Goldman Sachs veröffentlichte einen Bericht, der darauf hinweist, dass sowohl Aufwärts- als auch Abwärtsrisiken für die Preisprognosen von Brent-Öl und US-Rohöl (WTI) im Jahr 2026 bestehen. Goldman Sachs prognostiziert einen durchschnittlichen Preis von 83 Dollar pro Barrel für Brent-Öl und 78 Dollar pro Barrel für US-Rohöl im Jahr 2026. Diese Prognosen können jedoch aufgrund der Entwicklungen im Nahen Osten und potenziellen Risiken bei der Öllieferung durch die Straße von Hormus erheblich beeinflusst werden.
Aufwärtsrisiko: Blockade der Öllieferung durch die Straße von Hormus
Goldman Sachs weist darauf hin, dass eine Verringerung der Öldurchflussmenge durch die Straße von Hormus das größte Aufwärtsrisiko für die Ölpreisprognose darstellt. Derzeit liegt die Öldurchflussmenge durch die Straße von Hormus bei etwa 10 % des normalen Niveaus, was etwa 2,1 Millionen Barrel pro Tag entspricht. Die US-Marine hat begonnen, Schiffe, die iranische Häfen und Küstenregionen anlaufen, zu blockieren, was zu weiteren Aufwärtsrisiken für die Ölpreise führt.
Insbesondere machen mit dem Iran verbundene Tanker die Mehrheit der jüngsten Rohöltransporte durch die Straße von Hormus aus. Sollte die Blockade dieses wichtigen Schifffahrtswegs durch die USA andauern, könnte dies zu einer Verknappung des globalen Ölangebots und damit zu steigenden Ölpreisen führen.
Abwärtsrisiko: Niedrigere als erwartete Förderkürzungen im Nahen Osten, Verlangsamung des Rückgangs der globalen Bestände
Gleichzeitig weist Goldman Sachs darauf hin, dass die Förderkürzungen im Nahen Osten geringer als erwartet ausfallen, was Druck auf das Abwärtsrisiko der Ölpreise ausübt. Goldman Sachs erwartet, dass die durchschnittlichen Stilllegungen von Rohöl im Persischen Golf im März bei täglich 8 Millionen Barrel liegen, was unter der Schätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) von täglich 10 Millionen Barrel liegt. Dies bedeutet, dass der Druck auf das Ölangbot im Markt möglicherweise nicht so stark sein wird wie erwartet, selbst wenn die Kürzungsmaßnahmen fortgesetzt werden.
Darüber hinaus haben die USA und der Iran einen Waffenstillstand angekündigt und die Wahrscheinlichkeit eines kürzlich erzielten Friedensabkommens steigt, was die geopolitischen Risikoprämien reduziert und damit weiteren Abwärtsdruck auf die Ölpreise ausübt. Goldman Sachs erklärt, dass der Rückgang der globalen sichtbaren Rohölbestände erheblich verlangsamt wurde und die Bestände in der vergangenen Woche von etwa 7 Millionen Barrel pro Tag bisher in diesem Monat auf etwa 2 Millionen Barrel pro Tag gesunken sind.
Marktreaktion: Ölpreisvolatilität
Bis zum 15. April 2026 um 07:01 GMT blieb der Brent-Öl-Futures (BRN1!) stabil bei 94,75 Dollar pro Barrel, während der Futures auf West Texas Intermediate (WTI) (CL1!) um 0,3 % auf 90,98 Dollar pro Barrel fiel. Der Markt zeigt eindeutig eine gewisse Volatilität der Ölpreise als Reaktion auf die Prognosen von Goldman Sachs und die Entwicklungen im Nahen Osten.
Zukunftsaussichten: Entwicklungen im Nahen Osten und globale Bestandsänderungen werden weiterhin die Ölpreise beeinflussen
Mit den fortlaufenden Entwicklungen im Nahen Osten und den Veränderungen der weltweiten Ölnachfrage könnten die Ölpreise von zahlreichen Faktoren beeinflusst werden. Goldman Sachs erklärt, dass der zukünftige Verlauf der Ölpreise von der Stärke der US-Blockade der Straße von Hormus, dem Fortschritt globaler Kürzungsabkommen und dem potenziellen Abschluss von Friedensabkommen im Nahen Osten abhängen wird. Kurzfristig könnten die Ölpreise volatil bleiben und von den globalen Bestandsänderungen beeinflusst werden.