- Der asiatische Markt für Raffinerieprodukte zeigt insgesamt Anzeichen einer Schwäche. Belastet durch den starken Rückgang von 3,64 % bei West Texas Intermediate (CL1!) an der New Yorker Börse und einem Rückgang von 2,93 % bei Brent-Rohöl (BRN1!) an der Londoner Intercontinental Exchange, stehen die verschiedenen Segmente der Raffinerieprodukte im Singapurer Handelsfenster unter Druck. Insbesondere hat sich die Preisdifferenz für hochschwefelhaltiges Heizöl von einer Backwardation zu einer Contango-Struktur gewandelt, was darauf hindeutet, dass das reichliche Angebot die bisherige Preisgestaltung für ein knappes Angebot verändert.
- Im Segment der mittleren Destillate verzeichnete die Diesel-Crack-Spanne in Asien eine deutliche Korrektur und fiel auf etwa 39 Dollar pro Barrel, den niedrigsten Stand seit dem 11. März 2026. Während der Markt weiterhin die fundamentalen Veränderungen durch das potenzielle Angebot in den kommenden Monaten verarbeitet, bleibt die Kaufbereitschaft für Spotware vorsichtig, und die Spotprämie im Singapurer Fenster steht unter dem Druck niedrigerer Verkaufsangebote weiterhin unter Druck.
- Der Naphtha-Markt erlebte aufgrund der Schwäche der Referenzrohölpreise eine passive Erholung der Margen, wobei die Crack-Spanne gegenüber Brent-Rohöl deutlich anstieg. Dennoch bleibt das Angebot auf dem Spotmarkt weiterhin reichlich, und die Nachfrage aus der nachgelagerten Chemieindustrie zeigt keine starke Unterstützung, sodass viele Händler eine pessimistische Haltung für die Zukunft einnehmen und glauben, dass die Verengung der Contango-Struktur nur eine vorübergehende marginale Verbesserung darstellt.
Strukturelle Wende im Heizölmarkt
Zum Handelsschluss am Donnerstag in Asien zeigte der Markt für hochschwefelhaltiges Heizöl eine klare Schwäche. Laut Daten der London Stock Exchange Group (LSEG) hat sich die Preisdifferenz zwischen Juli und August für 380-cst hochschwefelhaltiges Heizöl von einer Backwardation zu einer Contango-Struktur mit einem Abschlag von 70 Cent pro Tonne gewandelt. Obwohl der gesamte Spot-Handel weiterhin ruhig bleibt, ist die Spotprämie für hochschwefelhaltiges Heizöl gesunken. Im Gegensatz dazu zeigt der Markt für ultraniedrigschwefelhaltiges Heizöl eine gewisse Widerstandsfähigkeit, mit einer leichten Erhöhung der Spotprämie und einer Ausweitung der Backwardation-Struktur im Vergleich zum Vortag. Dies deutet darauf hin, dass sich das Angebots- und Nachfrageverhältnis zwischen den verschiedenen Komponenten des Heizöls phasenweise verändert.
Heizöl-Crack-Spanne nähert sich Halbjahrestief
Die Veränderungen in der Crack-Spanne bestätigen die Schwäche im Segment des hochschwefelhaltigen Heizöls. Die Crack-Spanne für 380-cst hochschwefelhaltiges Heizöl gegenüber Brent-Rohöl fiel heute auf einen Abschlag von etwa 7,95 Dollar pro Barrel, was einem historischen Tiefstand der letzten sechs Monate nahekommt. Im Gegensatz dazu stieg die Crack-Spanne für ultraniedrigschwefelhaltiges Heizöl auf eine Prämie von 12,65 Dollar pro Barrel. Im Singapurer Handelsfenster wurden heute keine physischen Transaktionen für hochschwefelhaltiges und ultraniedrigschwefelhaltiges Heizöl verzeichnet. Sollte die Nachfrage nach hochschwefelhaltigem Rohöl oder Schiffstreibstoff nicht deutlich anziehen, könnte die Crack-Spanne für hochschwefelhaltiges Heizöl weiterhin in einem niedrigen Bereich schwanken.
Angebotszunahme und schwache Nachfrage belasten Diesel-Crack-Spanne
Das Diesel-Segment verzeichnete heute die größten Verluste, wobei die Diesel-Crack-Spanne auf etwa 39 Dollar pro Barrel fiel, den niedrigsten Stand seit über drei Monaten. Marktanalysten weisen darauf hin, dass die Preisdifferenz zwischen den Monaten zwar leicht gestiegen ist, dies jedoch nicht die langfristige Erwartung eines Überangebots bei mittleren Destillaten in der Region ändert. Der Markt verarbeitet derzeit die möglichen negativen fundamentalen Auswirkungen eines weiteren Anstiegs des Angebots in den kommenden Monaten. Infolgedessen fiel die Spotprämie für Diesel erneut und schloss bei 1,56 Dollar pro Barrel. Bei Kerosin kehrte sich die Preisdifferenz gegenüber Diesel erneut ins Negative um und lag bei einem Abschlag von etwa 40 Cent pro Barrel. Im heutigen Singapurer Spot-Handelsfenster wurden keine physischen Transaktionen für Diesel und Kerosin verzeichnet.
Naphtha-Crack-Spanne erholt sich, aber Stimmung bleibt gedrückt
Im Markt für leichte Destillate stieg die Crack-Spanne für Naphtha gegenüber Brent-Rohöl aufgrund der Schwäche der Brent-Rohölpreise entgegen dem Trend stark an und erreichte 83,40 Dollar pro Tonne, während sie am Vortag bei etwa 73 Dollar pro Tonne lag. Diese Erholung führte zu einer deutlichen Verengung der Contango-Struktur im Naphtha-Markt, die schließlich bei einem Abschlag von 1,25 Dollar pro Tonne schloss. Dennoch bleiben viele Spot-Händler skeptisch gegenüber der Nachhaltigkeit dieser Erholung. Hauptsächlich, weil das Angebot auf dem Spotmarkt in der Region weiterhin reichlich ist und ohne eine Trendwende in der Nachfrage nach leichten Kohlenwasserstoffen die allgemeine Markstimmung kurzfristig wahrscheinlich unter dem Einfluss eines negativen Grundtons bleibt.