Am Donnerstag vor dem US-Aktienmarkt stand der Computerhardware-Sektor insgesamt unter Druck, wobei Dell und HP die Verluste anführten. Der Fokus der Marktbedenken liegt nicht darauf, dass CPU oder GPU "nicht verfügbar" sind, sondern dass grundlegendere Komponenten - Speicher und Datenspeicher - die Gesamtkosten in die Höhe treiben.
Vorläufige Marktbewegungen: Dell vergrößert den Rückgang, HP schwächt sich ebenfalls ab
Im vorbörslichen Handel fiel Dell Technologies um über 4%, während HP um mehr als 3% zurückging. Investoren sehen kurzfristige Preisgestaltungs- und Konfigurationsstrategien der Hardwarehersteller als möglicherweise einflussreichere Faktoren für die Nachfrage als die Veröffentlichung neuer Produkte.
Kostendruck: Speicher- und Speicherkosten sollen um 40% bis 70% gestiegen sein
Brancheneinschätzungen zufolge sind die Kosten für Speicher und Speicher, die in gängigen PCs eingesetzt werden, von Quartal zu Quartal im Jahr 2025 insgesamt um etwa 40% bis 70% gestiegen, wobei ein erheblicher Teil dieser Kosten bereits an die Endverbraucher weitergegeben wurde. Das bedeutet, dass selbst wenn die Hersteller die "Listenpreise nicht erhöhen", ihre Gewinnspannen weiterhin unter Druck geraten werden.
Änderungen auf der Angebotsseite: HBM und Server-DRAM "saugen" Kapazitäten ab
Der Kern des Engpasses liegt in der "Kapazitätsverteilung". Speicherhersteller investieren ihre Ressourcen lieber in profitablere Server-DRAM und HBM (High Bandwidth Memory), die für AI-Infrastrukturen benötigt werden, wodurch DDR-Speicher, der häufig in Laptops und Desktops verwendet wird, eher vorübergehend knapp wird. Diese strukturellen Engpässe sind laut Berichten mehrerer Branchen aufgrund der schnell steigenden Nachfrage nach AI-Datenzentren zurückzuführen.
Schwierige Entscheidungen für Hersteller: Preiserhöhung oder Reduktion der Ausstattung
Für große OEMs wie Dell und Lenovo sind die strategischen Spielräume begrenzt:
- Option eins: Höhere Stücklistenkosten (BOM) übernehmen und durch Preiserhöhungen die Bruttomarge "schützen";
- Option zwei: Die Preise so stabil wie möglich halten, aber bei Speicher-/Speicherkonfigurationen Kompromisse eingehen und die Spezifikationen einiger Modelle reduzieren.
Beide Wege werden die Nachfrage beeinträchtigen: Ersteres erhöht die Kaufbarrieren, letzteres mindert die Attraktivität der Produkte.
Nachfrageausblick: IDC sagt bei einem Rückgang von 9% könnten die Auslieferungen 2026 auf 260 Millionen Einheiten fallen
IDC-Research-Manager Jitesh Ubrani weist darauf hin, dass, wenn die PC-Auslieferungen 2026 um 9% sinken, die Gesamtlieferungen auf etwa 260 Millionen Einheiten fallen könnten - etwas weniger als die etwa 263,3 Millionen Einheiten im Jahr 2024 und in der Nähe des Niveaus von 2023. Er bezeichnet das Jahr 2023 als eines der "schlechtesten Jahre in der Geschichte der PCs". Angesichts steigender Kosten und eines angespannten Angebots befürchtet der Markt eine deutliche Verschiebung in Richtung "sinkende Mengen, steigende Preise".