Stabile Entwicklung bei den wöchentlichen Arbeitslosenanträgen
Das US-Arbeitsministerium meldete für die Woche bis zum 29. August saisonbereinigte Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in Höhe von 206.000 – exakt wie von Analysten erwartet. Die Vorwoche wurde leicht auf 204.000 nach oben korrigiert (zuvor 203.000). Damit liegen die Antragszahlen zum vierten Mal in Folge nahe der 200.000-Marke und signalisieren einen robusten Arbeitsmarkt ohne akute Anzeichen für eine Verschlechterung.
Gold profitiert von anhaltenden Zweifeln am US-Arbeitsmarkt
Trotz der stabilen Beschäftigungskennzahlen erholten sich die Goldpreise im Verlauf der Woche deutlich. Nach einem Rücksetzer am Wochenanfang kletterte der Spotpreis für Gold zurück auf rund 1.466,90 US-Dollar je Unze – ein Tagesplus von fast 2 %. Marktbeobachter führen diesen Anstieg vor allem auf vorsichtige Kommentare zum Arbeitsmarkt zurück, die Zweifel an der Stabilität des US-Wirtschaftswachstums verstärkten und Gold als sicheren Hafen attraktiv machten.
Fokus auf Nonfarm-Payrolls und Zinsentscheidungen der Fed
Im Blick der Anleger stehen nun die für September angekündigten US-Nonfarm-Payroll-Daten sowie die geldpolitischen Beschlüsse der Federal Reserve. Der technische Analyst Waleed Said erklärte, dass die leicht gestiegenen Arbeitslosenanträge zwar kein Rezessionssignal aussenden, aber wachsende Unsicherheit hinsichtlich des Wachstumstempos widerspiegeln. Sollten die kommenden Arbeitsmarktdaten eine weitere Abschwächung zeigen, könnte die Fed von weiteren Zinserhöhungen absehen, was wiederum den Goldpreis stützen dürfte.
Said merkte an: „Die Annäherung des Goldpreises an 1.475 US-Dollar zeigt, dass Investoren sich vor der morgigen Veröffentlichung der Nonfarm-Daten positionieren. Auch die Stabilisierung der US-Aktienindex-Futures deutet darauf hin, dass der Markt mit einer konjunkturellen Abkühlung und einer möglichen Lockerung der Fed-Restriktionen rechnet.“ Er betonte, dass es sich hierbei um eine strategische Positionierung handelt, die auf potenzielle Volatilität vorbereitet, und nicht um eine unmittelbare Reaktion.
Breiteres Bild der Beschäftigung zeigt leichte Zunahmen
Angesichts der wöchentlichen Schwankungen bei den Erstanträgen bleibt der Vierwochen-Durchschnitt ein verlässlicher Indikator für den Trend; dieser liegt aktuell bei 207.000, leicht erhöht gegenüber 206.000 in der Vorwoche. Zudem stiegen die fortgesetzten Arbeitslosenhilfen für die Woche zum 22. August auf 1,779 Millionen, nach 1,771 Millionen in der Woche davor. Diese Zahlen reflektieren einen insgesamt stabilen, jedoch leicht abschwächenden Arbeitsmarkt.
In der Summe zeigt sich, dass sich die Beschäftigungssituation kurzfristig nicht deutlich verschlechtert hat, das anhaltende moderate Nachlassen jedoch die Anlegerstimmung beeinflusst. Vor dem Hintergrund zunehmender Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung und die künftige Geldpolitik bleibt Gold als Absicherung attraktiv. Das Interesse richtet sich nun auf die kommenden Nonfarm-Payroll-Zahlen sowie die Kommentare von Fed-Vertretern, die wichtige Hinweise auf die wirtschaftliche Ausrichtung und mögliche geldpolitische Anpassungen geben könnten.