- Die Beschlagnahme von zwei Containerschiffen durch Iran in der Straße von Hormus hat die geopolitischen Spannungen sprunghaft ansteigen lassen, wodurch die WTI-Rohöl-Futures um 3,67 % auf 92,96 USD pro Barrel stark gestiegen sind.
- Trotz erneutem Druck auf die Energiepreise bleibt der US-Anleihemarkt relativ ruhig, wobei die Rendite der 10-jährigen Staatsanleihen leicht auf 4,294 % gestiegen ist, was die vorsichtige Abwartehaltung der Investoren hinsichtlich der Dauer des Konflikts widerspiegelt.
- Die Nachfrage nach der Versteigerung von US-Staatsanleihen im Wert von 13 Milliarden USD mit 20-jähriger Laufzeit war stark, und die erzielte Rendite lag unter der Vor-emissions-Rendite, was darauf hindeutet, dass der Markt für festverzinsliche Wertpapiere nach wie vor eine starke Aufnahmekapazität für langfristige Vermögenswerte besitzt.
Sicherheitslogik im Kontext des Konflikts in der Straße von Hormus
Der Iran beschlagnahmte am Mittwoch zwei Containerschiffe, nachdem er auf sie gefeuert hatte, was die vorherige relative Ruhe mit den USA und Israel seit Februar dieses Jahres brach. Obwohl der Ölmarkt schnell eine Risikoprämie einpreisste, zeigte der Anleihemarkt eine asymmetrische Reaktion. Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen sank aufgrund des Sicherheitsgefühls nicht stark, blieb jedoch aufgrund der erwarteten Inflationsdruck bei hohen Schwankungen. Marktteilnehmer bewerten, ob sich die Ereignisse von einer einmaligen Beschlagnahme zu einer langfristigen Blockade der weltweiten Energieversorgung entwickeln könnten.
Laufzeiten-Spreads und Inflationsprognose
Die Zinskurve zeigte am dritten Handelstag in Folge eine leichte Abflachung, und der Spread zwischen 2- und 10-jährigen US-Staatsanleihen verringerte sich auf 49,8 Basispunkte. Diese Form spiegelt die tiefe Besorgnis des Marktes über die Beharrlichkeit der Inflation wider. Wenn die Energiepreise über 90 USD bleiben, könnte der zusätzliche Inflationsbeitrag die Zinspfad für längere Zeit auf einem hohen Niveau halten. Analysten weisen darauf hin, dass ein Anstieg des Ölpreises um 10 % in der Regel einen potenziellen Inflationsdruck von etwa 20 bis 25 Basispunkte verursacht, was bedeutet, dass bei weiterem Anstieg der Ölpreise größere Preisrevisionsdruck auf den Anleihemarkt zukommen könnte.
Nachwirkungen der Anhörung zur Fed-Vorsitzenden-Nominierung
Der Markt verarbeitet gleichzeitig die Aussagen des für den Vorsitz der Federal Reserve nominierten Kevin Warsh vor dem Bankenausschuss des Senats. Warsh betonte in der Anhörung, dass die Geldpolitik unabhängig von politischen Faktoren bleiben müsse. Trotz der noch laufenden Untersuchung des Justizministeriums gegen den amtierenden Vorsitzenden Powell deuteten Warshs Aussagen auf einen möglichen zukünftigen Politikrahmen hin, der die Reduzierung der Bilanz zur Wiederherstellung von Liquidität vorsieht und gleichzeitig eine vorsichtige Anpassung des Leitzinses vornimmt. Diese erwartete Kombination aus Politiken stärkt die defensiven Unterstützungen der langfristigen Renditen.
Beständigkeit der Nachfrage nach 20-jährigen US-Staatsanleihen
Vor dem Hintergrund hoher makroökonomischer Unsicherheit wurde die am Mittwoch durchgeführte Versteigerung von 20-jährigen US-Staatsanleihen im Wert von 13 Milliarden USD zu einem wichtigen Indikator für die Markttiefe. Das Auktionsergebnis war unerwartet stabil, wobei die Rendite von 4,883 % unter dem erwarteten Niveau zum Zeitpunkt der Gebote lag, was darauf hindeutet, dass institutionelle Investoren keinen zusätzlichen Risikoaufschlag verlangten. Obwohl das Bietungsverhältnis von 2,68 leicht unter dem vorherigen lag, war es höher als der jüngste Durchschnitt, was beweist, dass die Nachfrage von Pensionsfonds und Versicherungsgesellschaften nach langfristigen Durationen auch bei unklaren Zinsperspektiven stabil bleibt.