Die Inflationsdaten aus den USA für Februar haben die generelle Marktrichtung nicht verändert; der eigentliche Einfluss auf die Preisgestaltung ist das Risiko eines Krieges. Mit der Eskalation im Nahen Osten und dem Anstieg des Risikos im Hormusstraßenverkehr wechseln globale Investoren von der Erzählung einer "langsam abkühlenden Inflation" zu der Frage, ob ein Energieschock die Inflation neu entfachen könnte. Der Rückgang der US-Aktien, der starke Ölpreisanstieg und die Aufwertung des Dollars, während Bitcoin auf hohem Niveau schwankt, spiegeln diese Logik in verschiedenen Anlageklassen wider.
Inflationsdaten selbst sind nicht aggressiv
Daten des US-Arbeitsministeriums zeigen, dass der Verbraucherpreisindex (CPI) im Februar um 0,3 % im Monatsvergleich und um 2,4 % im Jahresvergleich gestiegen ist, während der Kern-CPI um 2,5 % im Jahresvergleich stieg. Aus statischer Sicht bedeuten diese Zahlen, dass der Preisdruck in den USA nicht wieder beschleunigt hat und die Inflation weitgehend dem Trend einer moderaten Abschwächung folgt, zumindest im Erfassungszeitraum Februar.
Das Problem liegt jedoch darin, dass der Markt nicht mehr den Februar, sondern die potenzielle Energieübertragung in der zweiten Märzhälfte handelt. Sollten Rohöl- und Erdgaspreise hoch bleiben, könnten sich die Kosten für Benzin, Flugtreibstoffe, Logistik und Herstellung erhöhen, wodurch sich die künftige CPI-Entwicklung sowie die Zinserwartungen ändern könnten.
Rohöl wird wieder zum globalen Preiszentrallager
Die Internationale Energieagentur (IEA) gab am 11. März bekannt, dass ihre Mitgliedsländer einstimmig vereinbart haben, 400 Millionen Barrel Notvorräte freizugeben. Trotz dieser Rekordmenge richtet der Markt seine Aufmerksamkeit auf entscheidendere Fragen: Ob der Verkehr durch die Straße von Hormus wieder aufgenommen wird, wie sich Versicherungs- und Transportkosten auf See ändern und ob Kürzungen der Fördermengen und Engpässe im Transport- und Lagerwesen zunehmen.
Am 12. März überschritt der Brent-Ölpreis zeitweise die Marke von 100 US-Dollar, während WTI auf über 93 US-Dollar stieg. Goldman Sachs meint, sollte der Verkehr in der Straße von Hormus langfristig niedrig bleiben, könnten Tagesölpreise sogar historische Extremwerte herausfordern. Dies zeigt, dass die Freigabe von Reserven Emotionen abfedern kann, aber schwerlich die tatsächliche Funktion eines globalen Schifffahrtsweges vollständig ersetzen kann.
Aktien- und Devisenmärkte im Verteidigungsmodus
In den USA fiel der Dow Jones am 11. März um 289 Punkte, der S&P 500 sank leicht, und der Nasdaq legte geringfügig zu, was zeigt, dass der Markt nicht in kompletter Panik ist, sondern eine deutliche strukturelle Neubewertung stattfindet. Hohe Ölpreise belasten Industrie, Transport und konsumabhängige Branchen, während einige Technologie-Giganten von der Gewissheit ihrer Gewinne profitieren.
Im Vergleich dazu sind die Richtungen am Devisenmarkt einheitlicher. Der Dollar hat weiter an Stärke gewonnen und nähert sich einem Jahreshöchststand, was sowohl auf Flucht in sichere Häfen als auch auf die logischen Grundlagen zurückzuführen ist, wonach die USA von steigenden Energiepreisen relativ profitieren. Für energieimportierende Volkswirtschaften wie Europa und Japan bedeuten hohe Ölpreise ein größeres Wachstum und eine komplexe Inflationsdynamik.
Bitcoin bleibt von makroökonomischen Rahmenbedingungen eingeschränkt
Im Bereich der Krypto-Assets hat Bitcoin zwar zeitweise wieder die Marke von 70.000 US-Dollar überschritten, aber keinen klaren Durchbruch erzielt. Am 12. März fiel Bitcoin während der asiatischen Handelssitzung wieder unter 70.000 US-Dollar, was darauf hindeutet, dass der Markt es weiterhin eher als hochvolatilen Risiko-Asset denn als stabilen sicheren Hafen betrachtet. Wenn der Ölpreis weiter steigt und die Zentralbanken ihren Zinssenkungszyklus verzögern, könnte die Bewertung digitaler Vermögenswerte weiterhin unter Druck stehen.