Mathios Rigas, der CEO des Öl- und Gasproduzenten Energean, gab am Mittwoch bekannt, dass das Unternehmen plant, in den Gewässern vor der Westküste Griechenlands bedeutende Kohlenwasserstoffvorkommen zu erschließen. Rigas verriet, dass das Unternehmen im Jahr 2027 mit den ersten Bohrungen beginnen will, wobei erwartet wird, dass die erforderlichen Genehmigungen bis Ende 2026 vorliegen und die Bohrungen im Februar 2027 beginnen. Dieses Explorationsprojekt umfasst eine Fläche von 1000 Quadratkilometern und ist die erste Tiefseebohrung in Griechenland seit fast 40 Jahren.
Rigas betonte, dass Energean hofft, in dieser Region einen bedeutenden Fund zu machen, aber dass das Unternehmen auch versteht, dass ein Fehlschlag bei der ersten Bohrung das gesamte Vorhaben scheitern lassen könnte. Er erklärte: „Unser Ziel ist es, einen bedeutenden Fund zu machen, aber wenn die erste Bohrung keinen Erfolg hat, ist es sinnlos.“
Wichtige Zusammenarbeit: US-EU-Kooperation zur Schließung der Energielücke
Letztes Jahr schloss sich ExxonMobil (XOM) Energean und dem größten griechischen Raffinerieunternehmen Helleniq Energy (ELPE) an, um gemeinsam im Ionischen Meer nach Erdgas zu suchen. Dieser Schritt erfolgte im Kontext der Suche der USA und Europas nach alternativen Energiequellen im Anschluss an die russische Invasion in der Ukraine, insbesondere da Europa dringend nach Alternativen zur russischen Erdgasversorgung sucht. Laut Rigas werden alle beteiligten Parteien gemeinsam daran arbeiten, durch dieses Projekt eine stabilere und vielfältigere Energieversorgung für Europa zu gewährleisten.
Erwartungen an die Exploration: Potenzial für Gas und Öl
Rigas erklärte zudem, dass die Asopos-Struktur ein geschätztes Potenzial von 6 bis 7 Billionen Kubikfuß an Gas und Öl hat, mit einer Erfolgswahrscheinlichkeit von 16%. Obwohl die Wahrscheinlichkeit relativ gering ist, bleibt Rigas optimistisch für das Projekt und sagte, dass ein Erfolg die Entwicklung des Energiemarktes in Griechenland erheblich vorantreiben würde.
Falls die Exploration erfolgreich ist, würde der Entwicklungsplan eine schwimmende Offshore-Anlage umfassen, die die Unterwasserbohrungen mit dem griechischen und italienischen Energienetz verbindet. Rigas fügte hinzu, dass Griechenland derzeit nur eine minimale Ölproduktion aufweist, sodass jede Gasentdeckung direkt dazu beitragen würde, den heimischen Bedarf zu decken und möglicherweise sogar den Beginn von Gasexporten nach Europa ermöglichen könnte.
Zukunftsperspektiven für die Energieentwicklung in Griechenland:
Sollte die Exploration erfolgreich sein, würde dies einen bedeutenden Durchbruch im Energiesektor Griechenlands darstellen, der nicht nur die nationale Energieunabhängigkeit fördern, sondern auch die europäische Energiesicherheit stärken und die Abhängigkeit von externen Quellen verringern könnte. In den kommenden Jahren könnte Griechenland mit dem Fortschreiten der Exploration und der Expansion der Lizenzen eine umfassende Entwicklung der Energieindustrie erleben, die neues Wachstumspotenzial für die nationale Wirtschaft freisetzt.