Ein Ausschuss des US-Repräsentantenhauses hat ein Gesetz zur Einrichtung einer staatlichen Bitcoin-Reserve vorangebracht. Der Entwurf sieht vor, die betreffenden Bitcoin-Bestände 20 Jahre lang zu halten. Damit gelangt die Idee einer langfristigen Bitcoin-Reserve auf Bundesebene in ein formelleres Gesetzgebungsverfahren. Mehrere politische und praktische Schritte stehen jedoch noch aus.
Gesetzentwurf erreicht Ausschussstufe
Der Entwurf hat im Repräsentantenhaus die Ausschussberatung passiert beziehungsweise ist auf Ausschussebene vorangebracht worden. Diese Phase ist ein wichtiger Schritt im US-Kongress, bedeutet aber weder eine Verabschiedung durch das gesamte Repräsentantenhaus noch den Beginn einer bereits geltenden Reservepolitik.
Je nach weiterem Gesetzgebungsplan könnten nun zusätzliche Beratungen und eine Abstimmung im Repräsentantenhaus folgen, bevor der Entwurf an den Senat weitergeleitet wird. Sollten beide Kammern unterschiedliche Fassungen verabschieden, müssten die Texte zunächst aufeinander abgestimmt werden. Auch die Zustimmung des Präsidenten und weitere Verfahrensschritte wären erforderlich, damit das Gesetz in Kraft treten kann.
Derzeit lässt sich daher präzise festhalten: Ein Kongressausschuss treibt einen Gesetzentwurf im Zusammenhang mit einer US-amerikanischen Bitcoin-Reserve voran. Die Vereinigten Staaten haben eine solche Reserve bislang nicht formell eingerichtet.
20-jährige Haltefrist würde Verkäufe begrenzen
Die zentrale Bestimmung, die bereits im Titel des Gesetzentwurfs angelegt ist, betrifft eine Haltefrist von 20 Jahren für die entsprechenden Bitcoin. Sollte sie in der endgültigen Fassung bestehen bleiben, würden die Reservebestände eher wie ein langfristiger Vermögenswert behandelt als wie eine Handelsposition, die auf kurzfristige Marktbewegungen hin regelmäßig gekauft und verkauft werden kann.
Für Marktteilnehmer wirft die lange Frist Fragen zur Verwaltung der Bestände und zur praktischen Umsetzung der geplanten Finanzpolitik auf. Der Gesetzgeber müsste unter anderem festlegen, welche Behörde die Reserve beaufsichtigt, wie Bitcoin in die Reserve übertragen werden sollen, ob die Bestände verkauft oder verlagert werden dürfen und ob für besondere Situationen Ausnahmen gelten. Nach dem derzeit verfügbaren Stand sind diese operativen Details nicht vollständig geklärt.
Die Haltefrist könnte zudem die Erwartungen an das künftig verfügbare Angebot beeinflussen. Falls Bitcoin in einer staatlichen Reserve über einen längeren Zeitraum nicht verkauft werden dürften, könnten neben dem kurzfristigen Handel vor allem die Größe der Reserve, die Verwahrung und ein möglicher Mechanismus für weitere Käufe in den Mittelpunkt rücken. Der Gesetzentwurf befindet sich jedoch weiterhin im Gesetzgebungsverfahren. Angaben zur späteren Reservegröße oder zu einer Finanzierungsquelle liegen nicht eindeutig vor. Sein Fortschritt bedeutet daher nicht, dass die US-Regierung unmittelbar eine bestimmte Menge Bitcoin kaufen wird.
Bitcoin notiert bei rund 81.400 US-Dollar
Auf der maßgeblichen Marktseite wurde Bitcoin mit 81.411 US-Dollar notiert, ein Tagesplus von 1,28 Prozent. Ethereum lag bei 2.667,02 US-Dollar und damit 3,14 Prozent höher. Für Solana wurden 111,70 US-Dollar ausgewiesen, ein Anstieg von 2,95 Prozent. XRP notierte bei 1,42 US-Dollar und legte 3,08 Prozent zu, während Dogecoin bei 0,089 US-Dollar 3,34 Prozent im Plus lag.
Die genannten Kurse spiegeln die zum jeweiligen Zeitpunkt angezeigten Marktnotierungen wider. Sie sind kein Beleg dafür, dass die Ausschussentscheidung die Kursbewegungen ausgelöst hat.
Mit dem Ausschussvotum erreicht die US-Politik zu einer möglichen Bitcoin-Reserve einen weiteren gesetzgeberischen Meilenstein. Ob der Entwurf den Kongress passiert, ob die 20-jährige Haltefrist in der endgültigen Fassung bestehen bleibt und ob tatsächlich eine Reserve eingerichtet wird, hängt jedoch von den weiteren Beratungen und den abschließenden Umsetzungsregeln ab. Änderungen am Text, der Ablauf künftiger Abstimmungen und die Vorgaben für die Verwaltung der Vermögenswerte bleiben damit die entscheidenden Punkte, die der Markt beobachten wird.