
Am Montag erlebten die europäischen Aktienmärkte starken Verkaufsdruck. Nachdem der US-Präsident Trump die Drohung erhöht hatte, die Zölle gegen mehrere europäische Länder zu erhöhen, kühlte die Risikoneigung schnell ab. Besonders spürbar waren die Verluste in den Bereichen Luxusgüter und exportempfindliche Sektoren. Da die US-Börsen wegen des Martin-Luther-King-Gedenktages geschlossen waren, gab es keinen Handel an den US-Kassamärkten, aber die Futures auf den S&P 500 und den Nasdaq fielen dennoch zeitweise um über 1,2 %, was zeigt, dass der emotionale Schock nicht vollständig von dem "Feiertag" isoliert werden konnte.
Breite Verluste an europäischen Börsen: Kernindizes verzeichnen erhebliche Rückschläge
Beim Blick auf die Schlusskurse fiel der Euro Stoxx 50 um etwa 1,77 %, der französische CAC40 um etwa 1,78 %, der deutsche DAX um etwa 1,22 %, der britische FTSE 100 um etwa 0,44 % und der italienische MIB um etwa 1,32 %. Marktteilnehmer führten diese Schwankungen auf die "Neubewertung von Handelskonflikten" zurück, wobei insbesondere die Sorge besteht, dass sich die Zollbedrohungen von verbalen Angriffen zu einem umsetzbaren Zeitplan entwickeln.
Luxusgüter am stärksten betroffen: Führende Unternehmen schwächeln kollektiv, Herabstufungen erhöhen Druck
Auf Sektorebene waren die Aktien von Luxusgüterunternehmen das "Zentrum" der Verluste. Unternehmen wie LVMH, Richemont und Kering führten die Kursverluste an, wobei LVMH um etwa 4 % fiel und auch Richemont und Kering einen deutlichen Rückgang verzeichneten. Analysten sind weitgehend der Meinung, dass Luxusgüter extrem empfindlich auf externe Nachfrage, Wechselkurse und Zölle reagieren, und kurzfristig leichter durch "politische Unsicherheiten" in ihrem Wert gedrückt werden könnten.
Bemerkenswert ist, dass Morgan Stanley das Rating von LVMH von "Übergewichten" auf "Neutral/Gleiche Gewichtung" gesenkt hat und sich dabei auf Wechselkursschwankungen und mögliche Zollauswirkungen konzentriert: Ohne die mittlere Einkommensgruppe "preismäßig abzuschrecken", sei das Potenzial der Unternehmen, durch Preiserhöhungen die gestiegenen Kosten vollständig auszugleichen, begrenzt. Die Bank erwähnte auch, dass einige Luxusgüterkonzerne ein beträchtliches Einkommensexposure im US-Markt haben (ungefähr ein Fünftel).
Zeitplan für Zölle und politischer Hintergrund: Vom "Drohung" zum "umsetzbaren Erwartung"
Trump hatte zuvor erklärt, dass er, wenn bei den Verhandlungen über Grönland kein Fortschritt erzielt werde, ab dem 1. Februar 10 % zusätzliche Zölle auf Importe aus acht europäischen Ländern erheben werde und diese möglicherweise am 1. Juni auf 25 % anheben könnte. Diese Aussage wurde von den Märkten als "Verhandlungschip mit Datum" interpretiert, was es den Unternehmen schwieriger macht, die Risiken als "Lärm" zu ignorieren.
EU prüft Gegenmaßnahmen, Großbritannien tendiert zu Gesprächen
Auf politischer Ebene kritisierten mehrere EU-Länder offen die Zollbedrohungen und diskutierten über Gegenmaßnahmen: Dazu gehören die Erhebung von Vergeltungszöllen auf etwa 93 Milliarden Euro an US-Importen (zuvor ausgesetzt) sowie der Einsatz von noch nicht wirklich "kampfbereiten" Gegenmaßnahmen, die potenziell auch Dienstleistungen oder Investitionen abdecken könnten.
Das Vereinigte Königreich sendete hingegen eher zurückhaltende Signale aus, indem es betonte, die Konfrontation vorrangig durch Gespräche zu entschärfen, und erklärte, Vergeltungszölle seien nicht die bevorzugte Option. Einige Ökonomen wiesen darauf hin, dass die USA die Zollbedrohungen selbst bei bestehenden Handelsabkommen als langfristige Verhandlungstaktik nutzen könnten, was der Grund für die wiederholten "Schocks" am Markt sei.
Währungen und Kapitalströme: Dollar schwächelt unerwartet, Erwartung von Diversifizierung wächst
Die Reaktion des Devisenmarktes zog ebenfalls Aufmerksamkeit auf sich. Einige Strategen sagten, dieser Zyklus erscheine mehr wie ein "geopolitisches Risiko" und nicht nur die Zölle an sich; ungewöhnlich sei, dass der Dollar, der traditionell in Krisenzeiten stärker wird, schwächelte, weil die Ungewissheiten als in den USA selbst verwurzelt angesehen werden. Dies könne die Investoren dazu veranlassen, ihre Anlagen stärker zu diversifizieren, sowohl geografisch als auch bezüglich der Anlageklassen.
Gleichzeitig trägt der Zollstreit zur angespannten Atmosphäre beim bevorstehenden Weltwirtschaftsforum in Davos bei: Globale Führungsgrößen aus Politik und Wirtschaft werden intensiv diskutieren, wobei Handels- und geopolitische Themen voraussichtlich zu den Hauptthemen außerhalb des Forums gehören werden.
