- Eine neue Welle von Drohnenangriffen im Nahen Osten hat zu einem Brand im Kernkraftwerk der Vereinigten Arabischen Emirate geführt, wodurch das Risiko einer Blockade der Straße von Hormus stark gestiegen ist. Der Brent-Ölpreis stieg im Tagesverlauf um 1,9 % auf 111,34 USD pro Barrel.
- Langfristige Inflationsängste führten zu einem starken Rückgang der globalen Anleihemärkte. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen stieg auf ein 15-Monats-Hoch von 4,631 %, und die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die Fed in diesem Jahr wurde auf 50:50 eingepreist.
- Die Ausbreitung der Risikoscheu führte zu einem Rückgang der Aktienmärkte im asiatisch-pazifischen Raum. Der Schwerpunkt des globalen Aktienhandels liegt in dieser Woche auf den am Mittwoch veröffentlichten Quartalszahlen von Nvidia (NVDA:US) und den Ergebnissen von Einzelhandelsriesen wie Walmart (WMT:US).
Blockade der Engpassroute und Erschöpfung der physischen Bestände
Da die strategische Route im Nahen Osten weiterhin nicht normal funktioniert, beschleunigt sich die sichtbare Zerstörung der globalen physischen Ölversorgungskette. Ein aktueller Branchenrisikobericht von Capital Economics weist darauf hin, dass die Blockade der Straße weltweit die kommerziellen Rohölbestände erschöpft. Sollte die derzeitige Pattsituation bis Ende Juni andauern, werden die globalen Bestände unter den historischen Verteidigungsschwellenwert sinken, was die Brent-Ölpreise im dritten Quartal auf 130 bis 140 USD pro Barrel treiben könnte. Daten aus dem Terminmarkt bestätigen ebenfalls diese Erwartung eines Angebotsengpasses, da die Preise für Rohöl-Futures-Kontrakte im September und Dezember neue Höchststände erreicht haben.
Starker Rückgang der globalen Anleihemärkte und symmetrische Zinserhöhungserwartungen
Unter dem Schatten der importierten Inflation aufgrund dauerhaft hoher Energiekosten erlebten die globalen Rentenmärkte einen strukturellen Ausverkauf. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen stieg letzte Woche um 23 Basispunkte auf 4,631 %, während die Rendite der 30-jährigen US-Staatsanleihen auf 5,159 % kletterte. Diese starke Volatilität zeigt, dass festverzinsliche Investoren begonnen haben, eine aggressivere Straffung in die Preisgestaltung einzubeziehen. Der Markt hat derzeit eine 50:50-Chance eingepreist, dass die Fed in diesem Jahr nicht nur die Zinsen nicht senken, sondern möglicherweise wieder anheben könnte. Das Protokoll der letzten Fed-Sitzung, das am Mittwoch veröffentlicht wird, wird ein entscheidender Indikator für die Bewertung eines neutralen Politikwechsels sein.
Verschlechterung der Breite der Aktienmärkte und strukturelle Gewinnneubewertung
Die wichtigsten Aktienindex-Futures in Asien-Pazifik und Europa standen am Montag unter Druck. Der MSCI Asia ex Japan Index fiel um 0,8 %, der Nikkei-Index sank um 0,9 %. Strategen von Citigroup (C:US) weisen darauf hin, dass trotz der vorherigen Schwankungen an der Wall Street die Qualität des Mikrogewinnwachstums sich verschlechtert. Quantitative Daten zeigen, dass die jüngsten Gewinnsteigerungen des S&P 500 zur Hälfte aus einmaligen, nicht operativen Posten wie Zollerstattungen und Neubewertungen von Vermögenswerten stammen, und dass der Aufwärtsimpuls des Index stark auf 20 Kernwerte konzentriert ist. Vor dem Hintergrund steigender Diskontsätze aufgrund höherer US-Staatsanleiherenditen wird der Bewertungsmultiplikator unter Druck stehen, wenn es keinen klaren Weg zur Entspannung der makroökonomischen Lage gibt.
Starke Flucht in den sicheren Hafen Dollar und Verteidigung der Nicht-Dollar-Währungen
Die Liquidität auf dem Devisenmarkt konzentriert sich zunehmend auf Dollar-Anlagen, die sowohl Nettoenergieexporte als auch hohe Zinsdifferenzen aufweisen. Der Euro fiel gegenüber dem Dollar auf etwa 1,1618, während das Pfund aufgrund innenpolitischer Unsicherheiten und eines Ausverkaufs von Gilts bei 1,3311 verharrte. Der Dollar-Yen-Kurs blieb auf einem starken Niveau von 158,91. Analysten weisen darauf hin, dass die japanische Regierung plant, neue Schulden zur Finanzierung eines zusätzlichen Budgets aufzunehmen, um die Auswirkungen des geopolitischen Krieges abzufedern. Die Renditen japanischer Staatsanleihen haben den höchsten Stand seit 1996 erreicht, was die marginalen Kosten für das japanische Finanzministerium erheblich erhöht, um eine normale Devisenintervention zur Verteidigung der 160-Marke durchzuführen.