- Der Unternehmenspreisindex in Japan stieg im Mai im Jahresvergleich um 6,3 %, was die Markterwartungen übertraf. Hauptsächlich wurde dies durch die gestiegenen Energiekosten aufgrund von Konflikten im Nahen Osten verursacht, was zeigt, dass der inländische Inflationsdruck weiterhin zunimmt.
- Die Rendite der 10-jährigen japanischen Staatsanleihen stieg am Mittwoch um 3 Basispunkte auf 2,695 %. Gleichzeitig wird das japanische Finanzministerium heute später 30-jährige Super-Long-Anleihen im Wert von 600 Milliarden Yen versteigern.
- Mit dem weiteren Auftreten von Inflationszeichen haben sich die Erwartungen an eine Zinserhöhung der japanischen Zentralbank verstärkt. Investoren verfolgen vor der nächsten Woche stattfindenden Zentralbank-Politiksitzung eine vorsichtige Strategie.
Energiekosten treiben Großhandelspreise in die Höhe
Die neuesten offiziellen Daten aus Japan zeigen, dass der Unternehmenspreisindex im Mai im Vergleich zum Vorjahr um 6,3 % gestiegen ist, was die Erwartungen der meisten Ökonomen übertraf. Die Daten spiegeln die tiefgreifenden Auswirkungen geopolitischer Konflikte auf die globalen Lieferketten wider, insbesondere die hohen Importenergiekosten aufgrund der instabilen Lage im Nahen Osten, die sich allmählich auf die Produktionsseite in Japan auswirken. Marktanalysten weisen darauf hin, dass, wenn die Großhandelspreise auf hohem Niveau bleiben, diese möglicherweise weiter auf die Verbraucherseite übertragen werden, was die japanische Zentralbank unter größeren Druck setzen könnte, ihre Geldpolitik anzupassen.
Renditen steigen durchweg, Kurve wird steiler
Angesichts der über den Erwartungen liegenden Inflationsdaten steht der japanische Staatsanleihenmarkt unter Druck, und die Renditen aller Laufzeiten steigen in unterschiedlichem Maße. Neben dem Anstieg der Rendite der 10-jährigen Staatsanleihen um 3 Basispunkte auf 2,695 % stiegen auch die mittelfristigen und langfristigen Anleihen. Die Rendite der 20-jährigen japanischen Staatsanleihen stieg um 3 Basispunkte auf 3,590 %; die Rendite der 30-jährigen Anleihen stieg um 2,5 Basispunkte auf 3,890 %. Im kurzfristigen Markt stieg die Rendite der 2-jährigen Staatsanleihen, die am empfindlichsten auf den Leitzins reagiert, um 0,5 Basispunkte auf 1,420 %, während die Rendite der 5-jährigen Anleihen um 1,5 Basispunkte auf 1,940 % stieg. Nur die Rendite der 40-jährigen Anleihen, der längsten Laufzeit, blieb unverändert.
Verkauf von Super-Long-Anleihen steht vor Herausforderungen
Heute später plant das japanische Finanzministerium, etwa 600 Milliarden Yen, umgerechnet etwa 37,4 Milliarden US-Dollar, in 30-jährige japanische Staatsanleihen zu versteigern. Aufgrund des jüngst relativ niedrigen Niveaus der japanischen Staatsanleihenrenditen und der neuesten Dynamik der Renditekurve ist der Markt hinsichtlich der Nachfrageaussichten für diese Super-Long-Anleihen vorsichtig. Analysten von Barclays Bank weisen in ihrem neuesten Bericht darauf hin, dass angesichts der jüngsten Entspannung der fiskalischen Bedenken das Ergebnis dieser 30-jährigen Anleihenauktion möglicherweise moderat ausfallen könnte, ohne eine starke Überzeichnung zu erreichen.
Erwartungen vor der Politiksitzung erneut angepasst
In der sensiblen Vorbereitungsphase vor der Politiksitzung der japanischen Zentralbank in der nächsten Woche sind die Emotionen der Anleiheinvestoren besonders volatil. Obwohl am Dienstag Medien berichteten, dass die japanische Zentralbank erwägt, das aktuelle Anleihekaufvolumen nach dem nächsten Finanzjahr beizubehalten, was möglicherweise eine Pause bei der Reduzierung der Anleihekäufe bedeuten könnte, führte diese Nachricht kurzfristig zu einem Anstieg der Anleihepreise. Doch die am Mittwoch veröffentlichten Inflationsdaten, die die Erwartungen übertrafen, kehrten die Marktstimmung erneut um. Sollte die Kerninflation weiter ansteigen, könnte die Marktpreisbildung neu bewertet werden, und die japanische Zentralbank könnte gezwungen sein, ihren politischen Kurs zu korrigieren.