- Das globale Vermögen wächst weiter, aber die Vermögensstruktur zeigt eine ernsthafte Unausgewogenheit. Ein Bericht zeigt, dass die globale Bilanzsumme bis 2025 auf 180 Billionen US-Dollar ansteigen wird, während das Vermögen der Haushalte 570 Billionen US-Dollar erreicht, mit einer jährlichen Wachstumsrate von 7,3 %.
- Das Wachstum des Vermögens steht vor großen Herausforderungen, da nur etwa 20 % des Anstiegs aus der Akkumulation von Sachkapital stammen, während fast 60 % des Wachstums auf steigende Vermögenspreise zurückzuführen sind, die über der Inflationsrate liegen. Die Aufblähung der Papiervermögenswerte birgt Risiken für die finanzielle Stabilität.
- Die Divergenz zwischen den drei großen Wirtschaftsräumen USA, Europa und China nimmt zu. Die USA stehen vor Risiken durch fiskalische Expansion und hohe Bewertungen, Europa befindet sich in einer Phase der langfristigen Stagnation, und China erlebt eine Anpassung des Immobilienmarktes und eine Umstrukturierung der Schulden.
Aufblähung der Bewertungen verdeckt unzureichende Sachkapitalbildung
Ein neuer Bericht von McKinsey zeigt, dass die Expansion der globalen Bilanz hauptsächlich durch Vermögenspreisprämien und nicht durch eine Steigerung der realen Produktivität angetrieben wird. Bis 2025 wird das Vermögen der Haushalte weltweit auf 570 Billionen US-Dollar steigen, mit einem jährlichen Anstieg von 7,3 %. Doch in der globalen Bilanzsumme von 180 Billionen US-Dollar trägt die Bildung von Sachkapital nur zu 20 % bei, während fast 60 % des Wachstums auf die Ausweitung der Vermögensbewertungen über die Inflation hinaus zurückzuführen sind. Sollte der Markt eine Preiskorrektur erleben, könnte die Verdampfung virtueller Vermögenswerte unerwartete Auswirkungen auf die Liquidität des Finanzsystems haben.
Strukturelle Divergenz der drei großen Wirtschaftsräume USA, Europa und China
Die politischen Wege und Fundamentaldaten der großen Volkswirtschaften der Welt divergieren zunehmend. Die USA halten ihr Wachstum durch einen im Vergleich zu 2000 verdoppelten Anteil der Unternehmensgewinne am BIP aufrecht, aber die Staatsverschuldung hat bereits 120 % des BIP überschritten und ist stark von den Versprechen der KI-Produktivitätsrevolution abhängig. Europa steckt aufgrund mangelnder Investitionsdynamik und hoher Sparquoten in einer Phase des niedrigen Wachstums fest. China hingegen treibt die Entschuldung der Bilanzen voran, und die Anpassung des Immobilienmarktes sowie das hohe Schuldenniveau verlagern den politischen Fokus zunehmend auf den inländischen Konsum.
Vier mögliche Wege zur Neuausrichtung der Bilanzen
Die Neuausrichtung der globalen Vermögensstruktur wird vier potenziellen Szenarien gegenüberstehen. Der idealste Weg beruht auf einer Beschleunigung der Produktivität, um die hohen Bewertungen zu absorbieren. Der zweite Weg besteht in einer langfristigen strukturellen Inflation, die den realen Wert der Schulden verwässert. Der dritte Weg zeigt sich als langfristige Stagnation der Wirtschaft bei niedrigen Zinsen. Das extremste Szenario wäre eine abrupte Korrektur der Vermögenspreise, die eine erzwungene Neuausrichtung auslöst. Die Marktpreisbildung wird von der Nachhaltigkeit der hohen Bewertungen in den USA, der Erholung der Investitionen in Europa und dem Tempo des Konsumwandels in China abhängen.
Marktrisikoappetit und Logik der Neuausrichtungspreisbildung
Vor dem Hintergrund der Belastung der globalen Bilanzen könnte die Volatilität über verschiedene Vermögensklassen hinweg neu bewertet werden. Wenn die Zinspolitik der Fed und das hohe Haushaltsdefizit in Resonanz treten, könnten der Dollar und die US-Staatsanleihenrenditekurve strukturell umgestaltet werden. Gleichzeitig reicht die Unterstützung der realen Wirtschaft für die Papiervermögen nicht aus, was bedeutet, dass die Widerstandsfähigkeit der Aktienmärkte und der Kreditspreads gegenüber makroökonomischen Schocks abnimmt. Investoren müssen sich auf die Vermögensverknüpfungseffekte in verschiedenen Neuausrichtungsszenarien defensiv vorbereiten.