Wall Street: KI-Aktien behaupten Spitzenposition, Cisco-Aktie korrigiert deutlich
In dieser Woche dominieren Aktien aus dem Bereich Künstliche Intelligenz (KI) weiterhin die US-Märkte. Optimismus herrscht vor allem in Segmenten wie KI-Infrastruktur, Chips und Rechenzentren. Trotz guter Marktstimmung belastete der Quartalsbericht von Cisco den Kurs des Technologieriesen. Nach einem Intraday-Rekordhoch korrigierte die Aktie final um mehr als 6 Prozent und verdeutlicht damit weiterhin spürbare Gewinnmitnahmen bei einzelnen Titeln.
Am Donnerstagmorgen startete die Wall Street mit Kursgewinnen, unterstützt von nachlassendem Inflationsdruck und einem leichten Rückgang der US-Staatsanleiherenditen. Anleger blicken zugleich gespannt auf die heute anstehenden Daten zum Erzeugerpreisindex (PPI) in den USA sowie auf die Ölpreisentwicklung und geopolitische Unsicherheiten.
Nasdaq profitiert weiter von starkem KI-Sektor
Der S&P 500 schloss bei 7.748,50 Punkten mit einem Zuwachs von 0,26 %, der Nasdaq legte um 0,54 % auf 26.588,49 Punkte zu, während der Dow Jones leicht um 0,04 % nachgab.
Besonders stark präsentierten sich KI-nahe Werte:
- CoreWeave gewann rund 19 %
- Super Micro legte um etwa 19 % zu
- Nebius stieg um circa 34 %
- Nvidia verzeichnete ein Plus von 3 %
- Micron kletterte um 4,9 %
Diese Kursanstiege spiegeln Zuversicht gegenüber der steigenden Nachfrage nach KI-Technologien und der damit verbundenen Hardware wider.
Nachlassender Inflationsdruck dämpft Zinserwartungen
Der Verbraucherpreisindex (CPI) für Juli stieg nur um 0,1 % im Monatsvergleich, die jährliche Inflationsrate sank auf 3,4 % und unterschritt damit den Wert von 3,5 % im Juni. Diese moderate Entwicklung hat die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die US-Notenbank (Fed) im September auf etwa 40 % reduziert, was gegenüber der Vorwoche (54 %) als Rückgang zu werten ist.
Geringere Zinssteigerungen kommen insbesondere wachstumsorientierten Technologieunternehmen zugute, da niedrigere Finanzierungskosten den Barwert zukünftiger Gewinne erhöhen. Die anstehenden Daten zum Erzeugerpreisindex werden von Investoren genau beobachtet, da sie einen Frühindikator für Preisentwicklungen auf Unternehmensseite und mögliche Folgen für Verbraucherstufen darstellen.
US-Staatsanleihen und Goldmarkt mit moderaten Bewegungen
Die Rendite der 10-jährigen US-Staatsanleihen fiel leicht auf 4,68 %. Als wichtiger Referenzwert für globale Finanzmärkte beeinflusst sie maßgeblich Aktien- und Anleihemärkte. Niedrigere Renditen wirken häufig unterstützend auf technologieorientierte Wachstumsaktien.
Der US-Dollar-Index lag bei rund 99,96 Punkten, der USD/JPY-Kurs bewegte sich nahe 159,33.
Nach kräftigen Zuwächsen kam es bei Gold zu einer leichten Gegenbewegung. Der Spotpreis bewegte sich um 1.384 US-Dollar pro Unze, während Dezember-Futures bei etwa 1.441 US-Dollar notierten. Seit Anfang August hat Gold über 8 % zugelegt, getrieben vor allem durch den Rückgang der Zinserwartungen der Fed.
