Bitquery-Analyse zeigt Ausmaß gefälschter Bitcoin-Adressen und ihre Folgen
Die Blockchain-Analysefirma Bitquery veröffentlichte am 2. September 2026 einen detaillierten Bericht, der die Einbettung von Textdaten in 965.135 Bitcoin-Blöcken untersucht. Demnach gibt es mittlerweile über 96.231 Ausgaben mit gefälschten Adressen, die rund 3,2 BTC „einschließen“. Diese Bitcoin sind aufgrund fehlender privater Schlüssel nicht verfügbar und können nicht ausgegeben werden. Anders als OP_RETURN-Ausgaben, die Daten einbetten, aber nicht als ausgabefähige Transaktionsausgaben (UTXOs) gespeichert werden, werden gefälschte Adressenausgaben als UTXOs behandelt. Das führt zu einer dauerhaften Zunahme der Größe der UTXO-Datenbank.
Technische Unterschiede zwischen OP_RETURN und gefälschten Adressen
Bitquery identifizierte insgesamt 4.412.782 OP_RETURN-Ausgaben mit lesbaren Textdaten. OP_RETURN ist eine im Bitcoin-Protokoll standardisierte Methode zur Speicherung von „Null-Daten“ und führt nicht zu einer Vergrößerung des UTXO-Bestands, was weniger Speicherbedarf für vollständige Nodes bedeutet.
Im Gegensatz dazu enthalten gefälschte Adressen Textdaten innerhalb von scheinbar legitimen Pay-to-Public-Key-Hash (P2PKH) Skripts. Nodes behandeln diese Ausgaben wie normale UTXOs, sie belegen jedoch dauerhaft Speicherplatz, weil keine zugehörigen privaten Schlüssel existieren. Dieses Vorgehen vergrößert die UTXO-Menge unnötig, was Speicher- und Validierungsaufwand für Nodes erhöht und die Skalierbarkeit des Netzwerks beeinträchtigt.
Auswirkungen des Bitcoin Core 30.0 Updates auf die On-Chain-Texteinbettung
Das im Oktober 2025 veröffentlichte Bitcoin Core 30.0 Update erhöhte das zulässige OP_RETURN-Datenlimit von 80 Bytes auf bis zu 100.000 Bytes und erlaubt mehrere OP_RETURN-Ausgaben pro Transaktion. Dieser Schritt führte zu einem deutlichen Anstieg der On-Chain-Datenmengen. Bitquery beobachtete, dass OP_RETURN-Ausgaben mit einer Größe über 80 Bytes von einigen Dutzend pro Monat vor dem Update auf mehrere Tausend monatlich anstiegen.
Trotzdem lässt sich der Trend nicht allein durch das Update erklären. Beteiligte Marktakteure und andere Faktoren trugen ebenfalls dazu bei. Besonders auffällig war eine koordinierte Nachrichtenkampagne gegen den Bitcoin Core Entwickler Luke Dashjr, bei der zwischen dem 21. und 26. März 2026 insgesamt 13.062 OP_RETURN-Transaktionen mit Gebühren von 0,1014 BTC erzeugt wurden. Dies verdeutlicht, wie die relativ geringen Transaktionskosten textbasierte Nachrichtenverbreitung auf der Blockchain fördern können, auch wenn die Beweggründe und Hintergründe der Accounts unklar bleiben.
Bedeutung für Node-Betreiber und den Bitcoin-Ökosystem
Die Studie macht deutlich, wie sich unterschiedliche Arten von eingebetteten Daten auf die Ressourcen von Bitcoin-Nodes auswirken. Gefälschte Adressenausgaben vergrößern die UTXO-Datenbank dauerhaft und stellen langfristige Speicher- sowie Synchronisationsherausforderungen dar. Diese Faktoren könnten sich negativ auf die Dezentralisierung und Nachhaltigkeit des Netzwerks auswirken.
Im Gegensatz dazu entsprechen OP_RETURN-Ausgaben eher den Designprinzipien, die darauf abzielen, die Datenlast für Nodes gering zu halten. Branchenakteure und Node-Betreiber werden aufgefordert, diese Entwicklungen aufmerksam zu verfolgen, um die Effizienz und Gesundheit des Netzwerks zu erhalten.
Bitquery weist darauf hin, dass nicht alle historischen Daten in der Analyse enthalten sind. So fehlen etwa 191.427 Einträge im Coinbase-Feld, und Daten zu Witness-Inschriften wurden nicht betrachtet. Trotzdem liefert der Bericht wichtige Erkenntnisse über die praktischen Auswirkungen verschiedener Textdateneinbettungsstrategien auf die Infrastruktur von Bitcoin-Nodes. Vor dem Hintergrund eines jüngsten Kursanstiegs von 5,47 % innerhalb von 24 Stunden, der die Marktkapitalisierung von Bitcoin auf 1,63 Billionen US-Dollar anhob, bleibt die Kontrolle über die Speichernutzung und Betriebskosten von Nodes eine zentrale Herausforderung für das Bitcoin-Ökosystem.