Binance reagiert auf EU-Sanktionen mit Handelsstopp
Binance hat angekündigt, ab dem 23. August 2026 keine Transaktionen mehr mit HTX (Verbunden mit Huobi) und zehn weiteren Krypto-Börsen zu verarbeiten. Laut der Mitteilung können ab diesem Datum eingereichte Transfers vorübergehend eingefroren werden, um Compliance-Prüfungen durchzuführen. Die Liste der betroffenen Plattformen basiert vollständig auf den jüngst von der EU beschlossenen Sanktionen, die insgesamt 14 Krypto- und Zahlungsdienstleister umfassen.
EU-Sanktionen und die genaue Liste der betroffenen Plattformen
Am 23. Juli verabschiedete die EU das Ratsverordnung 2026/1848, das den Handel mit vierzehn gelisteten Krypto- und Zahlungsplattformen untersagt. Für elf dieser Anbieter tritt das Verbot ab dem 23. August in Kraft. Die von Binance genannten Plattformen entsprechen exakt der EU-Liste, einschließlich spezieller Firmennamen wie „NoOnecrypto INC.“ und „Exnode Pay (Arvix)“.
Auch wenn die US-Finanzbehörden am 7. August eigene Sanktionen gegen die Plattformen Shelbit und Aban Tether wegen Verbindungen zu iranisch beeinflussten Netzwerken verhängt haben, finden sich diese Anbieter nicht auf der EU-Liste.
Gründe für die Sanktionen gegen HTX und weitere regulatorische Maßnahmen
Bereits am 26. Mai hatte die britische Regierung die Vermögenswerte der hinter HTX stehenden Panamafirma Huobi Global S.A. eingefroren. Grund war deren Dienstleistungserbringung für das russische Zahlungsnetzwerk A7 LLC und Garantex Europe OU, die mit dem sanktionierten moldauischen Politiker Ilan Shor sowie der russischen Staatsbank Promsvyazbank in Verbindung stehen. Das A7-Netzwerk wickelte laut britischen Stellen im vergangenen Jahr Transaktionen von über 90 Milliarden US-Dollar ab. Am 29. Mai wurde offiziell bestätigt, dass das Einfrieren auch das HTX-Exchange direkt betrifft.
Parallel zum Vermögenseinfrieren läuft vor dem Londoner High Court ein Verfahren gegen HTX, da die britische Finanzaufsicht FCA dem Anbieter unerlaubte Krypto-Werbung vorwirft. Das Schiedsfenster zur möglichen Einigung schließt am 25. August. Der Exekutivdirektor für Vollzug bei der FCA, Steve Smart, bemerkte, dass sich HTX-Verhalten deutlich von den unter Regulierungsaufsicht arbeitenden Unternehmen unterscheide.
Auswirkungen auf Nutzer und Liquidität des Marktes
HTX gibt an, rund 59,49 Millionen Nutzer zu haben, wobei die jüngsten Halbjahreszahlen nur etwa 420.000 aktive Spot-Trader ausweisen. Das tägliche Spot-Volumen von Binance übersteigt das von HTX etwa um den Faktor zehn. Mit Inkrafttreten des Sanktionsverbots verlieren Trader den Kanal für Transfers zwischen Binance und HTX. Auch weitere kleine Plattformen auf der Liste, die häufig kostengünstige Marktzugänge bieten, stehen nun unter Restriktionen.
Darüber hinaus gelten sämtliche durch HTX adressierten Blockchain-Konten als potenziell riskant. Der Blockchain-Analyst ZachXBT wies darauf hin, dass die britischen Anordnungen zahlreiche unschuldige Adressen betreffen, was die Risikoanalyse in der Kryptoüberwachung erschwert.
Regulatorische Konsequenzen und Handlungsoptionen für Nutzer
Die EU-Sanktionen gelten für alle Binnenmarktunternehmen und verbieten ab Inkrafttreten sämtliche Transaktionen mit gelisteten Plattformen. Einige Börsen, darunter Bybit, haben die Überwachung von HTX-Konten bereits vor einigen Monaten verschärft. Nutzern bleibt nur eine begrenzte Frist, um noch laufende Transfers zwischen Plattformen abzuwickeln und damit eine mögliche Einfrierung von Vermögenswerten oder Handelsstörungen zu vermeiden.
Insgesamt unterstreicht die Entscheidung von Binance, sich den EU-Sanktionen anzupassen und den Handel mit HTX sowie anderen gelisteten Plattformen auszusetzen, die wachsende Härte in der regulativen Kontrolle des Kryptomarktes. Investoren und Händler müssen die regulatorischen Rahmenbedingungen verstärkt beobachten und ihre Transaktionsstrategien entsprechend anpassen.