- Die Eskalation des Konflikts zwischen den USA und dem Iran führt zu einem Anstieg der geopolitischen Risikoprämien, was den MSCI Asien-Pazifik-Index (ohne Japan) (.MIAPJ0000PUS) deutlich belastet.
- Obwohl die angespannte geopolitische Lage zu einem leichten Anstieg der Brent-Rohöl-Futures (BRN1!) und WTI-Rohöl-Futures (CL1!) führt, ist die gesamte Lieferkette noch nicht wesentlich unterbrochen, und der Markt betrachtet dies eher als ein Ereignisrisiko denn als einen makroökonomischen Schock.
- Investoren konzentrieren sich auf den bald veröffentlichten US-Verbraucherpreisindex (CPI) für Mai. Sollte der Kerninflationsindikator die Erwartungen übertreffen, könnte die Geldpolitik der US-Notenbank (Fed) nächste Woche eine restriktivere Haltung einnehmen.
Deutliche Korrekturen an den asiatisch-pazifischen Aktienmärkten
Die Verschärfung der militärischen Konflikte zwischen den USA und dem Iran führte am Mittwoch zu einem allgemeinen Rückgang der wichtigsten Aktienindizes in der Asien-Pazifik-Region. Der Nikkei 225 Index (NI225) gab seine frühen Gewinne ab und schloss mit einem Rückgang von etwa 2%. Der technologielastige KOSPI in Südkorea stand unter starkem Verkaufsdruck und fiel um fast 7%, was auf den Druck einer kurzfristigen Neubewertung im Bereich der künstlichen Intelligenz hinweist. Im Vergleich dazu zeigte sich der Euro Stoxx 50 Index Future (FESX1!) relativ stabil, da Investoren angesichts der zunehmenden globalen makroökonomischen Unsicherheiten abwartend agierten und auf eine Klärung der weiteren Auswirkungen des Konflikts warteten.
Moderate Reaktion der Energiemärkte zeigt Risikobeherrschung
Im Vergleich zu den heftigen Schwankungen an den Aktienmärkten war die Volatilität auf den Rohstoffmärkten relativ moderat. Die Brent-Rohöl-Futures (BRN1!) stiegen um 0,7% auf 92,08 USD pro Barrel, während die WTI-Rohöl-Futures (CL1!) um 0,6% auf 88,73 USD pro Barrel zulegten. Analysten weisen darauf hin, dass die Ölpreise nahe 90 USD pro Barrel darauf hindeuten, dass das aktuelle Preisniveau noch nicht das Risiko einer weitreichenden Lieferunterbrechung vollständig eingepreist hat. Sollten zukünftige Angriffe die zentrale Energieinfrastruktur im Nahen Osten oder wichtige Schifffahrtsdrehkreuze direkt betreffen, könnten die internationalen Ölpreise einer stärkeren Neubewertung unterzogen werden.
Fed-Politikaussichten konzentrieren sich auf Inflationsdaten
Die potenziellen angebotsseitigen Schocks durch geopolitische Konflikte verleihen den bevorstehenden US-CPI-Daten für Mai zusätzliche Bedeutung. Der Markt erwartet allgemein, dass der CPI im Jahresvergleich um 4,2% steigen könnte. Sollte die tatsächliche Zahl die Erwartungen übertreffen, könnte es für die Fed schwierig werden, bei der Sitzung nächste Woche an einer lockeren geldpolitischen Ausrichtung festzuhalten. Auch wenn ein einzelner angebotsseitiger Schock nicht direkt zu Zinserhöhungen führen könnte, könnte ein anhaltender Anstieg der Energiepreise die Inflationserwartungen verfestigen und die Währungsbehörden zwingen, die Zinssätze über einen längeren Zeitraum hoch zu halten.
Yen unter Druck durch Risikoflucht im Devisenmarkt
Am Devisenmarkt zeigt sich der US-Dollar-Index stark, was den Druck auf Nicht-US-Währungen erhöht. Der Euro zum US-Dollar (EURUSD) und das Pfund zum US-Dollar (GBPUSD) werden jeweils um 1,1548 und 1,3380 gehandelt. Der US-Dollar zum Yen (USDJPY) erreichte erneut das kritische Niveau von 160,36. Aufgrund des schnellsten Anstiegs der japanischen Großhandelspreise seit drei Jahren und des anhaltenden Drucks durch importierte Inflation hat der Markt die Zinserhöhungserwartungen der Bank of Japan (BOJ) für die Sitzung am 16. Juni fast vollständig eingepreist. Sollte der Yen weiter unter die kritische Schwelle fallen, könnten die japanischen Aufsichtsbehörden gezwungen sein, substanzielle Eingriffe vorzunehmen.
Tiefgreifende Korrektur der Edelmetallbewertungen auf mehrwöchige Tiefststände
Trotz eines Umfelds, das eigentlich sichere Anlagen begünstigen sollte, erlebte der Spot-Goldpreis (GOLD) am Mittwoch eine ungewöhnlich starke Korrektur und fiel um 2% auf 4.174,20 USD pro Unze, den tiefsten Stand seit 11 Wochen. Analysten meinen, dass die hohen Erwartungen an die Renditen von US-Staatsanleihen und der starke US-Dollar-Index erheblichen Druck auf die Bewertung von zinslosen Anlagen ausüben. Sollte die nachfolgende US-Inflationsdaten erneut bestätigen, dass die makroökonomischen Zinssätze länger hoch bleiben, könnte der Goldpreis kurzfristig weiter unter Druck bleiben.