Rund 600.000 KI-Chips des Typs Nvidia H200 sollen in Hongkong auf den Versand nach Festlandchina warten. In den vergangenen Monaten gelangten bereits einige H200 ins Land; mehrere große chinesische Internetkonzerne erhielten jeweils etwa 10.000 Chips. Bestand und bisherige Lieferungen zeigen, dass der Zugang zu leistungsstarker KI-Hardware über die Grenze weiterhin schwer einzuschätzen ist.
Rund 600.000 H200-Chips in Hongkong
Nach Angaben von mit der Angelegenheit vertrauten Personen befinden sich etwa 600.000 H200-Chips in Hongkong und warten auf den Transport nach Festlandchina. Wer Eigentümer der Chips ist, wann sie verschickt werden könnten und warum die übrigen Einheiten bislang nicht ausgeliefert wurden, ist nicht bekannt. Die genannte Menge ist daher weder als Zahl der für den Import freigegebenen Chips noch als bereits verkaufte Stückzahl zu verstehen.
Der H200 ist Nvidia-Chip für KI-Anwendungen. Wie viel von dem Bestand tatsächlich weitergeliefert wird und in welchem Tempo, dürfte mitbestimmen, wie gut chinesische Unternehmen Zugang zu fortgeschrittener Rechenleistung für KI haben. Die bislang bekannten Angaben beziehen sich jedoch auf den Lagerbestand und Lieferungen an einzelne Unternehmen – nicht auf die gesamte Versorgung oder die Verkaufszahlen.
Einige Unternehmen erhielten bereits Lieferungen
In den vergangenen Monaten durfte ein Teil der H200-Chips nach Festlandchina eingeführt werden, sagten die informierten Personen. Eine von ihnen erklärte, mehrere große chinesische Internetkonzerne hätten jeweils rund 10.000 Chips erhalten. Die Unternehmen wurden nicht genannt; auch Zeitpunkt und vorgesehene Verwendung der Lieferungen sind unklar.
Damit stehen zwei Entwicklungen nebeneinander: Ein Teil der Chips hat das Festland erreicht und wurde an große Internetunternehmen geliefert, während eine deutlich größere, gemeldete Menge in Hongkong auf den Versand wartet. Wie groß die tatsächliche Lücke ist und ob weitere Chargen für die Auslieferung freigegeben werden, ist entscheidend für die Einschätzung, was der Bestand für Chinas KI-Rechenkapazität bedeutet.
Zeitplan und Importfreigaben offen
Öffentlich verfügbare Informationen nennen weder die vorgesehenen Empfänger der rund 600.000 Chips noch einen Versandplan oder den Stand möglicher Importgenehmigungen. Unklar ist auch, ob eine Freigabe für den gesamten Bestand vorliegt. Aus der Angabe von etwa 10.000 Chips je Unternehmen lässt sich die Gesamtzahl der ausgelieferten Einheiten nicht errechnen, da nicht bekannt ist, wie viele Firmen Lieferungen erhalten haben.
Bei Nvidia rückt damit die tatsächliche Bewegung der leistungsstarken KI-Chips in den Fokus: Neben Berichten über Lieferungen nach Festlandchina steht ein großer Bestand in Hongkong, der noch auf den Versand wartet. Bekannt ist bislang, dass dort rund 600.000 H200 liegen, in den vergangenen Monaten einige Chips auf das Festland gelangten und mehrere große Internetkonzerne jeweils etwa 10.000 erhielten. Umfang und Zeitpunkt weiterer Lieferungen bleiben offen.