Cboe verschiebt Einführung erweiterter Handelszeiten ohne neuen Termin
Die Chicago Board Options Exchange (Cboe) hat den ursprünglich für den 17. August 2026 geplanten Start der erweiterten Handelszeiten für Optionen auf 21 volumenstarke Aktien, darunter Nvidia, Apple und Tesla, auf unbestimmte Zeit verschoben. Diese Maßnahme betrifft den Handel mit Limit-Optionen im Vorfeld der regulären US-Handelszeiten von 7:30 bis 9:25 Uhr Eastern Time. Durch die Verschiebung können Händler die vorbörsliche Volatilität und Orderflow-Daten nicht wie vorgesehen in diesem Zeitfenster beobachten.
Details zum Handelszeitraum und betroffenen Werten
Das von Cboe angekündigte Global Trading Hours (GTH)-Programm sollte Händlern erlauben, Optionsgeschäfte vor dem regulären US-Marktstart mit Limit-Orders zu tätigen, beginnend um 7:30 Uhr ET und endend um 9:25 Uhr ET. Zusätzlich ist eine Extended Curb-Phase bis 16:15 Uhr ET vorgesehen, die im geschlossenen Handelsraum stattfindet. Die vom Aufschub betroffenen Aktien umfassen neben Nvidia und Tesla unter anderem Apple (AAPL), AMD, Amazon (AMZN), Broadcom (AVGO), Alibaba (BABA), Bank of America (BAC), Alphabet (GOOG/GOOGL), Robinhood (HOOD), Intel (INTC), Meta (META), Microsoft (MSFT), Micron (MU), Netflix (NFLX), Nokia (NOK), Oracle (ORCL), Pfizer (PFE), Palantir (PLTR) und TSMC (TSM).
Keine offizielle Begründung für die Verzögerung
Bereits zuvor wurde der Start von Cboe vom 13. Juli auf den 17. August verschoben, zuletzt erfolgte nun die vollständige Aussetzung mit offenem Termin. Eine offizielle Erklärung seitens Cboe steht noch aus. Das Unternehmen kündigte jedoch an, weitere Informationen zu gegebener Zeit bereitzustellen. Von der Verzögerung unberührt bleibt das separate 24-Stunden-Handelsangebot an der Cboe EDGX-Aktienbörse, dessen Start für Dezember 2026 geplant ist und noch regulatorische Abnahmen benötigt.
Einschätzung aus Marktanalytikersicht
Maksymilian Bączkowski, Quantanalyst bei Comparic.pl und AI Investments, hebt die Bedeutung vorbörslicher Optionshandelssysteme hervor, um zusätzliche Einblicke in implizite Volatilität, Volatilitätsschrägen und Orderströme vor Handelsbeginn zu erhalten. Er warnt jedoch, dass kurzfristig geringere Liquidität und breitere Spreads die aussagekräftige Interpretation einzelner Trades einschränken. Die Informationen aus diesen Handelssitzungen sollten deshalb nicht mit dem Volumen und der Marktaktivität während regulärer Handelszeiten gleichgesetzt werden.
Vergleichbare Initiativen bei anderen US-Börsen
Auch die Nasdaq MRX erhielt von der US-Börsenaufsicht SEC die Genehmigung für ein ähnliches erweitertes Optionshandelssystem auf Aktien und Indexoptionen. Der Start der erweiterten Handelszeiten dort ist für den 26. Juni 2026 angesetzt, mit einer Vorhandelsphase von 7:30 bis 9:25 Uhr ET sowie einem Späthandelsintervall von 16:00 bis 16:15 Uhr ET. Im Unterschied zu Cboe routet MRX keine Orders während dieser Perioden, sondern behandelt sie im internen Marktumfeld. Die New Yorker Börse (NYSE) plant ebenfalls eine Ausweitung der Handelszeiten für Optionen, befindet sich allerdings noch in der Genehmigungsverfahrenphase.
Regulatorische Voraussetzungen und Marktauswirkungen
Die US-amerikanische Börsenaufsicht SEC hatte Ende Mai die Regeländerungen der Cboe genehmigt, welche die Aufnahme von Aktienoptionen mit bestimmten Liquiditäts- und Marktkapitalisierungskriterien für den erweiterten Handel ermöglichen. Voraussetzungen sind unter anderem eine durchschnittliche Handelsmenge von mindestens 150.000 Kontrakten in den vergangenen sechs Monaten sowie eine Mindestmarktkapitalisierung von 50 Milliarden US-Dollar und ein tägliches Aktienhandelsvolumen von mindestens 10 Millionen Stück.
Die Verschiebung bedeutet, dass kurzfristig vorbörsliche Optionsdaten zur Preisfindung und Volatilitätsbeobachtung fehlen, was Marktteilnehmern insbesondere für frühe Handelsentscheidungen weniger Informationen liefert. Für indexbasierte Optionen wie SPX, VIX oder RUT bleibt das erweiterte Handelsangebot der Cboe dagegen unverändert bestehen. Der neue Termin für die Aufnahme der erweiterten Aktienoptionshandelszeiten wird von Marktteilnehmern und Analysten mit Spannung erwartet.