Ölpreise ziehen sich zurück, geopolitische Risiken bleiben
Die Brent-Ölsorte lag bei rund 87,95 US-Dollar pro Barrel, WTI bei ungefähr 82,19 US-Dollar. Belastend wirkten kurzfristig nachlassende Nachfrageerwartungen und steigende US-Öllagerbestände. Die anhaltende Spannung zwischen USA und Iran am strategisch wichtigen Hormus-Streifen trägt jedoch weiterhin zu einem volatilen Ölmarkt bei. Potenzielle Störungen im Öltransport könnten zu starken Preissteigerungen und folglich erhöhten Unsicherheiten am Kapitalmarkt führen.
Steigende Ölpreise erhöhen meist die Kosten in Transport und Produktion, wirken daher inflationsfördernd und können Einfluss auf die Fed-Geldpolitik und Aktienmarkttrends haben. Anleger sollten daher die Entwicklung im Energiesektor besonders im Blick behalten.
Landwirtschaftliche Preisfluktuationen durch Konflikte
Der Konflikt im Schwarzen Meer beeinträchtigt die Exportmöglichkeiten von Agrarprodukten wie Weizen. Angriffe der Ukraine auf den russischen Getreidehafen in Novorossiysk sowie damit verbundene Infrastruktureinschränkungen führen zu steigenden Nahrungsmittelpreisen. Diese Preissteigerungen entfalten Wirkungsketten bis hin zu Endverbraucherprodukten wie Brot, Teigwaren, Frühstückscerealien, Tierfutter sowie Fleisch- und Milchprodukten.
Cisco-Aktie trotz soliden Ergebnissen unter Druck
Ciscos Quartalszahlen zeigten ein solides Wachstum sowie einen Auftragseingang im Bereich KI-Infrastruktur von 400 Millionen US-Dollar. Dennoch fiel der Aktienkurs im nachbörslichen Handel um über 4 %. Hintergrund ist die hohe Erwartungshaltung angesichts eines Kursanstiegs von über 60 % in den vergangenen Monaten. Die guten Ergebnisse konnten diese Erwartungen nicht voll erfüllen.
Dieser Kursrückgang verdeutlicht, wie stark Aktienkurse neben den reinen Unternehmenszahlen von den Erwartungen der Anleger beeinflusst werden.
Cerebras erlebt nach enttäuschendem Quartalsumsatz deutlichen Kursrückgang
Die Chiphersteller-Aktie von Cerebras fiel nach Vorlage eines unter den Erwartungen liegenden Quartalsumsatzes um etwa 16 % im nachbörslichen Handel. Obwohl die Umsatzprognose für das ganze Jahr angehoben wurde, enttäuschten die Gewinnmargen die Anleger. Dies unterstreicht die Sensitivität hoch bewerteter Technologieaktien bei Abweichungen von den Prognosen.
Zentrale Themen für den weiteren Handelstag
Das Gesamtbild am Markt wird von den nachlassenden Inflationszahlen, den gedämpften Staatsanleiherenditen und der weiterhin starken Nachfrage im KI-Sektor getragen. Technologiewerte bleiben damit Treiber des Aktienmarkts. Zugleich liegt der S&P 500 nahe historischer Höchststände, was das Potenzial für Gewinnmitnahmen erhöht.
Der heutige US-Erzeugerpreisindex steht im Fokus und könnte neue Impulse liefern. Die Entwicklung der Ölpreise bleibt ein kritischer Faktor für Inflationsprognosen und die Marktstimmung. Bei einer erneuten Eskalation geopolitischer Spannungen mit steigenden Ölpreisen könnten Inflationsängste wieder aufflammen und die Aktienmärkte belasten.
Anleger sollten insbesondere auch die weitere Kursentwicklung von Cisco und den Halbleitersektor im Auge behalten, um potenzielle Phasen der Marktanpassung frühzeitig zu erkennen. Die kommenden Berichtssaison-Tage werden entscheidend sein, um zu beurteilen, ob die Märkte in eine längerfristige Korrektur eintreten oder nur kurzzeitige Schwankungen verarbeiten.