
Mehrere Medien berichten unter Berufung auf Insider-Informationen, dass Venezuela plant, die Dollarausgabe erheblich zu erhöhen. Über das Bankensystem sollen Dollar an Unternehmenskunden verkauft werden, um die unter externen Schocks stark schwankende Bolívar-Wechselkurse zu stabilisieren.
Verkaufsvorgang in Sicht: Banken befragen Unternehmen, aber Abschluss steht noch aus
Berichten zufolge haben Banken in Caracas in dieser Woche begonnen, Unternehmenskunden zu kontaktieren, um eine seit Mitte Dezember erstmals deutlich erhöhte Dollarausgabe des Staates anzubieten und befinden sich nun in der Angebotsphase; jedoch wurde das Geld zum Zeitpunkt des Berichts noch nicht ausgezahlt.
Hintergrund: Öl-Exporte behindert, Devisenquellen abgeschnitten, Bolívar schwankt stark
Der Kern der Marktschwankungen liegt im abrupten Rückgang der Devisenversorgung. Berichten zufolge, nachdem die US-Militärkräfte Ölexporte verhinderten, wurde der Dollarzustrom gedrosselt, und die Regierung verlor ihre wichtigste Devisenquelle, wodurch der Bolívar stark schwankte. Reuters gibt weiter an, dass eingeschränkte Exporte PDVSA gezwungen haben, Vorräte auf See und Land anzulegen und den Versand zu verlangsamen, mit einem signifikanten Rückgang der Auslieferungen Ende letzten Jahres bis Anfang dieses Jahres.
Paralleler Markt stabilisiert sich vorübergehend: Notierung unter „500“, aber Stimmung bleibt fragil
Kurzfristig gesehen fiel das Angebot im Parallelhandel für den Bolívar zeitweise unter 500 Bolívar pro Dollar, was darauf hindeutet, dass die Panikstimmung etwas gelindert ist. Doch nach der Verhaftung von Nicolás Maduro durch die USA fiel der Bolívar zuvor um über 20 % auf ein Niveau von etwa 800, wodurch die Sorgen über eine mögliche Währungskrise deutlich zunahmen.
Woher kommt das Geld: Reuters berichtet, dass etwa 300 Millionen Dollar durch Privatbanken verteilt werden sollen
Das Ausmaß des Dollarkaufs und die Herkunft der Mittel sind weiterhin ein großes Fragezeichen im Markt. Im Originalbericht wurden keine klaren Angaben zur genauen Summe und Quelle gemacht. Reuters berichtet jedoch, dass die Behörden vier lokalen Banken mitgeteilt haben, dass etwa 300 Millionen Dollar aus Öleinnahmen (etwa 75 Millionen Dollar pro Bank) zur Verfügung gestellt werden sollen, um Unternehmungen mit Dollar zu versorgen, wobei die Mittel mit einer Ölfonds-Dispositionsvereinbarung in Katar in Zusammenhang stehen.
Marktauswirkungen: Kurzfristige Entlastung möglich, entscheidend sind das Tempo und die Nachhaltigkeit
Sollte der Verkauf wie geplant realisiert werden, könnte dies kurzfristig die Verfügbarkeit von Devisen für Unternehmen zur Importfinanzierung und Zahlung verbessern und die Spannung zwischen dem offiziellen und dem inoffiziellen Wechselkurs abmildern. Ob jedoch eine längerfristige Stabilisierung gelingt, hängt von der Kontinuität der Ölrückflüsse und der Konsistenz der politischen Umsetzung ab – insbesondere unter den weiterhin hoch unsicheren Bedingungen des Ölexports und der Sanktionen/Kontrollen.
