Aktienfutures reagieren kaum auf festgefahrenen US-Iran-Konflikt
Am Dienstag, dem 11. August, blieben die Futures auf die großen US-Aktienindizes weitgehend unverändert. Anleger beobachten die verschärften Spannungen zwischen den USA und dem Iran mit Vorsicht, da Verhandlungen über eine mögliche Wiederöffnung der Meerenge von Hormus ohne Fortschritte verlaufen. Die Futures auf den Dow Jones Industrial Average, den S&P 500 und den Nasdaq 100 konsolidierten und setzten damit die Verluste vom Vortag fort.
Der anhaltende Machtkampf zwischen Washington und Teheran erhöht die geopolitischen Risiken spürbar. US-Präsident Donald Trump widersprach kürzlich der iranischen Forderung nach Kriegsschäden und setzt stattdessen auf wirtschaftlichen Druck, um Zugeständnisse zu erzwingen. Er bezeichnet den aktuellen Stand der Verhandlungen mit dem Iran als "halbherzig". Gleichzeitig betont der iranische Außenminister Hossein Amir-Abdollahian, dass Gespräche erst dann wieder aufgenommen werden können, wenn die USA für Verstöße gegen ein im Juni abgeschlossenes Memorandum of Understanding entschädigen. Die schleppenden Verhandlungen verstärken die Besorgnis über die Sicherheit der Öltanker und die politische Stabilität im Nahen Osten.
Steigende Ölpreise belasten Inflationsausblick und Fed-Politik
Die geopolitische Lage treibt die Rohölpreise weiter nach oben und schürt damit Inflationssorgen. Marktteilnehmer richten ihr Augenmerk auf die Veröffentlichung des Verbraucherpreisindex (CPI) am Mittwoch, da die Daten maßgeblich für die künftige Ausrichtung der US-Notenbank (Fed) sein werden. Nach enttäuschenden Arbeitsmarktdaten vom vergangenen Freitag passen einige Investoren ihre Erwartungen an und rechnen damit, dass die Fed im September erneut die Zinsen anheben wird.
Beth Hammack, Präsidentin der Federal Reserve Bank of Cleveland, erklärte am Montag, dass Einzelzinserhöhungen nicht ausreichen, um die Inflation nachhaltig zu senken. Sie hält mehrfach aufeinanderfolgende Anpassungen für wahrscheinlich und signalisiert damit eine weiterhin restriktive Geldpolitik.
Intel startet Kapitalerhöhung in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar zur Unterstützung der KI-Strategie
Der Halbleiterkonzern Intel kündigte eine Kapitalerhöhung an, um rund 1,5 Milliarden US-Dollar frisches Kapital zu generieren. Die Mittel sollen in den Ausbau von Fertigungsanlagen, die Modernisierung der Ausstattung und laufende Betriebskosten fließen, um die KI-Offensive des Unternehmens weiter voranzutreiben. Seit Jahresbeginn hat sich der Aktienkurs von Intel mehr als verdoppelt und liegt aktuell nahe 98 US-Dollar je Aktie. Bei diesem Kursniveau würde die Kapitalerhöhung etwa 153 Millionen neue Aktien umfassen, während bei dem Einstiegskurs des US-Governments im letzten Jahr von rund 20 US-Dollar je Aktie die Verwässerung deutlich größer ausgefallen wäre.
Ergebnisse von Super Micro Computer im Fokus als Indikator für KI-Infrastruktur
Der Hersteller von KI-Servern Super Micro Computer wird voraussichtlich nach Börsenschluss am Dienstag seine Quartalsergebnisse veröffentlichen. Das Unternehmen prognostizierte eine Bruttomarge von 15 bis 17 Prozent, deutlich über den bisherigen Erwartungen von rund 8,3 Prozent, sowie neue Aufträge im Volumen von über 6 Milliarden US-Dollar. Analysten erwarten einen bereinigten Gewinn je Aktie von 1,33 US-Dollar bei einem Umsatz von 11,2 Milliarden US-Dollar, was im Jahresvergleich eine starke Wachstumsdynamik widerspiegelt. Die Daten gelten als wichtiger Gradmesser für die Nachfrage nach KI-Hardware.
SEC lockert Regulierung von ABS für Rechenzentren – Impuls für KI-Finanzierung
Die US-Börsenaufsicht SEC hat jüngst die regulatorischen Anforderungen für bestimmte Asset-Backed Securities (ABS) von Rechenzentrumsanlagen gelockert. Konkret werden diese Wertpapiere künftig nicht mehr als klassische ABS eingestuft, was auf Vorschlag der Kanzlei Latham & Watkins erfolgte. Diese Änderung erleichtert Eigentümern von Rechenzentrumsanlagen den Zugang zu Kapital und entspricht der intensiven Investitionstätigkeit in die KI-Industrie. Experten erwarten positive Effekte auf die Infrastrukturfinanzierung im Technologiebereich.
Weitere Daten und Unternehmensberichte im Fokus
Neben den Inflationszahlen stehen weitere wichtige Wirtschaftsdaten auf der Agenda, wie der Optimismusindex der kleinen Unternehmen, die ADP-Beschäftigungsentwicklung sowie die Zahlen zum Neubauwohnungsmarkt im Juli. Zudem veröffentlichen mehrere nationale und internationale Unternehmen ihre Quartalsberichte, darunter Sea Limited, Lumentum Holdings, Cardinal Health, CoreWeave, Franco-Nevada Corporation, Venture Global, die InterContinental Hotels Group und Tencent Music Entertainment. Die Ergebnisse geben Einblick in die Branchenentwicklung und die Konjunktur im zweiten Halbjahr.