Mehrere börsennotierte Unternehmen haben in der Woche vom 12. bis 18. September ihre Dividenden angehoben. Von den mehr als 1.200 beobachteten Dividendenaktien standen zehn auf der Wochenliste, darunter McDonald’s (MCD), Microsoft (MSFT), JPMorgan Chase (JPM) und Ingredion (INGR).
Eine Dividendenerhöhung kann auf das Vertrauen des Managements in den Cashflow und die künftige Ausschüttungsfähigkeit hindeuten. Eine höhere Dividende bedeutet jedoch nicht automatisch, dass sich die Bewertung oder die erwartete Rendite einer Aktie verbessert hat. Anleger sollten zusätzlich die Ausschüttungsquote, die Kreditqualität, die Stabilität der Gewinne und den aktuellen Aktienkurs berücksichtigen.
Microsoft hat mit 20 Prozent Ausschüttungsquote Spielraum
Microsoft ragte unter den Unternehmen mit Dividendenerhöhungen in dieser Woche heraus. Der Konzern erhielt einen Gesamtqualitätswert von 9,29 und verfügt über ein AAA-Kreditrating. Die Ausschüttungsquote liegt bei rund 20 Prozent. Damit wird nur ein vergleichsweise kleiner Teil des aktuellen Gewinns als Dividende ausgezahlt, was Spielraum für eine Beibehaltung oder weitere Anhebungen der Ausschüttung lässt.
Die Dividendenrendite von Microsoft beträgt allerdings lediglich 0,79 Prozent. Für Anleger, die vor allem laufende Dividendeneinnahmen suchen, ist die aktuelle Rendite damit begrenzt, auch wenn das Unternehmen bei Ausschüttungssicherheit und Finanzqualität hohe Werte erreicht. Die Attraktivität der Microsoft-Dividende beruht daher eher auf der niedrigen Ausschüttungsquote, der starken Finanzlage und dem bisherigen Wachstum als auf dem unmittelbaren Cash-Ertrag.
McDonald’s erhöht die Dividende zum 50. Mal in Folge
McDonald’s hat die Dividende in dieser Woche zum 50. Mal hintereinander angehoben. Damit erreichte der Konzern die für den Status eines „Dividend King“ erforderliche Serie. Fünf Jahrzehnte jährlicher Erhöhungen sind ein markanter Meilenstein in der langfristigen Ausschüttungshistorie und verschaffen McDonald’s eine besondere Stellung unter Unternehmen mit langen Dividendenserien.
Die Bewertung der Dividendensicherheit fällt dennoch mit D- schwach aus; auch die Kreditkennzahlen sind vergleichsweise wenig überzeugend. Eine lange Serie von Erhöhungen beseitigt weder Belastungen aus der Bilanz noch Risiken für Cashflow und operatives Geschäft. Die jüngste Anhebung sollte deshalb zusammen mit der Fähigkeit des Unternehmens betrachtet werden, die Ausschüttungen tatsächlich zu finanzieren, und nicht allein anhand der historischen Serie.
Ingredion und McDonald’s liegen unter dem geschätzten fairen Wert
Unter den Unternehmen mit Investment-Grade-Einstufung wurden Ingredion und McDonald’s als zwei Titel mit vergleichsweise großen Abschlägen auf den geschätzten fairen Wert identifiziert. Nach dem zugrunde liegenden Bewertungsmodell ergab sich für Ingredion ein mögliches Aufwärtspotenzial von rund 8,38 Prozent bis zum fairen Wert. Bei McDonald’s lag dieser Wert bei etwa 7,55 Prozent.
Das ausgewiesene Aufwärtspotenzial hängt von der modellbasierten Schätzung des fairen Werts ab und bedeutet nicht, dass der Aktienkurs dieses Niveau zwingend erreicht. Dividendenwachstum, Ausschüttungssicherheit und ein Bewertungsabschlag sind zudem getrennt voneinander zu beurteilen. Anleger müssen daher Gewinne, Verschuldung, Cashflow und die aktuelle Marktpreisbildung jedes Unternehmens weiterhin unabhängig analysieren.
Wochenliste umfasst Konsum-, Technologie- und Finanzwerte
Neben MCD, MSFT, JPM und INGR enthielt die Wochenliste weitere Unternehmen, die ihre Dividenden erhöhten. Die Gründe für die Anhebungen sind unterschiedlich. Technologieunternehmen können ihr Dividendenwachstum unter anderem durch niedrige Ausschüttungsquoten und eine hohe Cash-Generierung stützen. Konsumgüter- und Einzelhandelsunternehmen stehen dagegen stärker unter dem Einfluss von Betriebskosten, der Entwicklung einzelner Standorte und Veränderungen bei der Nachfrage. Bei Finanzinstituten spielen zudem der Kreditzyklus und regulatorische Kapitalanforderungen eine Rolle.
Eine einzelne Woche mit Dividendenerhöhungen ist deshalb eher als Ausgangspunkt für weitere Analysen zu verstehen und nicht als eigenständiger Maßstab für den Unternehmenswert. Für Aktionäre besteht der unmittelbare Effekt in der Aussicht auf höhere künftige Barausschüttungen. Die Gesamtrendite hängt jedoch weiterhin von der Kursentwicklung, der Gewinnsituation und der Bewertung ab.
Zum 18. September standen damit vor allem die zehn Dividendenerhöhungen, Microsofts niedrige Ausschüttungsquote und hohe Finanzqualität sowie die 50. Erhöhung der McDonald’s-Dividende im Mittelpunkt. Anleger mit Fokus auf Dividendenerträge müssen weiterhin die jeweiligen Zahlungstermine, Ausschüttungsbeträge und Finanzdaten prüfen, um die Nachhaltigkeit der höheren Dividenden einzuschätzen.