- Der Spot-Goldpreis verzeichnete am Dienstag einen deutlichen Anstieg und schloss mit einem Plus von 33,81 USD bei 4557,42 USD pro Unze, was einem Anstieg von 0,75 % entspricht. Dies wurde durch die Nachricht gestützt, dass die USA ihre offensiven Militäraktionen gegen den Iran beendet haben, was zu einer strukturellen Anpassung der Marktflucht in sichere Häfen führte.
- US-Präsident Trump setzte plötzlich den Plan zur Sicherung der Schifffahrt in der Straße von Hormus aus. US-Außenminister Rubio bestätigte, dass die Operation "Epische Wut" ihr Ziel erreicht hat, was zu einer geopolitischen Entspannung führte und die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen um 1,5 Basispunkte auf 4,416 % sinken ließ.
- Gold-Bullen zeigten nach Erreichen eines Monatstiefs eine bemerkenswerte Kaufbereitschaft bei niedrigen Kursen. Analysten warnen jedoch, dass der Goldpreis die Widerstandsmarke von 4700 USD pro Unze durchbrechen muss, um den langfristigen Aufwärtstrend aufrechtzuerhalten. Der Markt richtet seinen Fokus zunehmend auf fundamentale Wirtschaftsdaten.
Geopolitische Wende und Neubewertung von sicheren Anlagen
Am heutigen Handelstag zeigte der Spot-Goldmarkt eine hohe Sensibilität gegenüber geopolitischen Schlagzeilen. Mit den klaren Signalen aus Washington zur Deeskalation der Konflikte kehrte die Preislogik des Edelmetallmarktes schnell von einem Zustand extremer Panik zu fundamentalen Grundlagen zurück. Die Aussage von US-Außenminister Rubio über das Ende der Operation "Epische Wut" bot dem Markt einen entscheidenden politischen Ankerpunkt. Obwohl der direkte Antrieb der Flucht in sichere Häfen nachgelassen hat, führten die Rückkäufe zuvor übermäßig leerverkaufter Positionen zu einem Tagesanstieg des Goldpreises um fast 34 USD. Händler bewerten derzeit, ob die durch die Entspannung lokaler militärischer Konflikte freigesetzte Liquidität ausreicht, um eine solide Bodenbildung des Goldpreises über 4500 USD pro Unze zu unterstützen.
Rückgang der Renditekurve als Unterstützung für zinslose Anlagen
Neben der direkten geopolitischen Katalyse bot die Volatilität auf dem Rentenmarkt auch eine makroökonomische Grundlage für den Goldanstieg. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen (US10Y) fiel im Tagesverlauf um 1,5 Basispunkte auf 4,416 %. Vor dem Hintergrund sinkender Nominalzinsen verringern sich die Opportunitätskosten für das Halten von zinslosen Anlagen wie Gold. Ein Marktanalyst von City Index weist darauf hin, dass ein hohes Zinsumfeld in langen Zyklen zwar oft den Bewertungsspielraum für Edelmetalle einschränkt, der jüngste Rückgang der Energiepreise jedoch die Inflationserwartungen marginal schwächt. Dies bietet den globalen Zentralbanken in den kommenden Quartalen Spielraum für eine Beibehaltung oder Einleitung eines Lockerungszyklus. Sollte sich der Abwärtstrend der Realzinsen bestätigen, wird die Attraktivität von Gold als Anlageoption erheblich gesteigert.
Technische Erholung und Ausblick auf wichtige Widerstandsniveaus
Aus technischer Sicht zeigt die Erholung des Spot-Goldpreises nach dem Testen des Tiefststands vom 31. März die Wirksamkeit der Unterstützung nach unten. Das Analysemodell von FXStreet zeigt, dass der Relative-Stärke-Index (RSI) sich zwar noch in der Phase der Momentum-Erholung befindet, sein Aufwärtstrend jedoch darauf hindeutet, dass die Bullen wieder an Stärke gewinnen. Sollte der Goldpreis die psychologische Marke von 4600 USD pro Unze durchbrechen, wird das nächste wichtige Testniveau auf das Hoch vom 1. Mai bei 4660 USD pro Unze ansteigen. Die längerfristige Trennlinie zwischen Bullen und Bären liegt in der Nähe des 20-tägigen einfachen gleitenden Durchschnitts (SMA) bei 4703 USD pro Unze. Sollte es an fundamentalen positiven Impulsen fehlen, besteht weiterhin das Risiko eines erneuten Testens der Tiefststände, wobei die entscheidende Unterstützung bei 4351 USD pro Unze liegt.
Schwankungen der Energiepreise und das Ringen um Inflationserwartungen
Die Entspannung der Lage in der Straße von Hormus führte direkt zu einem Rückgang der Rohöl-Futures-Preise, was komplexe Kreuzwirkungen auf den Goldmarkt hatte. Einerseits senkte der Rückgang der Ölpreise die globalen Inflationserwartungen und schwächte die traditionelle Nachfrage nach Gold als Inflationsschutz. Andererseits trägt der Rückgang der Energiekosten zur Entlastung des Stagflationsdrucks in der Realwirtschaft bei und verbessert die Risikobereitschaft auf den globalen Märkten. Vor dem Hintergrund steigender Aktienmärkte an der Wall Street zeigt Gold eine seltene gleichgerichtete Aufwärtsbewegung mit Risikoanlagen. Dies deutet darauf hin, dass in der aktuellen komplexen makroökonomischen Umgebung die anhaltenden Käufe der Zentralbanken und die langfristigen Bedenken der Investoren über die Abwertung der Fiat-Währung die einfache Flucht in sichere Häfen ersetzen und zu einer wichtigeren Kraft werden, die den Goldpreis stützt.