkäufe und Fed-Politik im Spannungsfeld
Der Goldmarkt zeigt eine Divergenz zwischen Termin- und Kassapreisen. Die Futures-Preise fallen um 0,71% auf 4127,41 USD pro Unze, während der Spotpreis um 0,28% auf 4117,09 USD steigt. Kurzfristig wird die Goldpreisentwicklung durch die bevorstehenden Protokolle des Federal Open Market Committee der Fed unter Druck gesetzt, und der Markt passt seine Positionen basierend auf den politischen Erwartungen an. Die kontinuierlichen Goldkäufe der chinesischen Zentralbank im 20. Monat in Folge bieten jedoch eine starke strukturelle Unterstützung für den Goldpreis und mildern teilweise den Druck durch die makroökonomische Liquiditätsverknappung.
Zunehmende Divergenz britischer Unternehmen und Neubewertung einzelner Aktien
In einem turbulenten makroökonomischen Umfeld zeigen britische Unternehmen aufgrund ihrer fundamentalen und regulatorischen Faktoren unterschiedliche Leistungen. Der Baukonzern Vistry steht unter Druck, da er einen Vorsteuerverlust von 30 Millionen Pfund für das erste Halbjahr erwartet und der Finanzvorstand zurücktritt. Virgin Media wird mit einer Geldstrafe von 28 Millionen Pfund belegt, weil es Kunden daran hinderte, Verträge zu kündigen. Im Gegensatz dazu profitieren Unite Group und Jet2 von einer Erholung der Inlandsnachfrage und halten relativ stabile Leistungserwartungen aufrecht. Dies zeigt, dass sich die Kapitalströme innerhalb von Sektoren und einzelnen Aktien in einem Umfeld, in dem der Gesamtindex unter Druck steht, stark differenzieren.