Anstieg der Ölpreise treibt Zinsen nach oben, US-Aktien geraten unter Druck
Am Montag schlossen die großen US-Aktienindizes leicht im Minus, belastet durch den starken Anstieg der Ölpreise und steigende Renditen bei Staatsanleihen. Die Rohöl-Futures in den USA zogen um fast 5 % auf 82,05 US-Dollar je Barrel an, getrieben durch die anhaltenden Spannungen an der Straße von Hormus, die die Öl- und Gasversorgung bedrohen könnten. Die Rendite der zweijährigen US-Staatsanleihe stieg von 4,204 % am Freitag auf 4,241 %, während die Renditen für zehn- und dreißigjährige Anleihen ebenfalls leicht zulegten und nun bei 4,705 % beziehungsweise 5,249 % liegen. Die Unsicherheit über eine nachhaltige Entspannung im Nahen Osten und die potenzielle Kontrolle Irans über diese strategisch wichtige Route halten die Sorgen um die Energieversorgung aufrecht.
Hauptaugenmerk auf wichtige Inflationsdaten und mögliche Zinsentscheidungen der Fed
Die Finanzmärkte blicken gespannt auf die Verbraucherpreisinflation (CPI) für Juli, die am Mittwoch veröffentlicht wird, sowie auf die Erzeugerpreisstatistik (PPI) am Donnerstag. Der Arbeitsmarktbericht vom Juli, der vergangene Woche vorgelegt wurde, fiel etwas schwächer aus als erwartet, was vorübergehend die Erwartungen auf eine Zinspause der US-Notenbank Federal Reserve im September nährte. Mit der jüngsten Rohölpreisrally und den zunehmenden geopolitischen Spannungen wächst jedoch erneut die Wahrscheinlichkeit für eine weitere Zinserhöhung. Chris Larkin, Managing Director bei Morgan Stanley E*TRADE, betont, dass die Aktienindizes, die zuvor aus einer fast zweimonatigen Handelsspanne ausgebrochen waren, durch die anstehenden Inflationszahlen und die geopolitische Entwicklung einer entscheidenden Bewährungsprobe gegenüberstehen.
Apple-Papiere unter Druck nach Herabstufung wegen Lieferkettenproblemen
Die Apple-Aktie (AAPL) zeigte sich am Montag schwächer als der Gesamtmarkt und verlor rund 1,5 %. Die Investmentbank Jefferies senkte ihre Einstufung für Apple auf "Underperform", basierend auf Ergebnissen einer Lieferkettenanalyse. Demnach wurde ein ursprünglich geplanter neues iPhone-Modell mit komplett glasbedecktem Gehäuse aufgrund zu niedriger Fertigungsausbeute gestrichen. Analysten sehen darin eine Herausforderung für Apples Strategie, über höherpreisige Modelle den durchschnittlichen Verkaufspreis und die Gewinnmargen zu steigern. Die Prognose für den durchschnittlichen Verkaufspreis der iPhones im Geschäftsjahr 2026 bis 2031 wurde von einer jährlichen Wachstumsrate von 9,0 % auf 6,8 % reduziert, da mehrere Pro-Modelle voraussichtlich nicht mehr die vollverglaste Bauweise erhalten werden.
Berkshire Hathaway übertrifft Erwartungen – Aktie erreicht 52-Wochen-Hoch
Die Aktie von Berkshire Hathaway (BRK.B) stieg am Montag um 1,5 % und notierte in der Nähe seines höchsten Kurses seit fast einem Jahr, nur knapp unter dem allzeitigen Schlusskurs-Hoch. Der Konzern präsentierte für das zweite Quartal operative Gewinne, die die Erwartungen übertrafen. CEO Greg Abel beschleunigte die Mittelverwendung und den Rückkauf eigener Aktien. Brian Meredith, Managing Director bei UBS, bestätigte die Kaufempfehlung und hob das 12-Monats-Kursziel auf 604 US-Dollar an. Er verweist auf die starke Bilanz des Unternehmens und das langfristige Gewinnpotenzial durch operative Verbesserungen.
Mit dem bevorstehenden Inflationsdatentermin für diese Woche bleibt die Marktvolatilität erhöht. Investoren achten zugleich sowohl auf die geopolitische Lage im Nahen Osten als auch auf wirtschaftliche Kenngrößen, um die künftige Ausrichtung der Geldpolitik der Fed besser einschätzen zu können.