Der frühere OpenAI-Ingenieur Abdulrahman Alfozan hat am 6. November vor einem Bundesgericht in San Francisco auf nicht schuldig plädiert. Ihm wird vorgeworfen, mündliche Kommunikation abgefangen zu haben. Die Staatsanwaltschaft behauptet, er habe in einem Besprechungsraum von OpenAI ein Aufnahmegerät versteckt. Der Fall rückt die Sicherheit am Arbeitsplatz und den Schutz interner Informationen bei dem Unternehmen in den Fokus. Über die Vorwürfe ist bislang nicht in einem Prozess entschieden worden.
Staatsanwaltschaft: Aufnahmegerät hinter Fernseher versteckt
Bundesbehörden nahmen den 35-jährigen Alfozan am 9. Oktober fest und erhoben Anklage wegen des Abfangens mündlicher Kommunikation. Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft soll er ein Aufnahmegerät in Toilettenpapier gewickelt und hinter einem Fernseher in einem Konferenzraum von OpenAI verborgen haben. Aufnahmen einer Überwachungskamera, die den Anklageunterlagen beigefügt sind, zeigen einen Mann, der hinter dem Fernseher nachsieht. Die Staatsanwaltschaft identifiziert ihn als Alfozan.
Zudem verweist die Anklage auf Aufzeichnungen zur Chatbot-Nutzung seiner Ehefrau. Diese sollen mehrere Fragen zur Herstellung, zum Testen und zum Verbergen von Aufnahmegeräten enthalten. Dabei handelt es sich um Vorwürfe und Beweismittel, die von der Staatsanwaltschaft angeführt werden; vor Gericht sind die Angaben noch nicht geprüft worden.
Alfozan bleibt nach seinem Plädoyer in Haft
Bei der Anhörung am 6. November erläuterte Richter Peter Kang Alfozan sein Recht zu schweigen und auf anwaltliche Vertretung. Sein Verteidiger David Riz verzichtete auf die Verlesung der Anklageschrift und gab für Alfozan die Erklärung ab, nicht schuldig zu sein.
Alfozan sitzt seit mehreren Wochen in Haft. Ein Richter hatte zuvor seinen Antrag auf Freilassung abgelehnt und ihn als fluchtgefährdet eingestuft. Die nächste Anhörung ist für den 17. November angesetzt.
Frühere Stationen bei Facebook und einem Start-up
Alfozan arbeitete zuvor bei Facebook und dem von Y Combinator unterstützten Start-up Nash. Außerdem war er als Risikokapitalgeber für ein Unternehmen aus Saudi-Arabien tätig. Er und seine Ehefrau leben in Millbrae im US-Bundesstaat Kalifornien. Berichten zufolge lebt Alfozan seit seiner Studienzeit in den Vereinigten Staaten.
Ein früherer Anwalt Alfozans erklärte, sein Mandant habe als rechtmäßiger Daueraufenthaltsberechtigter eine US-Green-Card besessen. In den Wochen vor seiner Festnahme sei zudem ein Termin für ein Einbürgerungsgespräch vorgesehen gewesen. Das Strafverfahren läuft weiter; der nächste Gerichtstermin ist am 17. November.