- Die Zahl der neu geschaffenen Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft in den USA stieg im Mai um 172.000 und übertraf damit die Erwartungen, was die Markterwartungen auf eine Zinserhöhung der Fed bis Ende des Jahres stark anheizte. Das FedWatch-Tool der Chicago Mercantile Exchange (CME) zeigt, dass die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Dezember auf über 70 % gestiegen ist.
- Die eskalierende geopolitische Lage im Nahen Osten löst weltweit Besorgnis über die Energieversorgung aus, was mehrere Währungen unter Druck setzt. Der Euro gegenüber dem US-Dollar (EURUSD), der Australische Dollar gegenüber dem US-Dollar (AUDUSD) und der Neuseeland-Dollar gegenüber dem US-Dollar (NZDUSD) erreichten gemeinsam den niedrigsten Stand seit zwei Monaten.
- Der Yen fiel gegenüber dem US-Dollar auf 160,34 und machte damit die vorherigen Gewinne durch offizielle Interventionen weitgehend zunichte. Der Markt beobachtet genau, ob die Bank of Japan (BOJ) in diesem Monat aufgrund des Inflationsdrucks ein starkes Signal für eine Zinserhöhung geben wird.
Starke Beschäftigungsdaten ändern die Politikprognosen
Der jüngste Bericht des US-Arbeitsministeriums über die Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft im Mai zeigt, dass 172.000 neue Arbeitsplätze geschaffen wurden, was die allgemeinen Markterwartungen deutlich übertrifft. Diese makroökonomischen Daten deuten darauf hin, dass der US-Arbeitsmarkt trotz der anhaltenden globalen Energiepreisschocks weiterhin eine starke Widerstandsfähigkeit zeigt. Linus Goltman, Chefmarktökonom bei Capital Economics, erklärte, dass die erneute Beschleunigung des Arbeitsmarktes die Wahrscheinlichkeit einer Straffung der Geldpolitik durch das Federal Open Market Committee später in diesem Jahr erheblich erhöht. Derzeit beginnen Marktteilnehmer, den geldpolitischen Kurs der Fed neu zu bewerten, und es wird erwartet, dass bis Ende des Jahres möglicherweise zwei Zinserhöhungen um jeweils 25 Basispunkte erfolgen könnten, wobei die politische Waage in Richtung einer restriktiveren Haltung kippt.
Geopolitische Risiken treiben den Dollar-Index nach oben
Während die Arbeitsmarktdaten eine fundamentale Unterstützung bieten, verschärfen plötzliche geopolitische Konflikte im Nahen Osten die Risikobereitschaft der Märkte weiter. Israels Angriffe auf militärische Ziele im Westen und Zentrum des Iran haben weit verbreitete Bedenken hinsichtlich einer globalen Energiekrise ausgelöst, die die Inflation anheizen könnte. Vor diesem Hintergrund bleibt der Dollar-Index stark, während nicht-amerikanische Währungen allgemein unter Druck stehen. Der Euro fiel gegenüber dem US-Dollar auf ein Zwei-Monats-Tief von 1,1507, das britische Pfund schwankte in der Nähe von 1,33165, und auch der Australische und der Neuseeland-Dollar fielen gegenüber dem US-Dollar. Sollte die geopolitische Lage im Nahen Osten nicht effektiv kontrolliert werden, könnten die durch den Anstieg der Rohstoffpreise ausgelösten Inflationsrisiken die großen Zentralbanken weltweit zu weiteren marginalen Änderungen ihrer Politik veranlassen, und der Trend, dass sich Fluchtkapital in US-Dollar-Anlagen sammelt, dürfte kurzfristig schwer umzukehren sein.
Yen nähert sich Interventionsbereich und testet Entschlossenheit der Zentralbank
Mit der allgemeinen Stärke des US-Dollars fiel der Yen erneut auf 160,34 und hat damit die gesamten Gewinne, die nach der Devisenintervention des japanischen Finanzministeriums in Höhe von 11,7 Billionen Yen vor einem Monat erzielt wurden, weitgehend zurückgegeben. Damals erreichte der Yen ein Tief von 160,725. Marktbeobachter weisen darauf hin, dass die Bank of Japan, sofern der Konflikt im Nahen Osten nicht stark eskaliert und zu heftigen globalen Marktturbulenzen führt, voraussichtlich in diesem Monat eine Zinserhöhung ankündigen wird, um den durch den Energieschock verursachten Anstieg der Importkraftstoffkosten zu bewältigen. Sim Moh Siong, Stratege bei der OCBC Bank, meint, dass der weitere Kurs des Yen davon abhängen wird, ob die Bank of Japan ein restriktiveres Signal als erwartet sendet. Ohne eine solche überraschend restriktive Haltung könnte der Yen weiterhin keine klare Aufwärtsrichtung finden.
Krypto-Assets erholen sich moderat unter Mehrfachdruck
Nach einem starken Rückgang in der Vorwoche erholte sich der Kryptowährungsmarkt am Montag moderat. Der Bitcoin-Preis stieg auf 63.093,86 US-Dollar, der Preis für Ether stieg auf 1.679,40 US-Dollar. Allerdings hat die anhaltende Begeisterung für KI-bezogene Aktien in diesem Jahr, zusammen mit einer Reihe von hochkarätigen Börsengängen wie SpaceX, die viel Marktliquidität angezogen haben, einen langfristigen Druck auf digitale Vermögenswerte ausgeübt. Marktanalysten weisen darauf hin, dass, wenn die globale makroökonomische Liquidität aufgrund der Zinserwartungen der Fed weiterhin straff bleibt, der Bewertungsdruck auf den Kryptowährungsmarkt anhalten könnte. Investoren wägen das Gewicht der Vermögensallokation zwischen wachstumsstarken Technologiewerten und digitalen Vermögenswerten ab, was dazu führt, dass der Kryptowährungsmarkt insgesamt eine relativ schwache Entwicklung zeigt.