- Der Onshore- und Offshore-Wechselkurs des Renminbi gegenüber dem US-Dollar fiel im Tagesverlauf unter die Marke von 6,79 und erreichte damit ein mehr als zweiwöchiges Tief. Dies wurde hauptsächlich durch die starken US-Arbeitsmarktdaten für Mai verursacht, die den Dollar stärkten und eine globale Anpassung der Risikoanlagenpreise auslösten.
- Die heute von der chinesischen Zentralbank bekannt gegebene Mittelrate des Renminbi gegenüber dem US-Dollar wurde mit 6,8198 Yuan festgelegt, was etwa 250 Basispunkte stärker als erwartet ist. Dies zeigt, dass die Regulierungsbehörden durch das Mittelratenfenster ein antizyklisches Signal senden, um die einseitige Abwertungserwartung effektiv zu dämpfen.
- Starke Arbeitsmarktdaten haben die Markterwartungen für eine länger anhaltende Hochzinspolitik der Fed angeheizt. Laut CME FedWatch stieg die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Dezember von 45 % in der letzten Woche auf über 70 %, was zu einer deutlichen Neubewertung der Aktienmärkte im asiatisch-pazifischen Raum führte.
Starke Arbeitsmarktdaten lösen globale Wechselkursneubewertung aus
Die anhaltend starke Zunahme der US-Arbeitsplätze im Mai führte zu einer signifikanten Zunahme der Volatilität auf den globalen Devisenmärkten. Die robusten Arbeitsmarktdaten deuten darauf hin, dass die US-Wirtschaft nach einer Phase der Abschwächung wieder an Schwung gewinnt, was die Erwartungen an eine Lockerung der Fed-Politik direkt schwächt. Analysten von Capital Economics und anderen Institutionen glauben, dass dieser Arbeitsmarktbericht einigen Fed-Vertretern, die gegen eine Lockerung sind, Datenunterstützung bietet. Vor diesem Hintergrund bewegt sich der Dollar-Index auf den internationalen Märkten nahe einem Zwei-Monats-Hoch, während nicht-amerikanische Währungen allgemein unter Druck stehen und der Yen sich weiter einem Bereich nähert, der eine offizielle Intervention auslösen könnte.
Antizyklische Mittelratensteuerung zeigt Stabilitätsabsicht
Angesichts des externen Drucks durch den starken Dollar zeigt die chinesische Zentralbank bei der Festlegung der Mittelrate eine deutliche antizyklische Steuerungsabsicht. Die heutige Mittelrate des Renminbi gegenüber dem US-Dollar wurde auf 6,8198 Yuan festgelegt, was zwar gegenüber dem vorherigen Handelstag von 6,8157 Yuan leicht gesunken ist, aber dennoch nicht unter die Marke von 6,82 gefallen ist. Dieser Kurs liegt etwa 250 Basispunkte über dem von Reuters berechneten Prognosewert. Händler sind allgemein der Meinung, dass die stärker als erwartete Mittelrate eine effektive Preisverankerung für den Onshore-Spotmarkt darstellt und die klare Haltung der Regulierungsbehörden zur Aufrechterhaltung der grundlegenden Stabilität des Devisenmarktes zeigt. Infolgedessen haben sich die Verluste des Renminbi auf dem Onshore- und Offshore-Markt nach dem Unterschreiten der Marke von 6,79 unterschiedlich stark verringert.
Saisonale Devisenverkäufe begrenzen Abwärtsspielraum des Wechselkurses
Trotz des starken externen Dollar-Umfelds zeigt der Onshore-Markt weiterhin eine starke Widerstandsfähigkeit bei den Devisenverkäufen. Rückmeldungen von Händlern aus chinesischen und ausländischen Banken zeigen, dass die Marktteilnehmer weiterhin aktiv bereit sind, bei den aktuellen Kursen Devisen zu verkaufen. Viele Unternehmen entscheiden sich dafür, bei einer Rückkehr des Renminbi auf etwa 6,79 Dollar-Liquidität freizusetzen. Diese Strategie, den Renminbi bei Schwäche zu kaufen, bietet dem Wechselkurs eine entscheidende Unterstützung. Die Finanzmarktabteilung der Ping An Bank weist darauf hin, dass der Wechselkurs des US-Dollars zum Renminbi kurzfristig auf den Widerstand bei 6,80 achten wird. Sollte der externe Druck zunehmen und dieser Widerstand durchbrochen werden, könnte sich die Schwankungsbreite insgesamt auf 6,80 bis 6,82 verschieben; wenn nicht, bleibt bei etwa 6,76 eine starke Unterstützung bestehen.
Zinsänderungserwartungen belasten übergreifend Risikoanlagen
Die Neubewertung der Zinserhöhungserwartungen der Fed hat zu einem deutlichen Druck auf die Risikoprämien globaler Risikoanlagen geführt. Die Finanzmarktabteilung der China Merchants Bank analysiert, dass die Widerstandsfähigkeit der US-Wirtschaft und die Stabilität des Arbeitsmarktes die Notwendigkeit von Zinssenkungen deutlich verringern, und erwartet, dass das Hochzinsumfeld länger anhalten wird. Infolgedessen zeigten die asiatisch-pazifischen Aktienmärkte am Montag eine kollektive Schwäche, wobei der südkoreanische KOSPI-Index aufgrund eines starken Rückgangs vorübergehend den Handel für 20 Minuten aussetzte und der japanische Nikkei-Index im frühen Handel ebenfalls um mehr als 3 % fiel. Der Nasdaq-Index der US-Börse hatte sich bereits am Freitag unter der Führung des Halbleitersektors zurückgezogen. Die hohen Zinserwartungen auf makroökonomischer Ebene üben über die Kapitalflusskanäle einen doppelten Druck auf Schwellenländerwährungen und Aktienanlagen aus.