- Angespornt durch die Äußerungen des US-Finanzministers Scott Besent, dass China während dieses hochrangigen Besuchs eine große Bestellung von Passagierflugzeugen ankündigen wird, verzeichnete Boeing (BA:US) im vorbörslichen Handel am Donnerstag einen marginalen Anstieg von 1,3 %, was zeigt, dass der Markt die vorübergehende Entspannung der Handelsbeziehungen zwischen den USA und China positiv bewertet.
- Laut den Daten von Refinitiv (LSEG) liegt das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis (Forward P/E) von Boeing bei 158, deutlich unter dem historischen Durchschnitt von 194 der letzten fünf Jahre. Diese Bewertungsabschläge ziehen langfristige Investitionen an.
- Von den 29 Wall-Street-Analysten, die das Unternehmen abdecken, erhält Boeing im Durchschnitt eine Kaufempfehlung, mit einem mittleren Kursziel von 269 US-Dollar. Bislang hat Boeing in diesem Jahr einen Anstieg von 10,8 % verzeichnet, verglichen mit einer Rendite von 8,7 % des S&P 500 Index (SPX:US) im gleichen Zeitraum, was auf eine gewisse defensive Alpha-Überrendite hinweist.
Erwartungen an Bestellungen prägen die Logik der bilateralen Handelsbewertung neu
Die während dieses hochrangigen Treffens geäußerten Erwartungen an Bestellungen bieten eine substanzielle kommerzielle Pufferung für die sich im Spielzyklus befindlichen Handelsbeziehungen zwischen den USA und China. Großbestellungen von Flugzeugen sind traditionell ein zentrales Instrument zur Ausbalancierung des bilateralen Handelsdefizits. Boeing (BA:US) als repräsentatives Unternehmen der US-amerikanischen High-End-Fertigung spiegelt mit seinen Aufträgen direkt die marginale geopolitische Temperatur wider. Besent erwähnte auch den Kauf von Energie und Agrarprodukten sowie die Lockerung der Investitionen Chinas in nicht-strategische Bereiche in den USA, was einen verwalteten Handelsrahmen skizziert, der nicht-sensible kommerzielle Interessen gegen geopolitische Pufferzonen eintauscht. Für die Kapitalmärkte reduziert dies das Risiko eines umfassenden Handelskonflikts in naher Zukunft, wodurch die Risikoprämien der entsprechenden Schwergewichte eingeengt werden.
Erholung der zukünftigen Bewertung und Konsenserwartungen der Wall Street
Das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis von Boeing liegt deutlich unter dem historischen Durchschnitt, was hauptsächlich auf Bedenken hinsichtlich der Stabilität der Lieferkette und der Sicherheitsüberprüfungszyklen zurückzuführen ist. Sollte jedoch eine groß angelegte internationale Bestellung tatsächlich zustande kommen, würde dies die Erwartungen an den zukünftigen Cashflow des Unternehmens erheblich verbessern. Die von 29 Analysten aufrechterhaltene Kaufempfehlung und das mittlere Kursziel von 269 US-Dollar zeigen, dass institutionelle Investoren die kurzfristigen operativen Schmerzen überwinden und die Normalisierung der Gewinne des Unternehmens in den nächsten zwei bis drei Jahren vorwegnehmen. Sobald die Kernnachfrage aus der Asien-Pazifik-Region bestätigt wird, könnte der Deleveraging-Prozess auf der Bilanzseite beschleunigt werden, was die Bewertungsmultiplikatoren zur Rückkehr auf den historischen Durchschnitt von 194 treiben könnte.
Verbindung mit breiten Indizes und kurzfristige Volatilitätsspekulationen
Vor dem Hintergrund, dass die Boeing-Aktie in diesem Jahr den S&P 500 Index (SPX:US) übertroffen hat, wirkt sich dieses ereignisgesteuerte Ereignis nicht nur auf ein einzelnes Wertpapier aus, sondern hat auch positive Spillover-Effekte auf das Gewicht des Industriesektors in breiten Indizes. Die Aufträge großer Flugzeughersteller gehen oft mit mehrjährigen Lieferzyklen einher, was bedeutet, dass ihre Auswirkungen auf die US-amerikanische Lieferkette eine hohe Sicherheit aufweisen. Kurzfristig könnte die implizite Volatilität der Boeing-Optionen aufgrund der Nachrichtenlage neu bewertet werden. Sollte die von Peking angekündigte spezifische Bestellmenge die Erwartungen der Wall Street übertreffen, könnte das Volumen am Kassamarkt weiter zunehmen; umgekehrt, wenn das Auftragsvolumen nur den Mindestanforderungen entspricht, könnten die zuvor positionierten Arbitragegelder kurzfristigen Gewinnmitnahmedruck ausüben.