Guardant Health und Natera haben am 5. November ihre Ergebnisse für das dritte Quartal vorgelegt – in einer Phase, in der Aktien aus dem Bereich Krebstests unter Druck standen. Guardant übertraf die Umsatzerwartungen und hob den Ausblick für das Gesamtjahr an. Nateras Verlust je Aktie fiel dagegen höher aus als von Analysten prognostiziert. Beide Unternehmen konkurrieren bei sogenannten Liquid Biopsien, die anhand von Blutproben Hinweise auf Krebs erfassen sollen.
Guardant übertrifft Umsatzerwartungen und hebt Prognose an
Guardant meldete für das dritte Quartal einen Verlust von 29 Cent je Aktie und einen Umsatz von 361 Millionen US-Dollar. Analysten hatten mit einem Verlust von 31 Cent je Aktie und Erlösen von 351 Millionen US-Dollar gerechnet. Zugleich erhöhte das Unternehmen seine Umsatzprognose für das Gesamtjahr. Nach den derzeitigen Erwartungen dürfte Guardant erst 2028 profitabel werden.
Der Umsatz über den Erwartungen ändert nichts daran, dass das Unternehmen weiterhin Verluste schreibt. Für Anleger liefert die angehobene Jahresprognose eine aktualisierte Einschätzung der erwarteten Erlöse. Der voraussichtliche Zeitpunkt der Profitabilität deutet zugleich darauf hin, dass Guardant in den kommenden Jahren weiter in den Betrieb investieren wird.
Nateras Verlust je Aktie größer als erwartet
Natera wies für das dritte Quartal einen Verlust von 42 Cent je Aktie aus. Analysten hatten mit 29 Cent gerechnet. Die vorliegenden Ergebnisse enthielten weder Angaben zum Quartalsumsatz noch Einzelheiten zu möglichen Änderungen der Jahresprognose. Damit blieb der stärker als erwartete Verlust je Aktie die zentrale Abweichung von den Markterwartungen.
Bei den beiden Wettbewerbern richten sich die Blicke auf die Erlöse aus Tests, die Höhe der Verluste und die Erwartungen des Managements für das Gesamtjahr. Die jüngsten Zahlen fielen unterschiedlich aus: Guardant übertraf die Umsatzprognosen und hob den Ausblick an, während Natera einen höheren Verlust je Aktie als erwartet meldete.
Schwache Zahlen belasten weitere Krebstest-Aktien
Grail, ein weiteres Unternehmen aus dem Sektor, hatte seine Quartalsergebnisse bereits am Abend des 4. November veröffentlicht. Der Absatz des Krebserkennungstests Galleri fiel schwach aus und enttäuschte Anleger. Die Aktie von Veracyte verlor nahezu 60 Prozent, nachdem das Testvolumen im Geschäft mit Prostatakrebs unter den Erwartungen geblieben war. Anders als Guardant und Natera bietet Veracyte gewebebasierte Krebstests an.
Geschäftsmodelle und Ergebnisse der Unternehmen sind nicht unmittelbar vergleichbar. Die aufeinanderfolgenden Meldungen zu Absatz und Testvolumen lenken jedoch den Blick auf den kommerziellen Fortschritt der Krebsfrüherkennungsprodukte. Guardant und Natera legten ihre Zahlen vor diesem Hintergrund vor: Guardant schnitt beim Umsatz besser ab als erwartet und verbesserte den Jahresausblick, während Nateras Verlust die Prognosen übertraf.