Verbraucherpreisindex im August als Schlüsselindikator für Fed-Entscheidung
Am 11. September veröffentlicht das US Bureau of Labor Statistics den Verbraucherpreisindex (CPI) für August, nur wenige Tage vor der nächsten Sitzung der Federal Reserve. Nach einem überraschend starken Arbeitsmarktbericht für August steigen die Markterwartungen für eine Zinserhöhung im September. Die Fed zeigt sich weiterhin unsicher, wie dauerhaft die Inflationsentwicklung bleiben wird, doch steigende Ölpreise und zunehmende Wohnkosten bringen zusätzliche Komplexität in die geldpolitischen Überlegungen.
Veränderungen bei Preistreibern und Inflationsentwicklung
Im Juli stiegen die Verbraucherpreise in den USA moderat um 0,1 %, während die jährliche Inflationsrate leicht auf 3,4 % zurückging. Diese Beruhigung ergab sich vor allem durch einen Rückgang der Benzinpreise um 2,9 %, sinkende Kosten für verschreibungspflichtige Medikamente (-0,8 %) und gedämpfte Lebensmittelpreise. Im August zeigen sich jedoch gegenteilige Trends: Die Benzinpreise erholen sich, elektronische Geräte wie Computer verteuern sich, und Wohnkosten steigen weiter. Dadurch ist mit einem Anstieg der Gesamtinflation im Augustbericht zu rechnen.
Unterschiedliche Einschätzungen zum CPI im August
Die Prognosen für den August-CPI gehen auseinander: Mark Malek, CIO bei Siebert Financial, verweist darauf, dass der Ölpreis über der psychologisch wichtigen Marke von 100 US-Dollar pro Barrel die Risikobereitschaft beeinflusst, aber der allgemeine Inflationstrend unklar bleibt. Lukman Otunuga von FXTM sieht durch die steigenden Energiekosten wachsenden Druck auf die Fed, die Geldpolitik zu straffen, während ein moderaterer Kerninflationswert den Zinserhöhungskurs bremsen könnte. Experten von BlackRock Asset Management und Wells Fargo warnen, dass höhere Inflationszahlen die Erwartungen an weitere Zinsschritte verstärken und dadurch global die Zinsen steigen könnten. Das Strategie-Team von Glenmede betont wiederum, dass energiegetriebene Inflation noch nicht breit in der Wirtschaft angekommen ist und mahnt zur Vorsicht bei voreiligen Schlüssen.
Marktpreise reflektieren erhöhte Wahrscheinlichkeit für Zinserhöhung
Der CME FedWatch-Indikator sieht aktuell eine 62-prozentige Chance für eine Zinserhöhung von 25 Basispunkten in der kommenden Woche – ein deutlicher Anstieg gegenüber 44 % vor einem Monat. Erhöhen sich die Inflationszahlen wie erwartet oder darüber hinaus, könnten weitere kleinere Anhebungen bei den Folgeterminen im Oktober und Dezember folgen.
Erwartete Inflationskennzahlen für August
Der Konsens prognostiziert einen monatlichen Anstieg des Verbraucherpreisindex um rund 0,4 % im August, was die jährliche Inflationsrate nahe bei 3,4 % halten würde. Die Kerninflation, die volatile Preise für Lebensmittel und Energie ausklammert, dürfte im Monatsvergleich ebenfalls um 0,4 % steigen und auf Jahressicht etwa 2,4 % betragen. Dies weist darauf hin, dass die tatsächlichen Inflationsdrucke insgesamt zwar nachlassen, die jüngsten Erhöhungen bei Energie und Wohnen jedoch für eine kurzfristige Anhebung der Gesamtinflation sorgen könnten.
Die Ergebnisse des August-CPI werden für die Federal Reserve eine zentrale Entscheidungsgrundlage darstellen. In einer durch gemischte Signale geprägten Lage beeinflussen sie nicht nur die US-Geldpolitik, sondern auch globale Kapitalflüsse und Bewertungen auf den Finanzmärkten.